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“Eine moralische Pflicht”
Dunkel Hell

“Eine moralische Pflicht”

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  • Erneut hatten sich am Samstagmorgen rund 1000 Bamberger auf dem Maxplatz versammelt, um für eine bunte und tolerante Stadt zu demonstrieren. Anlass war eine angekündigte Kundgebung von 40 Rechtsextremen gewesen, die dort gegen “Asylmissbrauch” protestieren wollten. Auch der Ottfried war dabei und hat mit einigen der Gegendemonstranten gesprochen.
Anna-Maria (21), Christina (21) und Laura (23)

„Wir waren gestern Abend beim Poetry Slam und haben mitbekommen, dass heute Rechte in die Stadt kommen. Da wollten wir einfach demonstrieren, dass die Menschen hier dagegen sind, und Präsenz zeigen gegen intolerantes Gedankengut. Es ist gut, dass es in Bamberg so etwas wie die Gegendemonstration gibt!“

Semih (18) und Noram (18)

„Wir wollen uns gegen Nazis und gegen Rassismus einsetzen. Es ist eine moralische Pflicht, Menschen in Not zu helfen. Man sollte Flüchtlingen einen Neubeginn ermöglichen und sie dabei so gut unterstützen, wie man kann!“

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Johanna Lerke (24), studentische Senatorin

„Ich habe mich gefreut, dass trotz der Prüfungsphase doch relativ viele Studierende dabei waren. Mit uns zusammen studieren auch ehemalige Asylbewerber – da ist es auch eine Frage der Solidarität, heute hier zu sein. Ich hätte mich gefreut, wenn auch die Universitätsleitung ein Zeichen gesetzt hätte und zur Demonstration erschienen wäre.“

Judith (20), Hannah (24), Lotti (20) und Lena (22)

„Wir standen natürlich die ganze Zeit in der ersten Reihe! Die Nazis waren mickrig. Ein lächerlicher Haufen. Sie haben es nicht einmal geschafft, ihre Fahne zu schwenken. Es ist toll, dass die Gegendemonstration so bunt gemischt ist.“

Mirjam Rosenthal, Change e.V.

„Es ist schön, dass so viele da waren. Das hat gezeigt, dass wir in Bamberg keinen Platz für Intoleranz haben. Ich hätte aber gern noch ein bisschen kreativere Ideen – man könnte ja mal tanzen, nicht immer nur dieses In-Gruppen-Stehen und Sich-Gegenseitig-Anbrüllen.“

Werner Schnabel, Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus (Organisator der Gegendemonstration)

„Ich bin seit der Gründung des Bamberger Bündnisses gegen Rechtsextremismus dessen Sprecher. Damals war ich Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bamberg, der ja auch von Anfang an antifaschistisch war. Als ich in der Schule war, waren noch die Hälfte der Lehrer alte Nazis. Es war auch die Zeit des Auschwitz-Prozesses 1961. So habe ich angefangen, mich als Juso zu engagieren. Heute ist das gut gelaufen, es waren viele Leute da.“

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