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The Show must go on
Dunkel Hell

The Show must go on

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  • Nach der erfolgreichen Impro-Soap “Gutes Bamberg, Schlechtes Bamberg” kommt mit “Tarte d’Ort Bamberg” ein weiteres TV-Format auf die Bühne. Wir sprachen mit den Schauspielern Felix Forsbach und Andreas Böhler darüber, wie es dazu kam.

Thema: Sex & Crime. Setting: Der Umsonstladen. Zeit: 7.5.14, 19.40 Uhr. Ziel: Eine der erfolgreichsten deutschen Soaps in Bamberg lokalisieren. Mitwirkende: Studierende, Dozierende, Berufsschauspieler und Arbeitstätige. Eintrittspreis: Auf Spendenbasis. Plot: Wird sich schon ergeben.

„Wir wollten, dass sich alles beim Spielen entwickelt“, erklärt Felix. „Vorher ausgedacht haben wir uns nur die Charaktere. Also, was gehört ins Bamberger Stadtbild? Brauereien, Studierende, Antiquitätenhändler, Gärtnereien, Priester.“ Die größten Unterschiede zu klassischem Improvisationstheater sind wohl, dass die Schauspieler ihre Rollen nicht nur für wenige Minuten haben, sondern über Wochen hinweg. Außerdem gibt es keine Proben, um die Handlung nicht ungewollt fortzusetzen. Diese entwickelt sich in 8 Folgen pro Staffel und zwei Episoden à 35 Minuten pro Abend. Schnitte und Akzente setzt der Moderator, der auch für die Gestaltung der „Werbepausen“ zuständig ist. Welches Produkt im Laden dabei beworben werden soll, entscheidet das Publikum. Doch auch während der Folge werden Vorschläge und Ideen der Zuschauer vom Moderator entgegengenommen und von den Schauspielern in die Handlung eingebaut.

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Das Modell GBSB mit seinem interaktiven Konzept kam so gut an, dass die Interpreten von den immer höheren Zuschauerzahlen richtiggehend überrascht wurden. Die Intrigen, Romanzen und Alltagsdramen rund um den smarten Überlebenskünstler Ronny, der schwangeren BWL-Studentin Quirina, des zwielichtigen Antiquitätenhändlers Adalbert von Wixenstein und ihren lieben Mitmenschen lockte immer mehr Publikum an, bis sogar Zuschauer weggeschickt werden mussten, weil der Raum zu klein wurde. Um die etwa 80 Zuschauer weiterhin unterhalten zu können, zog das Ensemble im Oktober für die zweite Staffel ins Kaufhaus KreisLauf um.

Foto: Jürgen Schabel

Die Zusammenarbeit mit den beiden Läden stellte sich als erfolgreiche Symbiose heraus: Während den Schauspielern eine „Bühne“ und eine riesige Auswahl von Requisiten zur Verfügung stand, war das Publikum potentielle neue Kundschaft der Läden. Durch das Team von „Mode macht Mut“ wurde sogar für das leibliche Wohl während den Aufführungen gesorgt. Eine Erfolgsgeschichte, die doch hoffentlich weitergeht? Die Frage, die wohl allen GBSB-Fans unter den Fingern brennt, beantworten Felix und Andreas optimistisch: Ja, es wird eine dritte Staffel geben. Das genaue Datum steht zwar noch nicht fest, wird aber auf der Facebookseite der Gruppe bekannt gegeben werden.

Bis es so weit ist, wird euch immerhin etwas anderes geboten: Tarte d’Ort Bamberg! Nicht nur der Titel, der eigentlich schlicht “Tatort Bamberg” lauten sollte, ist improvisiert, um einer angedrohten Klage der ARD zu entgehen, auch die Ermittlungen folgen dem Motto “Der Weg ist das Ziel”: Es gibt kein Drehbuch, keinen richtungsweisenden Moderator, kein Wissensvorsprung der Schauspieler gegenüber dem Publikum — wer der Mörder ist, finden alle gemeinsam heraus. Im Gegensatz zu GBSB handelt es sich um abgeschlossene Krimiepisoden, die an verschiedenen Schauplätzen in Bamberg spielen. Das Kernteam setzt sich aus Mitgliedern der Schauspielgruppen Anonyme Improniker, Theater im Gärtnerviertel (TiG) und des E.T.A. Hoffmann-Ensembles zusammen. Bei Bedarf werden Florian Federl, Jakob Fischer, Felix Forsbach, Thomas Paulmann, Olga Seehafer und Johanna Waldhoff aber von Notfallermittlern unterstützt.

Die erste Folge findet am Montag, 19.1. um 20:15 im Theater am Michelsberg statt. Schaut doch einfach mal vorbei und lasst euch diese gute Alternative zum abendlichen Fernsehprogramm nicht entgehen!

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