leidenschaftlicher Mampfer. “Hamm!” Beim Bambus-Dinner macht er aus Prinzip nicht…
Einmal im Semester informiert die Studierendenvertretung (StuVe) in der studentischen Vollversammlung an der Uni Bamberg über ihre Arbeit. Neben grundlegenden Informationen und Fragen wie “Was ist die StuVe überhaupt?“, sollen auch Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements neben dem Studium aufgezeigt werden. Knapp 30 Studis haben dieses Semester am vergangenen Mittwoch, den 06. Mai 2026 an der studentischen Vollversammlung teilgenommen. Nicht im weiteren oder engeren Sinne bereits in der StuVe engagiert waren dabei gerade einmal drei Anwesende – darunter der Autor dieses Artikels. Anders gesagt: Es war niemand da. Die Veranstaltung ähnelte daher einer Generalprobe der VOLLversammlung. Dementsprechend wirkte besonders die Fragerunde ein wenig konstruiert und war vielmehr ein interner Austausch unter den bereits Engagierten, als ein Fragen von Interessierten. Zum Ende der Veranstaltung nach einer knappen Stunde blieben viele Getränke und Brezen vorne auf den Tischen liegen.
Potential freisetzen
Doch ein großer Schritt in Richtung einer gesteigerten Attraktivität studentischen Ehrenamtes in der StuVe wurde auf der Vollversammlung angeschnitten: Engagement könnte ab der nächsten Legislaturperiode des Studierendenparlaments (StuPa) mit einer Aufwandsentschädigung bezahlt werden. Große Hürden, wie fehlende Zeit und finanzieller Leistbarkeit freiwilliger Tätigkeiten neben dem Studium könnten damit zumindest ein Stück weit abgebaut. Potential für studentisches Engagement würde freigesetzt.
Voraussichtlich 50.000 Euro zur Verfügung
Dass die studentische Beteiligung und Mitbestimmung insgesamt eher dürftig ausfallen, ist ein bekanntes Problem. Dazu zählt auch das mangelnde Interesse an Hochschulpolitik und Mitbestimmung. Die Wahlbeteiligung bei den Hochschulwahlen der letzten Jahre lag seit der Einführung des StuPas konstant unter 20 Prozent. Die Aufwandsentschädigung für Engagement wurde auch in der Sitzung des StuPa’s am 07. Mai thematisiert. Ein “Antrag zur angemessenen Finanzierung studentischer Beteiligung” wurde von Felix Browarzik (PIKSI) vorgestellt und daraufhin diskutiert. Grundlage ist ein bereits im Januar von der Hochschulliste PIKSI eingebrachter Antrag. Im Vorfeld der Sitzung hatten sich wohl alle politischen Hochschulgruppen des StuPas (außer der RCDS) bereits ausgetauscht. Der entscheidende Punkt: Die Kanzlerin der Universität Bamberg, Dr. Dagmar Steuer-Flieser, habe für die Umsetzung bereits 50.000 Euro im Jahr aus dem Universitätshaushalt zugesagt. Damit könnte die StuVe monatlich knapp 4.200 Euro unter engagierten Studis verteilen. Für die Zukunft der StuVe wäre dies ein positiver Lichtblick.
Die Arbeit von StuPa und StuVe…
…kann im dafür angelegten Virtuellen Campus verfolgt werden. Dort sind unter anderem die Sitzungsprotokolle des StuPas und eingebrachte Anträge zu finden. Mehr Infos zur Arbeit der StuVe gibt es auch auf Instagram.
Wer bekommt die Kohle?
Auch wer in welcher Position letztlich wie viel Geld bekommen sollte, wird in dem Antrag thematisiert. Vorgeschlagen wird, möglichst viele und besonders die Positionen mit hohem Aufwand einzubeziehen. Zudem sei eine Staffelung sinnvoll. So wird bei repräsentativen Ämtern wie dem StuPa Vorsitz oder Sprecher*innenrat mit einem monatlichen Aufwand von knapp elf Stunden und einem “Stundenlohn” von 14 Euro gerechnet. Repräsentative Ämter seien dabei mit einem hohen Aufwand verbunden und sollten in Zukunft die Arbeit der StuVe noch besser steuern können, steht es im Antrag. Auch für Studis, die in Gremien mit “Mitbestimmungsrecht – Charakter” wie der Kommission für Lehre und Studierende oder der Zentralen Studienzuschusskommission entsandt werden, ist eine Aufwandsentschädigung vorgesehen. Hier betont der Antrag vor allem die Chance politischer Veränderung. Berücksichtigt werden soll bei dem zeitlichen Aufwand neben der eigentlichen Sitzungszeit auch eine zweistündige Vor- und Nachbereitung. Diese sei für die Berichterstattung an das StuPa nötig.
Verteilungsfrage sorgt für Diskussionsbedarf
Einfache StuPa-Mitglieder sollen laut Antrag nicht automatisch bezahlt werden. Zudem gibt es Unklarheiten bezüglich der verschiedenen Positionen in den teils sehr unterschiedlich organisierten Fachschaften. Wie konkret also das Geld in Zukunft verteilt werden soll, wird wohl noch weiter diskutiert werden müssen. Auch der Umgang mit einer möglichen Entschädigung von nicht geleisteter Tätigkeit wurde in der StuPa Sitzung angeschnitten. Eine Entsendung in ein Gremium, welches in Zukunft dann finanziell entschädigt würde, beinhaltet keine Anwesenheitspflicht an Sitzungen oder Rechenschaftspflicht. Geld könnte so theoretisch erschlichen werden.
Studi Umfrage betätigt Hürden eines Engagements
Die StuVe selbst ist sich des fehlenden Engagement längst bewusst. Im Vorfeld der Vollversammlung hatte sie eine Umfrage durchgeführt. Rund 50 Studierende haben an dieser teilgenommen . Dass fehlendes Engagement meist durch unzureichende Zeit und Kapazitäten begründet ist, wurde durch die Umfrage bestätigt. Niedrigschwelligkeit und Transparenz liegen vorne, wenn es um die Erwartungen an die StuVe geht. Dass Mitbestimmung auf der Liste der wichtigsten Themen im universitären Kontext von den befragten Studis auf dem letzten Platz landet, ist bezeichnend für die aktuelle Situation.
leidenschaftlicher Mampfer. “Hamm!” Beim Bambus-Dinner macht er aus Prinzip nicht mit, weil er einfach besser kocht.
