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Filmreview: The Revenant
Dunkel Hell

Filmreview: The Revenant

  • Strahlender Sonnenschein, eisige Bergwälder, rauschende Flüsse und mittendrin ein Mann im Kampf ums Überleben. Weder Feinde noch Naturgewalten können ihn aufhalten. Sein einziger Antrieb: Rache.

Basierend auf einer wahren Begebenheit erzählt „The Revenant“ die Geschichte des Fallenstellers Hugh Glass (Leonardo DiCaprio, Inception, Der große Gatsby), der um 1823 mit einer Gruppe Pelzjäger in der Wildnis unterwegs ist. Sein Sohn Hawk begleitet ihn. Überraschend werden die Jäger von Ureinwohnern angegriffen und erleiden schwere Verluste. Die Überlebenden können sich gerade noch auf ein Boot retten und flussabwärts fliehen. Um die Verfolger abzuschütteln, beschließen sie, zu Fuß weiterzugehen. Das Ziel: Das sichere Fort erreichen. Glass kennt die Wälder und geht voraus. Als seine Begleiter zu ihm aufschließen, finden sie ihn jedoch lebensgefährlich verletzt. Zunächst versuchen sie, den Verwundeten zum Fort zu tragen. Schon bald wird die zusätzliche Last aber zur Zerreißprobe für die Gemeinschaft. Die Witterungsbedingungen und die Moral der Jäger sind schlecht.

Captain Henry (Domhnall Gleeson, Star Wars: Das Erwachen der Macht) beschließt, den Verletzten mit Hawk und zwei weiteren Männern, Fitzgerald und Bridger, zurückzulassen. Während der junge Bridger (Will Poulter, Wir sind die Millers) seine Aufgabe sehr ernst nimmt, macht sich Fitzgerald (Tom Hardy, Mad Max, The Dark Knight Rises) Sorgen um sein eigenes Leben. Er versucht Glass zu ersticken, doch dessen Sohn hält ihn auf. Letztendlich setzt sich Fitzgerald durch und der verwundete Glass bleibt halb begraben zurück. Angetrieben von seiner Wut kämpft er sich frei und schwört Rache.

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Ausgezeichnet mit drei Oscars (Beste Regie, Beste Kamera, Bester Hauptdarsteller) handelt es sich bei „The Revenant“ keinesfalls um seichte Abendunterhaltung. Der Film überzeugt mit atemberaubenden Naturaufnahmen, die im Kontrast zum verzweifelten Kampf ums Überleben stehen. Die Szenen wurden nicht im Studio, sondern mitten in der kanadischen Wildnis gedreht. Natürliches Licht, wie Feuerschein oder Sonnenstrahlen, sorgen für die richtige Atmosphäre. Der Zuschauer fühlt sich in die eisigen Schauplätze hineinversetzt und kann die Kälte förmlich spüren. Auch Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio war sich für nichts zu Schade: Er kriecht durch Matsch und Schnee wie ein Weltmeister, sabbert, verdreht die Augen. Sogar rohe Leber hat der Vegetarier gegessen, nur um seinen Charakter realistisch darzustellen. Während die schauspielerische Leistung wahrlich einen Oscar verdient hat, sind viele Szenen äußerst unschön anzusehen und Glass nimmt stellenweise animalische Züge an. Die Handlung ist fesselnd, wird aber durch die häufigen Naturaufnahmen oder Sequenzen ohne Dialoge ausgebremst. Dadurch wirkt der 156-minütige Film etwas langatmig. Als nicht ganz rund erscheinen auch die Halluzinationen, die Glass immer wieder von seiner Frau und seinem Sohn hat. Das Ende ist zwar spannend und actionreich, leider aber absehbar.

Menü zum Film:

Wenn ihr zum Film etwas snacken wollt, braucht ihr einen starken Magen. Wer sich von makabren Szenen nicht den Appetit verderben lässt, der schnappt sich am besten einen Eimer Spare Ribs oder Chicken Wings – hauptsache ihr könnt das Fleisch mit euren Zähnen vom Knochen reißen!

Trinkspiel:

1x trinken, wenn jemand „Pelz“ sagt.

1 Shot, wenn Hugh Glass irgendwo herumkriecht.

Glas austrinken, wenn Hugh Glass mal wieder eine Halluzination/Flashback hat.

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