Schließen
Bamberger Kowi-NC vom Kultusministerium kassiert

Bamberger Kowi-NC vom Kultusministerium kassiert

In einem Gespräch mit OTTFRIED am vergangenen Freitag, den 27. Oktober 2017, erklärte Vizepräsident Prof. Dr. Frithjof Grell, wie es zur Notlage im Fach Kommunikationswissenschaft kam.
Titelbild: Einführungsveranstaltung der Kowi “Das Mediensystem der BRD” am 25.10.2017 in der Aula
Foto: Ludwig Hagelstein

Zum Ausnahmezustand im überfüllten Studiengang Kommunikationswissenschaft hat sich der Vizepräsident der Universität, Prof. Dr. Frithjof Grell, geäußert. „Wir haben 411 Studienanfänger, das liegt erheblich über den Kapazitäten“, sagte er am Freitag in einem Gespräch mit OTTFRIED. Ausgelegt ist der Studiengang eigentlich für 112 Erstsemester, die jetzige Zahl entspricht dem 3,6-Fachen. Zurückzuführen sei dieser Umstand auf zwei Faktoren: die Abschaffung des Pflichtpraktikums als Zulassungshürde und das Wegfallen des Numerus Clausus. Ein Praktikum war schon im letzten Sommersemester nicht mehr nötig gewesen, „aus fachlichen Gründen“. Durch die Einführung des Mindestlohns sei es für Bewerber immer schwieriger geworden, einen Platz zu bekommen.
„Dass der NC jetzt auch noch fällt, hat keiner wissen können“, sagte Grell. Diese Entscheidung läge beim Kultusministerium. Dort habe man den Antrag des Kowi-Instituts auf Weiterverwendung eines NC abgelehnt. Laut Grell liegt das daran, dass die Kapazitäten des Instituts im vergangenen Jahr nicht ausgelastet waren. Zu wenige Studienanfänger hätten sich beworben, als dass das Ministerium ein Zulassungsverfahren genehmigt hätte. „Die Hochschule selbst hat darauf keinen Einfluss.“ Damit widerspricht der Vizepräsident dem Gerücht, die Universität habe absichtlich die Studierendenzahlen erhöhen wollen, um mehr Zuschüsse zu bekommen. „Keine Universitätsleitung, und auch diese nicht, kann an den Zahlen und am Ministerium vorbei einen NC abschaffen.“
Jetzt müsse man das Beste aus der Lage machen: „Eine große Zahl an Studierenden hat sich so einen Studiengang aussuchen können, den sie sonst vielleicht nicht hätte studieren können.“ Er gehe davon aus, „dass auch die Studierenden lernen, ihrer eigenen belastenden Situation zunehmend distanzierter gegenüberzutreten und die Freiräume nutzen, die ihnen die Studiengangsarchitektur bietet.“
 
Ein Statement des Instituts für Kommunikationswissenschaft wird in der nächsten Woche erwartet.
So sieht der NC für den Studiengang Kommunikationswissenschaft an anderen deutschen Universitäten aus.
Grafik: Larissa Günther
Schließen