Die unerhörtesten Erfahrungsberichte seit der Erfindung des Rotweins.
Wie bereitest du dich während eines Stücks auf eine Rolle vor?
Tölle: Ich würde sagen, ganz unterschiedlich. Je nach Stück, je nach Regie, je nach Thema. Es ist auch die Frage, was man für eine Rolle hat. Jetzt bei Leonce und Lena spezifisch ging es auch voll darum zu schauen, wie das Stück überhaupt verläuft. Wie ist mein Roboter? Wie bewegt der sich? Und wie sind die Mechaniken, damit die verschiedenen Roboter unterschiedlich sind?

Du bist ein festes Ensemblemitglied des ETA Hoffmann Theaters hier in Bamberg. Wie sieht es aus, wenn ihr für Rollen gecastet werdet; bewerbt ihr euch darauf oder wird das für euch ausgesucht?
Tölle: Das ist ein Prozess, den die Dramaturgie und die Intendanz im Laufe der Spielzeit davor schon machen. Es ist Teil ihrer Aufgabe als „Teamchefs” zu gucken: In welcher Rolle sehen wir gerade Leon, was könnte er spielen und was wäre vielleicht auch eine coole Herausforderung? Und dann kriegen wir das. Ich weiß jetzt schon, was ich nächstes Jahr spiele, aber ich hab mich nicht beworben für die Dinge.
Wenn du nicht in dieser Situation wärst, gäbe es einen Typus Rolle, auf den du dich eher bewirbst?
Tölle: Ja, ich habe jetzt hier in Bamberg sehr viel, vor allem am Anfang, die jungen Verliebten gespielt. Das hat auch mega viel Spaß gemacht und war sehr cool. Ich glaube, irgendwas mit noch mehr Geheimnis und noch mehr Kälte zu spielen, da schiele ich schon ein bisschen drauf. Das mehr herauszufordern. Dass man mich vielleicht auch mal hasst.
„Immer kindliche Neugier oder grundsätzlichen Spaß am Spielen und Erfinden zu behalten, ist manchmal gar nicht so leicht.“
Was ist das Schwierigste an deinem Beruf?
Tölle: Ich habe viele Freunde, die ganz andere Dinge im künstlerischen Bereich machen und wir alle haben das gleiche Problem. Wenn man Kunst als Beruf ausübt, dann macht man es ja die ganze Zeit. Du gehst ein Jahr lang immer wieder auf neue Suchen. Und ich finde, dabei immer kindliche Neugier oder grundsätzlichen Spaß am Spielen und Erfinden zu behalten, ist manchmal gar nicht so leicht.

Kriegst du auch nach drei Jahren beim ETA Hoffmann Theater noch Lampenfieber?
Tölle: Ich habe tatsächlich darüber viel nachgedacht, in den letzten Jahren habe ich es ein bisschen vermisst. Weil plötzlich hatte ich das nicht mehr so. Romeo und Julia war ja mein Start damals – da hatte ich enormes Lampenfieber. Und eigentlich liebe ich das. Ich würde sagen, für Lampenfieber stehe ich auf der Bühne. Weil das macht so viel Spaß, mit diesem Druck und diesem Gefühl umzugehen. Aber wenn man das dann oft hat und oft hier spielt, dann vergeht es ein bisschen. Jetzt beginnt eine neue Spielzeit, jetzt geht nochmal was komplett Neues los. Vielleicht habe ich dann nochmal mehr Lampenfieber. Das wünsche ich mir sehr, sehr zurück.
Was ist ein Stück, in dem du unbedingt mal auftreten würdest?
Tölle: Was ich unbedingt machen will, ist Dostojewski. „Der Idiot” oder „Böse Geister”. Da habe ich richtig Lust drauf. Oder Tschechow. Die beiden haben es mir irgendwie angetan. Das hab ich auch noch nie gemacht. Obwohl Dostojewski ganz, ganz früher. Das wären meine Favoriten.
Die unerhörtesten Erfahrungsberichte seit der Erfindung des Rotweins.

这篇文章太棒了! Leon Tölle ist wirklich berührend und seine Leidenschaft für das Theater ist ansteckend. Ich fand seine Antwort über das Fehlen von Lampenfieber besonders interessant und hoffe, er hat es in der neuen Spielzeit wieder! Ein wirklich unterhaltsames und ehrliches Interview.
The article offers a fascinating glimpse into the life of Leon Tölle, a theater actor in Bamberg. His insights into the challenges and joys of performing are truly inspiring.