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Kafka, Sex und eine grüne Fee

Kafka, Sex und eine grüne Fee

ZEHN TIPPS FÜR EIN WOCHENENDE IN PRAG

Prag ist ein bisschen wie Bamberg – nur auf tschechisch. Die Altstadt hat noch mehr malerische historische Häuser, statt Unterer Brücke schlendert man hier über die Karluv most, das Bier ist billiger und die Clubdichte wesentlich höher. Als Bamberger Student ist ein Wochenendtrip nach Prag also eigentlich obligatorisch. Mit dem Fernbus direkt vom Bahnhof ist man innerhalb fünf Stunden für unter 20 Euro in der tschechischen Metropole, die auch die Goldene Stadt genannt wird – zu Recht. Diese 10 Dinge sollte man sich als Bamberger Student in Prag auf keinen Fall entgehen lassen.
Foto: Larissa Günther

  1. Die Karluv most, die Karlsbrücke, bildet das Herz der Stadt und verbindet den ehemaligen Königspalast mit der bürgerlichen Seite der Stadt. Sie ist eine der ältesten Steinbrücken Europas und Sommer wie Winter überfüllt mit Touristen und denjenigen, die den Touristen das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Trotzdem lohnt sich der kurze Spaziergang über die Moldau: Der Blick auf die historische Altstadt und die Brückentürme ist sowohl tagsüber als auch nachts wirklich malerisch.

  2. Über die Karlsbrücke gelangt man in die wunderschöne, historische Altstadt, wo sich Bars, Süßwarengeschäfte und Souvenirshops aneinanderreihen. Besonders sehenswert ist hier das Altstädter Rathaus mit seiner astronomischen Uhr. Zu jeder vollen Stunde gibt die Uhr eine regelrechte Aufführung: Zuerst erscheint der Tod in Form eines Skeletts, danach die zwölf Apostel, abschließend kräht ein Hahn.

  3. Will man Prag von oben bewundern, empfiehlt sich ein Abstecher zum Aussichtsturm auf dem Petrin-Hügel. Der knapp 60 Meter hohe Turm erinnert stark an sein Pariser Pendant und wurde anlässlich einer Industrieausstellung Ende des 19. Jahrhunderts als Nachbau des Eiffelturms gebaut. Von hier hat man wohl den besten Ausblick auf Prag und weit darüber hinaus.

  4. Ist man schon mal auf dem Petrin-Hügel, kann man gleich noch einen Abstecher zum Spiegelkabinett machen, das direkt neben dem Aussichtsturm liegt (Es gibt übrigens ein billigeres Kombiticket für Turm und Spiegelkabinett). Die Verzerr-Spiegel, die im Anschluss auf das Spiegellabyrinth folgen, machen zwar keine gute Figur, dafür aber umso bessere Laune.

  5. Wer genug von den unzähligen wunderschönen historischen Häusern hat, die sich in Prag über die komplette Innenstadt erstrecken, kann sich auch modernerer Architektur zuwenden: Das tanzende Haus am Ufer der Moldau ist ein abenteuerlich schiefes Bürogebäude, das in den 90er Jahren hitzige Diskussionen zwischen Prager Ästheten und Architekten hervorrief. Ob die ausgefallene Bauweise wirklich eine Verschandelung der historischen Altstadt ist, mag dahingestellt sein – beeindruckend ist es auf jeden Fall.

  6. Studenten, die schon immer einmal den Schriftsteller näher kennen lernen wollte, dessen wirre Werke sie noch zu Schulzeiten gequält haben, sind im Franz Kafka Museum genau richtig. Direkt neben der Karlsbrücke erfährt man alles über den deutschsprachigen Autor, der fast sein komplettes Leben in Prag verbrachte. Für weniger Literaturbegeisterte liegt gleich nebenan ein winziges Café mit der besten heißen Schokolade der ganzen Stadt.

  7. Zwischen unzähligen Bars, in denen das Bier immer noch billiger und die Drinks noch hochprozentiger sind, gibt es eine, die man unbedingt besuchen sollte: Die Absintherie. Schon von außen sieht die Bar mit den grün leuchtenden Absinth-Schildern gefährlich aus. Drinnen kann man auf gemütlichen Sesseln und Sofas so ziemlich alles bestellen, was Absinth enthält. Von Absinth-Cocktails über Absinth-Eis bis hin zu absinthhaltiger Schokolade – hier kommen Liebhaber des giftgrünen Getränks voll auf ihre Kosten. Vor allem ist der Thjuongehalt in den meisten Getränken der Absintherie wesentlich höher als in dem Absinth, den man in deutschen Supermärkten findet. Thjuon ist jene Absinth-Zutat, der eine halluzinogene Wirkung nachgesagt wird. Diese soll schon bei manch einem Absinth-Genießer zum Erscheinen der berüchtigten grünen Fee geführt haben.

  8. Nach dem Genuss von zwei oder drei Absinth-Cocktails ist man dann in der richtigen Laune für einen kulturellen Abstecher der etwas anderen Art: Das Sexmuseum. Schon im Eingangsbereich wird in Hau-den-Lukas-Manier getestet, wie gut die eigenen Fähigkeiten im Bett einzuordnen sind, danach wird es bizarr: Neben Anti-Masturbationsgürteln und dem ersten Porno in der Geschichte kann man hier ebenso ausgefallene wie abartige Sexpraktiken begutachten und vor allem eine Menge Spaß haben.

  9. Prag hat nicht nur größere Brücken als Bamberg, sondern auch größere Clubs. Genau genommen die größte Diskothek Europas. So wirbt das Karlovy Lazne zumindest für sich selbst. Die fünfstöckige Disco hat von 90s bis Ballermannhits fast für jeden Musikgeschmack einen eigenen Dancefloor und dazu noch eine mehr als beeindruckende Getränkeauswahl. Der beste Club Prags ist das Karlovy Lazne bestimmt nicht – aber allein um behaupten zu können, in der größten Disco Europas gewesen zu sein, ist diese Location einen Besuch wert.

  10. Neben dem Sommer hat Prag vor allem im Dezember einen ganz besonderen Reiz. Die Stadt sieht mit schneebedeckten Dächern einfach zauberhaft aus und die Weihnachtsmarktdichte ist bemerkenswert hoch. Ist der erste Glühwein leer, ist man schon beim zweiten Weihnachtsmarkt angekommen. Besonders empfehlenswert ist der Markt auf dem Altstädter Ring. Hier gibt es neben zahllosen tschechischen Leckereien und dem größten Weihnachtsbaum der Stadt auch einen ganzen Streichelzoo mit Schafen, Eseln und Ziegen.

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