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Filmreview — Greatest Showman

Filmreview — Greatest Showman

Ein junger Mann aus armen Verhältnissen, eine Frau aus reichem Hause an seiner Seite. Er versprach ihr sein Herz. Er versprach ihr die Welt. Er versprach ihr Wunder.
Titelbild: Ludwig Hagelstein

Ein Musical: Amerika, Mitte des 19. Jahrhunderts — das Jahrhundert der Industrialisierung. Auf der Suche nach Zauber und Anerkennung in dieser Welt träumt die Hauptperson, Phineas Taylor Barnum, seit klein auf davon, „The Greatest Showman“ zu sein. Doch der Weg zum Erfolg ist für ihn kein leichter. Immer wieder legt ihm das Schicksal Steine in den Weg. Barnum aber gibt seinen Traum niemals auf. An seiner Seite und stets unterstützend die Liebe seines Lebens: ein Mädchen namens Charity. Barnum bahnt sich seinen Weg durch das Leben, von der einen Tätigkeit zur nächsten, hält dabei seine Familie finanziell über Wasser – doch das reicht ihm noch nicht. Er strebt nach mehr: nach Erfüllung, Ruhm und Reichtum. Eines Tages hat er eine Idee: Barnum macht sich auf die Suche nach seltsamen, außergewöhnlichen, einzigartigen und diversen Menschen. Mit ihnen will er eine Show aufstellen, um dem Publikum etwas zu bieten, was es bisher noch nie gesehen hat. Wird Barnum seinen Zauber finden? Sind seine “Kuriositäten” überhaupt bereit dafür, vom Rande der Gesellschaft in das Spotlight der Manege gebracht zu werden? Und wie wird die Gesellschaft reagieren?

Die berührende Geschichte wird mit Songs wie „This Is Me“, “The Greatest Show” und “A Million Dreams” zu einem Musical-Erlebnis. Der Soundtrack wurde mehrfach nominiert und gewann den Golden Globe für „Best original song“ — und das berechtigt. Die Lieder wirken harmonisch und emotional. Zusätzlich zeichnet sich der Film durch seine Starbesetzung aus: Bekannte Schauspieler wie Zendaya, Hugh Jackman und Zack Efron zeigen, dass sie auch musikalisch einiges zu bieten haben.

Auch wenn der Film auf den ersten Blick wie ein Plädoyer für Toleranz und Diversität wirkt, gibt es einiges zu kritisieren. Das Musical spielt nach einer wahren Begebenheit und wird als Filmbiographie des Zirkuspioniers Barnum, der von 1810 bis 1891 lebte, vermarktet. Diesem wird zugeschrieben, die Geburt des Showbusiness eingeleitet zu haben. Seine Motivation dabei war jedoch weniger die Menschenliebe oder der Wunsch der Diversität, sondern vielmehr ein egoistisches Streben nach Geld. Die „Kuriositäten“, wie er sie nannte, waren nur das Mittel zum Zweck. Dieser Aspekt der wahren Begebenheit wird im Film kaum beleuchtet. Zum anderen dürfen im Film nur Barnum, sein jüngerer Geschäftspartner und eine wunderschöne, afroamerikanische Trapezsängerin ihre Geschichte erzählen. Die „Kuriositäten“ hingegen, die optisch von der ästhetischen Norm abweichen, treten nur im Kollektiv auf. Ihre Geschichte wird schlichtweg ausgeklammert.

Trotz einiger Schwächen und des fehlenden Tiefgangs ist “The Greatest Showman” ein spannender Film mit wunderschönen Liedern.  Wir empfehlen ihn allen Musical-Liebhabern, Träumern und denen, die eine mitreißende Geschichte mit Gänsehautmomenten zu schätzen wissen.

Trinkspiel:

Trinkt zu jedem Lied einen Kurzen. Alternativ bietet es sich an, immer bei dem Wort “Dream” / “Traum” einen Schluck zu trinken.

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