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Rezensionen: EOFT 2016
Dunkel Hell

Rezensionen: EOFT 2016

  • Was sagen die Profis zum EOFT 16/17 in Bamberg? Wir haben mal bei “Profi-Zuschauern” nachgefragt.

Hannes:
Es dürfte dieses Jahr das achte EOFT gewesen sein und ich verlasse die Veranstaltungen mit einem Grinsen. Nicht weil das EOFT 100% perfekt war, nicht weil jeder Film genau meine Erwartungen getroffen hat, sondern einfach weil ich der Meinung bin, dass es das EOFT geschafft hat, die Kurve zu kriegen. Vieles hatte sich seit dem ersten EOFT verändert, von einer bombastischen, actiongeladenen Outdoorshow, bei der man nach der Show direkt Lust hatte, sich ein paar Skier, ein Mountainbike und eine Expeditionsausrüstung zu kaufen, alles hinzuwerfen und einfach darauf loszuleben, entwickelte es sich im Laufe der Jahre immer mehr zu einer schon fast düsteren Show, die vor allem die Schattenseiten der (Extrem)Outdoorsportarten zeigte. Das gehört zwar auch dazu, aber wenn man nach so einer Show hinausgeht, mit einem Kloß im Hals und sich denkt „Shit — eigentlich sollte man das alles echt lassen“, dann kann das doch nicht Sinn und Zweck sein, oder? In den letzten zwei Jahren hat sich das EOFT glücklicherweise wieder gewandelt. Man müsste es zwar meiner Meinung nach mittlerweile eher Outdoor Film Tour nennen, da es einen gewaltigen Teil an nichteuropäischen Filmen gibt, aber es hat einfach die Mischung wieder gefunden.

Das EOFT bringt viele tolle Momente mit sich. Beginnend mit “Locked In” — einer Kajakexpedition der Ultimative und wirklich tollen Bildern, über „When we were Knights“, das den Abschiedsbrief eines Skydivers darstellt, bis hin zu „The Adventures of the Dodo“, bei dem eine Crew einige Bigwallerstbegehungen auf Baffin-Island vornimmt und zeigt, dass man auch neben dem Sport eine Menge Spaß haben kann. Einzig „Flow” hätte man sich sparen können, das war in meinen Augen eher eine Selbstdarstellung des Sportlers als zu zeigen, was er denn so kann. Mag sein, dass er den „Flow“ beim Fahren spürt, nachvollziehen konnte man das anhand der Bilder leider nicht.

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Moni:
Bei der diesjährigen EOFT fand ich es super, dass die Filme alle lang genug waren, dass man sich reinfinden konnte. Das heißt nicht, dass man sich richtig reinfühlen konnte. Denn dafür müsste man selbst solche verrückten Sachen machen.
Es war eine gelungene Mischung aus Erfolg, Scheitern, Emotionen und der Realität — die man beim Schauen solcher Filme doch allzu schnell wieder vergisst. Den Flow, über den der Mountainbiker Harald Philipp am Anfang so lange gesprochen (aber nicht gezeigt) hat, habe ich beim diesjährigen EOFT aber leider nicht gespürt.
Am Ende sind für mich auch wieder ein paar Fragen offen geblieben: Wie haben sie das verlorene Paddel wieder erwischt? Wenn man 600 kg Eisen mit auf den Berg schleppt, wie viel hat man dann noch auf dem Rückweg und wie viel bleibt in der Wand? Warum genau haben sich Hils und Mark jetzt eigtl so verkracht? Soll die European Outdoor Film Tour nun eine Tour mit europäischen Outdoor-Filmen sein oder nur eine europäische Tour mit Outdoor-Filmen?
Und nicht zuletzt: Wie kommt man nur auf solche Ideen?
Aber vielleicht braucht’s dazu einfach nur eine Jamsession und ein bisschen Wein. “It’s the Dodo’s Delight, it’s the Dodo’s Delight…” *sing*

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