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Wie geht’s weiter bei Uni-Vox? [Interview mit Eva Schug]
Dunkel Hell

Wie geht’s weiter bei Uni-Vox? [Interview mit Eva Schug]

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Ottfried: Inwiefern hat Uni-Vox mit der Universität Bamberg zu tun?

Eva Schug (Vorstand Uni-Vox): Uni-Vox gibt es seit 2005. Schon 2004 haben sich die ersten Studenten zusammengesetzt und gesagt. “Wir brauchen ein Radio“. Da es kein offizielles Uni-Radio gab, haben wir uns Uni-Radio genannt. Damals hatten wir unser eigenes Studio, das war an der Weide. Dann hat die KoWi (Institut für Kommunikationswissenschaft, Anm. d. Red.) das neue Studio bekommen. Wir haben einen Nutzungsvertrag unterschrieben und so die Nutzungsrechte bekommen. Wir haben dann von Montag bis Freitag von 18 bis 21 Uhr, später von 18 bis 22 Uhr gesendet und in erster Linie war Holger Müller (Dozent am Institut für KoWi, Anm. d. Red.) unser Ansprechpartner. Er hat jedes Semester eine Studioführung gemacht, damit die Neuen das Studio kennenlernen konnten. Ansonsten hatten wir mit der Uni nicht mehr zu tun.

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Ottfried: Wie kam es dazu, dass Uni-Vox ab dem Sommersemester 2016 nicht mehr aus dem Studio an der ERBA senden wird?

Eva Schug: Als Holger Müller im Vaterschaftsurlaub war, haben Frau Wied und Herr Hüsener quasi das Studio übernommen. Frau Wied hat dann angefangen, Listen einzuführen. Es gibt Listen, in die wir uns vorab eintragen müssen, wenn wir in das Studio wollen. Dann hat Frau Wied angefangen, einen Ordner in den Vorraum zu legen, in den wir uns eintragen sollten, wenn wir rausgegangen sind. Das heißt wir mussten unterschreiben, dass wir da waren, und eintragen, was wir gemacht haben, welche Räume und welche Technik wir benutzt haben und ob etwas nicht in Ordnung war. Alles zusätzlich zu einem Online-Protokoll, das Holger Müller eingeführt hatte, und in das man eintragen sollte, wenn was nicht funktioniert hat, damit es repariert werden kann. An sich ist das eine gute Idee, denn Frau Wied wollte einfach, dass wir terminlich nicht mit anderen Seminaren kollidieren. Das Problem war: Nur wir haben uns in diese Listen eingetragen, aber wir sind nicht die einzigen Menschen, die in das Studio gehen. Wenn irgendwas kaputt war, waren wir Schuld. Wenn man sich die Liste im Nachhinein anschaut, steht halt nur Uni-Vox drin. Aber während der Ausleihzeiten gehen auch HiWis, Studenten und Seminare rein. Dazu ist das Studio ja da. Aber wir waren immer Schuld — und das war auch ein Grund dafür, dass man uns gekündigt hat. Dazu hätte es von der zeitlichen Auslastung her nicht funktioniert, zwei Radiosender in einem Studio zu betreiben. Wir hätten also mit FriedaFM zusammenarbeiten müssen. Unser Bedenken war, dass Uni-Vox irgendwann in FriedaFM aufgegangen wäre. Allein schon, weil Herr Müller gesagt hatte, dass das Institut die administrativen Aufgaben übernehmen würde, also auch die Akquise von Mitgliedern. Und die wären dann für FriedaFM gewesen und nicht für Uni-Vox.

Ottfried: Seid ihr deswegen keine Kooperation mit Frieda FM eingegangen?

Eva Schug: Prof. Dr. Markus Behmer (Institut für Kommunikationswissenschaft, Anm. d. Red.) hat uns letztes Semester schon gesagt, dass er gerne eine engere Zusammenarbeit mit Uni-Vox hätte, also eine gemeinsame Koexistenz – FriedaFM und Uni-Vox unter einem Dach quasi. Wir haben darüber abgestimmt und wir konnten uns nicht vorstellen, wie das hätte funktionieren sollen: „Ihr hört FriedaFM mit Eva von Uni-Vox”? Wir waren immer eigenständig und wir wollten eigenständig bleiben. Vor allem auch, weil Herr Müller selbst lange Zeit nicht genau wusste, wohin sich FriedaFM entwickeln würde. Wir konnte uns das nicht vorstellen und haben gesagt: Wir machen weiter unser eigenes Ding.

Ottfried: Wie sieht die Zukunft von Uni-Vox aus?

Eva Schug: Ich muss sagen, dass ich nichts gegen die Kündigung habe. Mittlerweile ist es das Beste, was uns passieren konnte. Ich habe letztes Semester schon gemerkt, dass es mir in der KoWi keinen Spaß mehr macht, weil man nur noch angeeckt und gebunden ist. Wir haben vor, präsenter zu werden und große Pläne, die allerdings noch in den Kinderschuhen stecken. Ein neues Studio haben wir im Jugendtreff Immerhin. Dort gibt es ein Studio mit Sprecherkabine, das wir im Laufe des Semesters ausstatten werden. Wir werden dort rund um die Uhr senden können und sind nicht an die Öffnungszeiten der Uni auf der ERBA gebunden. Außerdem können wir die Semesterferien durchsenden und eine Morning-Show machen, was im Studio der KoWi nicht möglich war. Bis zum Ende des Wintersemesters sind wir noch in der KoWi und senden montags bis freitags von 18 bis 22 Uhr.

Die Redaktionssitzungen von Uni-Vox finden donnerstags ab 20 Uhr in der KHG, Friedrichstraße 2, statt.

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