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Filmreview — The Girl on the Train

Filmreview — The Girl on the Train

Noch eine Verfilmung eines Beststeller-Romans. Dieses Mal ist es ein Thriller, in dem eine Alkoholikerin ungewollt Zeugin und zugleich Verdächtige eines Vermisstenfalls wird.
Titelbild: Bianca Taube

Da bereits der aus der Feder der britischen Autorin Paula Hawkins stammende Roman „The Girl on the Train“ ein Riesenerfolg war, sind die Erwartungen an den gleichnamigen Film entsprechend hoch. Wer jedoch das Buch gelesen hat, wird die Umsetzung zwar als zufriedenstellend, aber dennoch verbesserungswürdig beurteilen, da einige Szenen aus der Romanvorlage übergangen und der Verlauf der Geschichte leider etwas abgeändert wurde.

Der Film „The Girl on the Train“ handelt von Rachel, die nach der Scheidung nicht damit fertig wird, dass ihr Exmann eine Neue hat, und zwar diejenige, mit der er sie damals betrogen hat. Rachel lebt in einer Wohngemeinschaft außerhalb von New York. Der Grund, weshalb sie jeden Tag mit dem Zug pendeln muss. Doch Rachel verfällt dem Alkohol und verliert deshalb ihren Job. Damit niemand mitbekommt, dass sie entlassen wurde, fährt sie trotzdem jeden Tag nach New York. Auf dem Weg zur „Arbeit“ beobachtet sie während ihrer täglichen Fahrt ein scheinbar glückliches junges Paar, Megan und Scott, in deren Haus. Eines Tages bekommt sie mit, dass Megan einen fremden Mann küsst. Als dann herauskommt, dass Megan vermisst wird, geht Rachel mit dieser Information zur Polizei. Weil sie aber am Abend von Megans Verschwinden so viel getrunken hat, dass sie sich an nichts mehr erinnern kann, gerät sie selbst ins Visier der Ermittler. Rachel möchte die Sache nicht auf sich beruhen lassen kann und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln – was die Polizei aber zunehmend auf ihre Spur lenkt.

Foto & Bearbeitung: Lukas Reinhardt
Foto & Bearbeitung: Lukas Reinhardt

Zwar weicht die Handlung des Films stellenweise von der Romanvorlage ab, was Buchliebhaber enttäuschen könnte, dennoch überzeugt „The Girl on the Train“ als mitreißendes Spannungserlebnis mit unerwarteten Plot Twists. Hauptdarstellerin Emily Blunt trägt wesentlich zur düsteren Atmosphäre der Story bei und spielt die alkoholabhängige Exfrau beinahe zu überzeugend. Wer sich also für krasse Spannungsbögen und eine völlig verdrehte Auflösung am Ende begeistern kann, ist mit „The Girl on the Train“ bestens bedient. Einigen Zuschauern werden jedoch viele Parallelen zu „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ (2014) auffallen, da beide Filme mit derselben Atmosphäre, den gleichen Spannungselementen und einer ähnlichen Katharsis arbeiten. Dennoch ist der Film eine gelungene Alternative zu der schier endlosen Reihe generischer Marvel-Superhelden-Streifen.

Im Großen und Ganzen ist „The Girl on the Train“ ein optimales Abendprogramm.
Auch, wenn es nicht der erste oder einzige Film seiner Art ist, kann dieser mit einem gelungenen Gesamtpaket aus Spannung, Action und Liebe punkten, ohne als typische Hollywood-Sülze rüberzukommen.

Menü zum Film

Man benötigt etwas, das die Finger beschäftigt, denn es wird mit Sicherheit spannend! Schnappt euch also am besten ganz klassisch eine Packung Popcorn, mixt euch, wie Alkoholikerin Rachel, einen Gin Tonic und los geht’s.

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