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Review: Die Feuerzangenbowle
Dunkel Hell

Review: Die Feuerzangenbowle

Wer hat Lust auf einen Filmklassiker? Am 07. und 08. Dezember präsentiert die USI den legendären Vorgänger von „Fack ju Göhte“. Die Streiche sind um einiges harmloser, die Schüler um Welten züchtiger, der Film in schwarzweiß und definitiv nicht in HD-Qualität, der Sound dröhnend. Doch Feeling ist garantiert. Die Rede ist von „Der Feuerzangenbowle“. 1944 im NS-Deutschland erschienen, verfilmt von Helmut Weiss nach der Romanvorlage von Heinrich Spoer, in der Hauptrolle der zur Zeit unserer Großeltern berühmte Heinz Rühmann. Der Inhalt des Streifens ist die Umsetzung einer bei Feuerzangenbowle – namensgebend für den Film – entstandenen Idee.

Der erfolgreiche Jungautor Dr. Johann Pfeiffer — „Pfeiffer mit drei f“ — fühlt sich beim Herrenabend im Wirtshaus ausgeschlossen. Die Trinkkumpanen sitzen zusammen und erzählen Anekdoten aus ihrer Vergangenheit. Erinnerungen an die gute alte Schulzeit werden ausgetauscht und über die Streiche gelacht. Alle schwelgen dahin. Nur Pfeiffer nicht, der kann bei den Anekdoten seiner Jungs nur zuhören, nicht mitreden. Er selbst hat nämlich „nur“ Privatunterricht genossen. Die Freunde sind geschockt, hat der Ärmste doch die beste Zeit seines Lebens verpasst. Kurzerhand wird beschlossen, dass der Hans das Versäumte nachholen muss. Die feuchtfröhlich entstandene Idee wird in die Tat umgesetzt: Den Schnauzer rasiert und die Haare gestutzt schlüpft Pfeiffer in die Schülertracht und zieht vom großen Berlin ins beschauliche Babenberg. Äußerst beliebt bei den Mitschülern ist er bei jedem Streich ganz vorne mit dabei. Dem Lehrer den Schuh stehlen, Zettel essen, damit er nicht gelesen werden kann, und — oh Schreck — eine nackte Frau an die Tafel zeichnen, gehören dazu.

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Er fühlt sich pudelwohl in seinem „neuen“ Leben und selbst seine schöne Freundin kann ihn nicht nach Berlin zurücklocken. So holt er alles nach, was neben dem Unterricht und dem Lernen die Schulzeit ausmacht. Zu Recht steht in weißer Schreibschrift im Vorspann geschrieben: „Dieser Film ist ein Loblied auf die Schule, aber es ist möglich, dass die Schule es nicht merkt.“

“Pfeiffer mit drei f”
– DR. JOHAN PFEIFFER IN “DIE FEUERZANGENBOWLE”

Der nach dem alkoholhaltigen Heißgetränk benannte Streifen ist ein Klassiker zur Weihnachtszeit und gehört fast zur Allgemeinbildung. Genau aus diesem Grund ist er sehenswert. Jeder sollte die Feuerzangenbowle gesehen haben. Der Schabernack, den Pfeiffer und Mitschüler zum Besten geben, ist den einen oder anderen Schmunzler wert, mehr jedoch nicht. Im Gegensatz zu den Dingen, die sich Schüler heutzutage erlauben, sind die Streiche in “Die Feuerzangenbowle” harmlos und der Humor bieder. Amüsant ist die Aussprache und die Person des Professor Crey, der verzweifelt versucht, „de settliche Reife“ unter seinen Schülern zu verbreiten. Und auch die zurückhaltenden Annäherungsversuche zwischen dem Hans und der Eva sind herzerwärmend. Jedoch hat der Streifen auch einige langatmige Stellen, die schlicht zu sehr ausgespielt werden. Trotzdem kann man dem Film wegen seines Retro-Charmes etwas abgewinnen.

Das Feuerzangenbowle-Kinomenü
Wie schon im Namen verewigt, darf die Feuerzangenbowle nicht fehlen – nach der dritten Tasse kann man dann auch über die etwas ausgelaugten Schülerstreiche und Professor Crey lachen. Der Verzicht darauf ist nicht zu empfehlen. Der Film gehört zusammen mit Plätzchen, Lebkuchen und Spekulatius in die Adventszeit. Für Weihnachtsmuffel ist ganz klassisch Popcorn die Alternative.

Feuerzangenbowle- Trinkspiel
Für Klassenclowns
Ein „Schlock“ pro komisch ausgesprochenem Wort von Professor Crey

Für Lausmädles und Lausbuben
Pro Schülerstreich eine Tasse Feuerzangenbowle

Für Streber
„Enen winzigen Schlock“ für jedes Mal, wenn das Wort Feuerzangenbowle fällt

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