Schließen
Filmreview — Es

Filmreview — Es

Die Geschichte über einen Killer-Clown und wie er einer Gruppe Verlierern die Bedeutung der Freundschaft beibringt.
Titelbild: Ludwig Hagelstein

„Es“ hat letzten Herbst den erfolgreichsten Horrorfilm-Start aller Zeiten hingelegt und basiert auf dem 1986 erschienen Horror-Klassiker von Stephen King. Der Film erzählt die Geschichte von sieben Jugendlichen, die gegen das böse Monster „Es“ kämpfen müssen. „Es“ kann jede Gestalt annehmen, um die tiefsten Ängste seiner Opfer darzustellen. Seine Lieblingsform ist Pennywise, ein Clown, der sich von Angst und den Seelen von Kindern ernährt. Alle 27 Jahre taucht Pennywise in der Kleinstadt Derry auf und verbreitet sein Unheil. Als Erster fällt der kleine Georgie Pennywise zum Opfer. Sein großer Bruder Bill und die anderen Mitglieder des „Klub der Verlierer“ begegnen bei ihrer Suche nach Georgie immer wieder den verschiedenen furchteinflößenden Formen von „Es“. Die sieben Klubmitglieder sind alle Außenseiter und müssen sich neben einem Killer-Clown mit Problemen wie gewalttätigen Eltern, Krankheiten, Diskriminierung und Ausgrenzung auseinandersetzen.

Die Filmhandlung findet nicht wie im Originalmaterial in den 50er Jahren, sondern im Jahr 1989 statt und spart nicht an 80er Jahre-Nostalgie. Die Kinder müssen bei ihrer Recherche die Bibliothek der Kleinstadt durchforsten, sehen sich Dias an und auf ihren Kleidungsstil wäre jeder Hipster neidisch. Eine Bande Nerds, die auf ihren Fahrrädern durch eine amerikanische Kleinstadt fahren und ein großes, böses Etwas besiegen müssen, erinnert stark an die Netflix Serie „Stranger Things“. Auch dass Finn Wolfhard (Mike aus Stranger Things) im Film mitspielt, macht den Vergleich zulässig. Die Erwachsenen in Derry sind aber viel weniger besorgt um das Wohlbefinden ihrer Kinder als die in Hawkins.

Die Inszenierung des Films überzeugt. Die jungen Schauspieler verkörpern auf brillante Weise ihre Rollen und Bill Skarsgård spielt den Pennywise auf herrlich gruselige Weise. Die Spezialeffekte können sich sehen lassen und die Musik trägt zur mulmigen Atmosphäre des Films bei, ohne zu klischeehaft zu wirken. Allein, dass die Geschichte von Pennywise und seine Verbindung mit der Kleinstadt Derry nicht wirklich erklärt werden, ist ein bisschen enttäuschend. Hoffentlich wird diese in der Fortsetzung, die im September 2019 erscheinen soll, mehr beleuchtet.

„Es“ ist ein Horrorfilm für alle, die sich sonst eher nicht als Fans des Genres bezeichnen würden. Der Film enthält genug Elemente eines Coming-of-Age-Films, dass man vom Horror nicht überwältigt wird. Nachdem man diesen Film geschaut hat, kann es jedoch sein, dass man eine (ir)rationale Phobie vor roten Luftballons und Abwasserkanälen entwickelt.

Trinkspiel:

  1. Jedes Mal, wenn du vergisst, wie welcher Junge jetzt nochmal heißt, musst du einen Schluck trinken.
  2. Einen Shot für jeden roten Luftballon, den man zu sehen bekommt.

 

Schließen