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Neujahrsvorsätze — Update: 16,6 % geladen
Dunkel Hell

Neujahrsvorsätze — Update: 16,6 % geladen

  • Nun erleben wir bereits seit zwei Monaten, was das Jahr 2016 für uns bereit hält. Doch um es interessant zu gestalten, sind Ziele wichtig. Ziele, die manches Mal als Neujahrsvorsätze gefasst werden. Wir begleiten fünf Bamberger Studierende durch’s Jahr bei ihrem Vorsatz, dieses Jahr alle Vorsätze einzuhalten.

Doch wie sie sich bislang wohl schlagen?

Tamara Pruchnow möchte jeden Tag ein ehrliches Kompliment verteilen:
Zwei Monate sind um und es klappt besser als gedacht — aber schlechter als erhofft. An den meisten Tagen bin ich unterwegs und treffe neue, oder zumindest immer mal wieder andere Leute. Da schießt mir dann immer ein ehrlich gemeintes Kompliment durch den Kopf, das ich aussprechen kann. Aber es gibt auch Tage, an denen ich fast keinen sehe. Oder nur dieselben Gesichter, mehrere Tage hintereinander. Da wär es dann erzwungen. Und das ist so ein bisschen mein Problem. Gerade jetzt in der Prüfungszeit, wo ich kaum unter Menschen komme, gab es viele Tage, an denen ich meinen Vorsatz nicht erfüllen konnte.
Bei fremden Menschen fällt es mir komischerweise leichter, die ehrlichen Komplimente auszusprechen. Vielleicht, weil sie nichts von meinem Vorsatz wissen? Bei meinen Freunden frage ich mich immer, ob sie dann glauben ich hätte mir das nur ausgedacht, um meinen Vorsatz durchzuziehen.
Ich darf mir nicht immer so viele Gedanken machen. Einfach aussprechen.
Spannend ist, wie die Angesprochenen darauf reagieren: Ein Mädchen im Teenageralter hatte eine superschöne Mütze auf, ich habe sie Ende Januar im Bus darauf angesprochen. Sie begann sofort die Mütze schlecht zu machen und zu betonen, dass diese schließlich selbst gestrickt sei, sie könne das nicht so gut. Das fand ich sehr interessant. Wieso konnte sie das Kompliment nicht einfach annehmen, wieso musste sie ihre eigene Arbeit herabwürdigen? Fällt es uns so schwer zu glauben, dass wir etwas gut gemacht haben?
Ich habe aber auch eine Freundin, die Komplimente super annehmen kann. Schon allein von innen heraus ist sie ein unglaublich schöner Mensch. Sie kontert dann ehrlich erfreut mit „Danke!“ und sagt mir im Gegenzug, was sie an meinem Charakter mag. Das müsste nicht einmal sein, aber es ist auch schön, ehrlich gemeinte positive Rückmeldungen zu bekommen.
Im Großen und Ganzen hat das Projekt mir bis jetzt nur Gutes beschert, ich will es aber unbedingt noch etwas besser machen. Wir werden sehen.

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Wie es hochmotiviert zu Jahresbeginn aussah, findet ihr hier heraus.

Ben Kohz versucht süßen Verlockungen zu widerstehen:
Egal ob es das Weglassen der Süßigkeiten oder der Fleischverzicht ist, die Ernährung umzustellen ist wohl der Klassiker der Neujahrsvorsätze. Egal mit wem man darüber spricht, erntet man meist nur ein müdes Lächeln, ganz nach dem Motto: „Dann bist du zumindest nicht der Einzige, der es nicht schafft.“
Doch eigentlich ist es gar nicht so schwer. Na gut, die Chips fehlen einem abends beim Fernsehen schon und auch merke ich wie mir das Wasser im Mund zusammen läuft, wenn der Gang im Supermarkt an der Kasse bevorsteht. Doch alleine wenn man sich zwingt, nichts beim Wocheneinkauf mitzunehmen, hilft es schon viel. Und auch wenn die Schachtel Popcorn eigentlich dazu gehört, fehlt sie bei mir nun seit 62 Tagen. Aber wer zählt da schon genau mit?
Der wirkliche Knackpunkt bei den Klassikern der Vorsätze ist die Grenze:Was darf noch gegessen werden, was ist schon Tabu und wo betrüge ich mich selbst? Egal, ob bei Schokojoghurt oder die Schokopops im Müsli: Ich erwische mich immer öfters dabei, wie ich Schlupflöcher in meinen eigenen Regeln suche. Selbstbetrug soll auch gekonnt sein. Meist muss dann irgendetwas anderes ungesundes herhalten. Viel gesünder esse ich leider nicht wirklich. Aber zumindest habe ich meine Regeln und noch 10 Monate Herausforderung vor mir.
Nur ein einziges Mal bin ich schwach geworden, ganz in dem Bewusstsein, dass es diesmal keine Ausrede gibt. Bei Einladung eines Freundes gab es ein aufwendig zubereitetes weißes Schokomousse und ich konnte es weder übers Herz bringen, dem Koch nun verspätet zu sagen, dass seine Arbeit umsonst war, noch konnte ich diese vorzüglich aussehende Portion einfach stehen lassen. Zwar schmeckte der Nachtisch wirklich vorzüglich, dennoch beschlich mich das typisch mulmige Gefühl, nachdem man seine eigenen Regeln nicht befolgt hat. Jeder, der schon mal aufhören wollte zu rauchen, weiß, was ich meine.

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