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Welche Mitbewohner has(s)t du?
Dunkel Hell

Welche Mitbewohner has(s)t du?

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  • Mitbewohner – eine Hassliebe, die niemals endet. Sie sind wie Familie: für einen da und gleichzeitig gehen sie einem auf die Nerven. Dabei gibt es verschiedene Typen von Mitbewohnern, die alle auf ihre Art nervig und liebreizend zugleich sind.

Der Putzteufel

Ordnung und Sauberkeit sind für den Putzteufel die allerhöchsten Tugenden. 24/7 ist er am Aufräumen – denn es darf nichts herumliegen. Dem Staub erklärt er den Krieg. Seine Waffen: Wedel und Wischmopp. Gestapeltes Geschirr kennt der Putzteufel nicht – nach jeder Mahlzeit lässt er seine schmutzigen Teller sofort wieder sauber im Schrank verschwinden. So hat alles einen festen Platz in der Wohnung, an dem er jeden Gegenstand sofort wiederfinden kann. Denn er hasst es, suchen zu müssen. Erwischt man ihn doch einmal beim Unordentlichsein, fühlt er sich ertappt und wird versuchen, sein Versagen zu rechtfertigen. Für seine Mitbewohner ist das Zusammenleben nicht immer ein Zuckerschlecken: Als Kontrollfreak überprüft der Ordnungsfanatiker, ob seine Mitbewohner seiner Vorstellung entsprechend aufräumen oder nicht. In besonders schweren Fällen lässt er sie sogar unter Aufsicht nachbessern.

Der Chaot

Was der Putzteufel am meisten hasst: den Chaoten. Denn wenn es etwas gibt, was diesen nicht interessiert, dann ist das der Zustand seiner Wohnung. Putzen? Aufräumen? Wird doch vollkommen überbewertet. Schmutzige Wäsche sammelt der Chaot nicht in einem Wäschekorb, sondern stapelt sie in kunstvollen Haufen auf dem Boden – gerne auch mit sauberer Wäsche vermischt. Seine Regale sind bedeckt mit Staubschichten und auf den Gedanken, mal den Raum zu lüften, kommt er selten.
In der Spüle stapelt sich das Geschirr und aus dem Kühlschrank dringt ein besorgniserregender Gestank. Denn der Chaot vergisst gerne mal, das Verfallsdatum zu checken. Stören lassen sich seine Mitbewohner davon aber nicht. Im Normalfall gehören sie schließlich selbst diesem Typus an. Denn wer würde sonst in die Wohnung eines solchen Chaoten einziehen?

Der Egozentriker

Wie der Name schon sagt, ist das größte Problem des Egozentrikers, dass er einfach verdammt egoistisch ist. Er scheint völlig ohne Schamgefühl durch die Welt zu schreiten und nimmt selten Rücksicht auf seine Mitmenschen. Besonders schwierig wird das Leben mit dem Ego dann, wenn er einen anderen Tagesrhythmus als seine Mitbewohner hat. Dann kann es nämlich passieren, dass er mitten in der Nacht zu kochen beginnt, mit dem Geschirr klappert und dadurch seine lieben, schon schnarchenden Mitbewohner weckt; oder dass er morgens zum Joggen das Haus verlässt und dabei lautstark die Tür zuschlägt. Generell kann man nichts gegen den Egozentriker tun – denn sein eigenes Wohl steht immer vor dem der anderen. Ist doch auch klar, denn er ist King. Scheiß auf die anderen.

Der Partylöwe

Der Fokus des Partylöwen liegt darauf, das sogenannte Studentenleben so weit auszukosten, wie es nur möglich ist. Keine Party geht an ihm vorbei und es gibt keine WG in der City, deren wilde Party oder entspannte Afterhour er noch nicht besucht hat. Folglich sieht man diese Spezies selten vor 14 Uhr in der Uni.
Gegen 12 Uhr mittags sieht man den Partylöwen regelmäßig zum Gefrierfach huschen. Entweder kommt er dann verkatert aus dem Bett oder er betritt gerade zum ersten Mal nach einer Party die Wohnung. Der Weg zum Gefrierfach erfüllt dem Partylöwen den Traum der Tiefkühlpizza, die ihm schon seit drei Uhr morgens im Kopf herumschwirrt. Dennoch kann man sich nie sicher sein, ob die Pizza tatsächlich ihren Weg in den Magen findet. Wenn doch, bleibt es fraglich, wie lange sie dort verweilen wird. Falls der Partylöwe gerade nicht im Stroboskoplicht abfeiert, findet man ihn in einem Café sitzend vor einem doppelten Espresso. Dabei erzählt er seinen Freunden leidenschaftlich von den legendären Erlebnissen der letzten Nacht.

Der Eigenbrötler

Der Eigenbrötler ist ein wahrer Künstler darin, seine Existenz so gut wie möglich unter Verschluss zu halten. Für ihn käme es unter keinen Umständen infrage, seinen Wohnraum zu teilen – selbst wenn er dadurch eine Menge Geld sparen könnte. Für ihn das höchste Gut: seine Privatsphäre, die er für nichts auf der Welt aufgeben würde. Allein die Vorstellung, neben der Uni auch noch in den eigenen vier Wänden mit den belanglosen Problemen anderer konfrontiert zu werden, führt zu ersten Herpesbläschen an seiner Lippe. Als von seinen Eltern vergöttertes Einzelkind musste der Eigenbrötler nie lernen, zu teilen oder richtig mit Geld umzugehen. Denn seine Eltern standen ihrem Sprössling nicht nur mit Rat und Tat, sondern auch mit ausreichend Geldscheinen zur Seite.

Der Überengagierte

Fragt man den Überengagierten, was in seinem Leben momentan so läuft, folgt ein langer Monolog über seine vielen Aufgaben und Verpflichtungen. Er macht zwanghaft immer und überall mit, da er ständig neue Ventile für seine angestaute Energie braucht. Aber vermutlich ist er einfach auf paranoide Art und Weise darauf bedacht, seinen Vorzeige-Lebenslauf zu perfektionieren. Zudem ist er im Vorstand von mindestens einer Hochschulgruppe, Mitglied des Karnevalvereins seiner Heimatstadt und leidenschaftlicher Unterstützer von Amnesty International. Außerdem ist er Teil der National Model United Nations Delegation, Werkstudent und geht täglich mindestens eine Stunde Joggen. Denn ohne Sport könnte er einfach nicht existieren. Wenn er nicht gerade mit der Planung seiner Karriere beschäftigt ist, macht er das zwanzigste Praktikum oder gräbt in einem Entwicklungsland einen Brunnen. Die restliche Zeit vertreibt sich der Überengagierte mit romantischen Candlelight-Dinnern in seiner perfekten Langzeitbeziehung.

Der Heimscheißer

„Zuhause ist es doch am schönsten“ – diese Weisheit hat der Heimscheißer so verinnerlicht, dass er jedes Wochenende nach Hause fahren MUSS. Wirklich jedes. Dabei wird die Zeit zuhause so lange wie möglich ausgedehnt, sodass er erst dienstagfrühs, kurz vor der ersten Lehrveranstaltung, nach Bamberg zurückkehrt und seine letzte Vorlesung am Donnerstagnachmittag zehn Minuten eher verlässt, um den Zug nach Hause zu erwischen.
Einen Freundeskreis sucht sich der Heimscheißer in seiner neuen Stadt erst gar nicht, da er im Heimatort ohnehin seinen Verein und seine Freunde hat. Die alten Freunde aus dem Dorf warten sehnsüchtig auf seine Heimkehr, um jedes Wochenende erneut in dieselbe Disco zu gehen, in die man sich schon mit 15 gemogelt hat.
Kommt er gerade von zuhause, dann meistens mit tonnenschweren Provianttaschen seiner Mutter, die ihn – aufgrund seiner mangelnden Kochkenntnisse – vor dem sicheren Hungertod bewahren.

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