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So nah, so grün, so unbekannt: Thüringen

So nah, so grün, so unbekannt: Thüringen

„Thüringen, Thüringen, Thüringen ist eines von den schwierigen Bundesländern, denn es kennt ja keiner außerhalb von Thüringen.“ So singt es der Kabarettist Rainald Grebe in einem seiner Lieder. Falls es dir genauso geht, muss das jetzt geändert werden. Dieses Bundesland bietet viel zu entdecken und ist eine echte Alternative zu anderen deutschen Urlaubsregionen. Wenn du dich kurzfristig entschließt, dem Uni‐Stress zu entfliehen, dann fahr nach Thüringen. Mit dem Zug sind es bis in die Landeshauptstadt Erfurt nur knapp 45 Minuten! Hier gibt’s fünf Tipps für eine Reise dorthin.

Foto: Maximilian Mayer

1. Entdecke deinen Sinn für Geschichte und Kultur!

Wer kulturell interessiert ist, der kommt in Thüringen voll auf seine Kosten. Die Stadt Weimar steht dabei klar an vorderer Stelle. Die Kulturstadt Europas von 1999 war der Ort, wo die Weimarer Republik begründet wurde. Hierbei wurden wichtige demokratische Grundrechte wie die Presse‐ und Versammlungsfreiheit aber auch das Frauenwahlrecht eingeführt, welche bis heute Bestand haben. Weimar war aber schon in den Jahrhunderten davor ein geistiges Zentrum. Goethe wirkte in der Stadt jahrzehntelang. Neben zahlreichen klassischen Gebäuden ist vor allem ein Besuch von Goethes Gartenhaus in der Naturidylle zu empfehlen. Außerdem steht ein großes Goethe‐Schiller‐Denkmal auf dem Theaterplatz, direkt vor dem Nationaltheater.

Neben der Nationalversammlung feiert auch das Bauhaus 2019 sein 100‐jähriges Jubiläum. Dazu lohnt sich ein Besuch im Bauhaus‐Museum. Wer Lust bekommen hat, Weimar zu besuchen, sollte sich unbedingt die weimar card besorgen. Mit dieser erhält man in Museen und Ausstellungen Rabatte.

Schnell vergehen die Stunden in Weimar, doch es wäre schade, die kulturellen Schmankerl in anderen Städten zu verpassen. Aus diesem Grund: Besuche die Landeshauptstadt! Schlendert man durch Erfurt, überquert man auch die Krämerbrücke. Hier stehen schmucke Fachwerkhäuser, die an Bamberg erinnern. Die Altstadt mit ihren schmalen Gassen und der Dom bieten an, hier zu verweilen.

Auch die zahlreichen Burgen und Schlösser mit ihrer eigenen Mythen‐ und Sagenwelt laden zu einem Besuch ein. Das Muss auf jedem Trip ist die Wartburg in Eisenach. Das UNESCO‐Welterbe war der Wohnort der heiligen Elisabeth und für Martin Luther ein Zufluchtsort, an dem er das Neue Testament übersetzte. Ein Geheimtipp ist außerdem die Leuchtenburg. Die mittelalterliche Burganlage besitzt die weltweit erste Porzellan‐Kirche, die durch ihre architektonische Raffinesse besticht.

2. Pack die Wanderstiefel ein, es geht ins Grüne!

Wer sich den Prüfungsstress aus den Beinen wandern möchte, der muss nicht erst in die Berge fahren. Gar nicht weit von der fränkischen Grenze entfernt liegt ein Teil des weit bekannten Rennsteigs. Der knapp 170 Kilometer lange Höhenweg durchquert Gebiete des Thüringer Waldes, des Thüringer Schiefergebirges und auch einen Teil des Frankenwaldes. Der Rennsteig hat als Wanderstrecke Tradition und ist trotz seiner Bekanntheit nicht zu sehr überlaufen. Auf seinem Weg durch Wald und Wiesen durchquert er einige Orte, in denen sich leicht eine Pension zur Übernachtung findet. Doch es gibt auch zahlreiche Wander‐ und Schutzhütten, in denen man übernachten kann. Neben diesem Weg gibt es auch andere Wanderstrecken in Thüringen, die sich lohnen. Sehr zu empfehlen ist die SaaleHorizontale, die sich 72 Kilometer durch das mittlere Saaletal schlängelt. Der Weg bietet einen beeindruckenden Blick auf Burgen und Schlösser und ist durch seine Beschaffenheit sehr abwechslungsreich.

3. Hau dir den Magen voll!

Und jetzt alle: „Thüringer Klöße, die mag ich sehr. Sie schmecken mir am besten.“ Ja, an Kloß‐Fritz und sein Lied „Thüringer Klöße“ komme ich an dieser Stelle nicht vorbei. Und wirklich: Du solltest eine Thüringer Gaststube besuchen und dieses Kartoffelprodukt bestellen. Entweder einfach mit Soße oder auch gerne mit Rotkohl und Rouladen. Die Küche in Thüringen zeichnet sich durch ihre deftigen Speisen aus. Dazu zählt auch die Bratwurst. Doch diese unterscheidet sich von Region zu Region und dabei stellt sich oft die Frage: Mit Kümmel oder ohne Kümmel?

Insbesondere in den Städten Erfurt und Jena gibt es aber einige Läden, die für ihre fleischlosen Gerichte bekannt sind. Zu empfehlen sind hierbei im Zentrum von Jena der Laden Fritz Mitte, die mit ihren Pommes und unterschiedlichen Mayonnaisen beeindrucken und Burger Green, die ihre leckeren Hanf‐Burger anbieten.

4. Lebe den Partyrausch!

Wer abends ausgehen möchte, der findet seine Location. Auch in Sachen feiern stechen Jena und Erfurt hervor. Für Tanzwütige sind die Clubs Cosmopolar und Musikpark in Erfurt die richtige Adresse. Zudem ist die Erfurter Altstadt ein guter Start, um abends in Kneipen und Bars zu gehen.

In Jena ist das Kassablanca die Empfehlung, wenn es um Partys geht. In diesem alternativen Club direkt am Westbahnhof werden neben House/Techno und Hip‐Hop die unterschiedlichsten Musikrichtungen bedient. Das „Kassa“ ist umgeben von einem jungen und studentischen Flair. Wer es etwas gemütlicher mag, der geht in Jena einfach in eine der zahlreichen Kneipen, die sich vor allem in und um die Wagnergasse befinden.

5. Nur für dich: Noch zwei Empfehlungen!

Wer die studentische Atmosphäre in Bamberg mag, der wird Jena lieben. Mit über 23 000 Studierenden bei knapp unter 110 000 Einwohner ist Jena eine richtige Studentenstadt. Und das merkt man. Es gibt viele spannende Sozialprojekte und das Nachtleben ist vorrangig studentisch geprägt. Aber auch tagsüber kann man viel erleben. Der Paradiespark in Jena lädt zum Entspannen ein und die vielen Cafés zum Verweilen.

In Thüringen gibt es auch einige Brauereien, aber sie können zahlenmäßig nicht mit Bamberg und dem Bamberger Land mithalten. Doch trotzdem wartet hier ein echtes bieriges Highlight auf dich. Inmitten von Wiesen und Bäumen befindet sich der kleine Ort Singen. In diesem gibt es die kleine Museumsbrauerei Schmitt, welche unter Denkmalschutz steht. Dort wird das Bier noch komplett handwerklich gebraut. Zum Genießen gibt es Pils und Weizenbier, saisonal auch ein Bock. Ein Besuch im idyllischen Biergarten der Brauerei lohnt sich, zumal der Brauer selber mit seiner Art ein absolutes Unikat ist.

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