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Der Mensaküche Würze verleihen
Dunkel Hell

Der Mensaküche Würze verleihen

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  • Am vorletzten Tag der Vorlesungszeit lief der Mensabetrieb mal anders als gewohnt: Studierende der Psychologie arbeiteten im Rahmen eines Seminars ein gesundes sowie schmackhaftes Menü aus und standen schließlich selbst kochlöffelschwingend in der Großküche der Feki.

Vorspeise: cremig-mild. Hauptspeise: knackig-frisch. Smoothie: fruchtig-aromatisch. Davor, währenddessen und danach motivierte Studierende, die den Kochlöffel schwingen und unter Eigenregie die Energiespeicher ausgehungerter Prüfungsgeplagter füllen.
Unter der Leitung von Dr. Christina Stötzel hat eine Gruppe Studierender im Rahmen des Psychologieseminars „Gesundheitsmanagement am Arbeitsplatz“ ein ausgewogenes Menü entworfen, das in der letzten Semesterwoche auf dem Speiseplan der Feki-Mensa stand.
Ziel des Seminars war es, die Teilnehmenden einerseits für eine gesunde und bewusste Ernährungsweise zu sensibilisieren und ihnen andererseits einen Blick hinter die Kulissen einer Großküche zu ermöglichen.

Alles selbstgemacht

Nach drei Sitzungen, die speziell der Vorbereitung dienten, standen sie heute zusammen mit dem regulären Mensapersonal ab sieben Uhr in der Früh in der Küche, um zu schnippeln, zu braten, vorzukochen und anzurichten. Auf dem selbstentworfenen Speiseplan standen als Vorspeise Gurken-Dill-Cremesüppchen, zum Hauptgang mediterranes Gemüse an Couscous und optionalem Hähnchenspieß, abgerundet von einem Beerensmoothie. „Lecker!“, so das Urteil von Dr. Christina Stötzel, der es wichtig war, ihre Schützlinge aktiv in den Gesamtprozess mit einzubinden. Das gesamte Seminar hat ihr Freude bereitet, da sich die Truppe, die ausschließlich aus weiblichen Studierenden bestand, engagiert und kreativ eingebracht habe.

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In Pfannen so groß wie Badewannen
und mit Kochlöffeln wie Schneeschaufeln

Die Studierenden waren selbst überrascht, wie viel Vorausplanung auf verschiedensten Ebenen nötig ist: Das Ausarbeiten eines qualitativ hochwertigen (aber dennoch zu einem studierendenfreundlichen Preis zu erwerbenden) Menüs, die Mengenkalkulation, die Auseinandersetzung mit Hygienevorschriften, das Aufteilen der Arbeitsschritte und das richtige Zeitmanagement in der Zubereitung. „In Pfannen so groß wie Badewannen und mit Kochlöffeln wie Schneeschaufeln“, so schildert Seminarteilnehmerin Friedericke Krauss.

Das Thema Fleischkonsum wird häufig hitzig diskutiert. Nicht nur in Ottfriedglossen, sondern auch bei den jungen Köchinnen. Sollte zunächst nur ein vegetarisches Menü kredenzt werden, wurde sich im Laufe der Überlegungen für eine zusätzlich wählbare Fleischkomponenten entschieden. Denn „gesunde Ernährung bedeutet nicht automatisch fleischlose Ernährung“, so Martin Zielke, Vertreter des Studentenwerks Würzburg. Ursprünglich sollten nun Bio-Hähnchenspieße angeboten werden. Doch im Zuge der Kostenkalkulation wurde erneut umgeschwenkt. Die Befürchtungen keine Abnehmer zu finden, würde der Hauptgang 5,20€ statt 3,05€ kosten, war zu groß, sodass nun Fleisch ohne Biosiegel auf den Tellern landete.

Vegetarischer Speiseplan im Markushaus

Insgesamt wurde das Projekt wohlwollend angenommen. Den Studierenden selbst hat es geschmeckt: „Besser als sonst, für Mensa nicht schlecht. Der beerenrote Smoothie ist klasse. Hätte ich mich nur nicht für ein weißes T‑Shirt entschieden.“ Nach getaner Arbeit und mit vollen Bäuchen sind sich Mensaangestellte, Seminarteilnehmer und Kantinenbesucher einig: „Gerne wieder, eine tolle Aktion!“
Über den Tag hinaus hat das Seminar zur Folge, dass in der Cafeteria am Markushaus ab kommendem Wintersemester erst einmal nur noch vegetarische Kost zu Mittag serviert wird, denn die findet dort größeren Absatz, wie man bei Recherchen für die Aktion herausfand.

Martin Zielke vom Studentenwerk Würzburg mit uns im Gespräch.

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