Du liest gerade
Miss Sophie, why don’t you try a new procedure?
Dunkel Hell

Miss Sophie, why don’t you try a new procedure?

  • Alle Jahre wieder… Naja, wer kennt es nicht? Das neue Jahr rückt an und es soll alles besser werden. Es wird mehr gelernt, weniger getrunken, gesünder gegessen und weniger Schuhpaare gekauft. Es ist Zeit für die neuen Vorsätze fürs neue Jahr. Wir begleiten fünf Bamberger Studierende dieses Jahr bei ihrem Vorsatz, dieses Jahr alle Vorsätze einzuhalten.

Tamara Pruchnow:
„Oh, wie schön, da hat er sich aber Mühe gegeben!“ Wie oft denke ich mir so etwas im Alltag, aber ich sage es niemandem? Dabei ist solche Dinge auszusprechen etwas, was beiden Seiten eine riesige Freude machen kann. Ein Stück Positivität mehr im Leben. Positivität. Die ja eigentlich schon da ist — und nur nach außen getragen werden muss.
Mein Vorsatz für 2016 ist, jeden Tag ein ehrlich gemeintes Kompliment zu vergeben. An die Frau an der Bushaltestelle mit den mühevoll frisierten Haaren, an den Kommilitonen, der immer so schlaue Sachen sagt. Und an die gute Freundin und ihr strahlendes Lächeln. An die Verkäuferin, die jeden Tag herzlich und gut gelaunt ist. Einfach die Menschen in meinem Umfeld für die kleinen Dinge wertzuschätzen, die sie Tag für Tag tun.
Ich bin gespannt, ob das wirklich jeden Tag klappt, aber ich bin fest entschlossen, es zu versuchen. Eine bestimmte Strategie hab’ ich nicht, es soll ja auch ehrlich gemeint sein.

Ben Kohz:
Es ist wohl der Klassiker: Auch wenn ich nicht groß übergewichtig bin oder andere Gründe mich dazu drängen, habe ich mir vorgenommen, ein Jahr auf etwas zu verzichten was ich eigentlich nicht brauche. Ich möchte einfach nur gucken, ob ich diszipliniert genug bin, es konsequent durchzuziehen: Ein ganzes Jahr ohne Süßigkeiten!
Meine Regeln sind ganz einfach:
1. Keine Chips
2. Keine Schokolade
3. Keine Gelatine (in Kombination mit Zucker)
4. Die einzige Ausnahme sind Salzstangen
Einen genauen Plan habe ich mir noch nicht zurecht gelegt, aber da nun der abendliche Griff zur Chipstüte fehlen wird, werde ich mir wohl Ersatz suchen müssen. Was mir wirklich Sorgen bereitet sind nicht die Abende alleine beim Lernen, sondern die, mit allen Freunden und der berüchtigten wandernden Chipstüte. Ich bin gespannt, und das vor allem weil mir nur vom drüber schreiben das Wasser im Mund zusammen läuft.

Anzeige

Anja Heder:
Eigentlich bin ich kein Fan von Neujahrsvorsätzen. Wenn ich wirklich weniger trinken will, regelmäßig Sport machen möchte oder es immer zur 8 Uhr Vorlesung in der Uni schaffen will, muss ich nicht bis Januar warten. Ich hätte meine schlechten Gewohnheiten schon am Anfang des Semesters hinter mir lassen können. Der Wille muss halt da sein. Doch irgendwie warte ich immer bis Januar, um dann festzustellen, dass mein Wille nicht unbedingt stärker ist als ein paar Monate zuvor. Doch dieses Jahr — wie ich es mir auch die Jahre zuvor eingeredet habe — wird es anders. 2016 halte ich an meinen Vorsätzen fest und hoffe bis mindestens März durchzuhalten. Um mich nicht zu überfordern, habe ich mir einen Vorsatz ausgesucht, der leichter einzuhalten ist als weniger trinken oder am Morgen in die Uni zu gehen: Sport machen. Ich werde meinen Trainingsplan, der momentan in irgendeiner Ecke meines Zimmers vergammelt, herausholen, abstauben und bis zum bitteren Ende durchziehen. Und mit diesem Artikel mache ich es offiziell. In drei Monaten darf ich mich dann über meinen neuen Bikinibody freuen oder weinen, weil ich meinen Vorsatz mal wieder nicht eingehalten habe.

Bianca Taube:
Ich finde Neujahrsvorsätze eigentlich kompletten Blödsinn. Wenn man etwas umsetzen möchte, sollte man das eigentlich so bald wie möglich tun. Dafür braucht man kein neues Jahr. Trotzdem habe ich mir fürs neue Jahr einen Vorsatz genommen: 2016 möchte ich mir mehr Zeit für mich nehmen und öfter mal „nein“ sagen. Denn auch wenn ich mein Pensum bisher immer geschafft habe, wurde es 2015 manchmal etwas viel.
Ich bin optimistisch, was meinen Vorsatz angeht. Immerhin tut er mir in der Umsetzung nur Gutes. 2016 kann also kommen.

Lena Zarifoglu:
St. Pauli, Hamburg am 31.12. um 23:15. Das Wetter ist trübe, wir sitzen in dicken Winterjacken, selbstgedrehte Kippen rauchend auf dem Balkon. „Was ist eigentlich dieses Jahr alles passiert?“, wirft jemand in die Runde. Die müden Augen schauen von den nasenhohen Winterschals auf. Es wird Revue passiert. „Man, jetzt um diese Zeit war ich am Ende der Welt!“. „Weißt du noch diesen Winter, Lena? Da hab ich dich zum ersten Mal in Bamberg besucht!“ „Oh man dieses Jahr war ich noch in meinem ersten Semester und jetzt bin ich schon im Dritten, wie schnell die Zeit vergeht!“. „Jetzt sind wir näher dran an 2030, als an 2000“. „Waaaaas?“ „Wie merkwürdig es ist, dass ich zwei Monate dieses Jahres in der Türkei verbracht habe.“
Wir basteln uns unseren eigenen Jahresrückblick, es wird gelacht, getrunken und an den Kippen gezogen. Die Sektflaschen stehen bereit, genau wie die Wunderkerzen. In weniger als einer Stunde starten wir vier Mädels alle gemeinsam in ein neues verrücktes Jahr, da sind wir uns einig.
„Ich habe das Gefühl 2016 wird scheiße“. „Ne man, 2016 wird großartig!“. „Wenigstens kann man die 5 leicht zu einer 6 korrigieren beim Datum schreiben“. Alle fangen an zu kichern. „Habt ihr irgendwelche Neujahrsvorsätze?“. „Klar, ich hör‘ auf zu rauchen.“ „Ach als ob, du doch nicht.“ „Du wirst schon sehen.“
„Irgendwie habe ich gar keine Neujahrsvorsätze“, werfe ich in die Runde, „im letzten Jahr ist so viel passiert, jetzt wo ich zurückschaue, wirkt alles so surreal: Reisen, Beziehungen, neue Freunde, der Ottfried, viele Partys. „Das Einzige, was ich will, ist, dass 2016 mindestens genauso bewegt und verrückt wird wie 2015“. Es wird wieder genickt, und angestoßen mit Astra-Rakete. Womit auch sonst.

Kommentare anzeigen (0)

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

© 2015 - 2022 Ottfried e.V.