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Filmreview: Joy – Alles außer gewöhnlich.
Dunkel Hell

Filmreview: Joy – Alles außer gewöhnlich.

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  • Tribute von Panem-Fans aufgepasst! Auch in David O. Russell’s neuem Film Joy – Alles außer gewöhnlich spielt Jennifer Lawrence eine wahre Kämpfernatur – diesmal als willensstarke und selbstbewusste Selfmadefrau.

Die Tragikomödie basiert auf einer wahren Geschichte und erzählt von der in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsenen Joy Mangano (gespielt von Jennifer Lawrence), die durch die Erfindung des „Miracle Mop“ in den 90er Jahren zu einer der erfolgreichsten Unternehmerinnen in den USA aufstieg. Eine Frau, die einen Wischmop erfindet? Klingt vorerst nicht sonderlich spannend. Ob es sich trotzdem lohnt, den Film anzusehen, könnt ihr in der folgenden Rezension nachlesen.

Als Erzähler der Rahmenhandlung dient Joys Großmutter, die den Zuschauer in die Geschichte einführt und von Joys Kindheit berichtet. Diese beginnt vielversprechend; sie ist ein lebhaftes, kreatives Kind, bastelt gerne und verbringt viel Zeit mit ihrer Halbschwester Peggy und ihrer besten Freundin Jacky. Ihr Vater Rudy (Robert De Niro) betreibt eine alte Karosseriewerkstatt, die Familie lebt glücklich zusammen.
Einige Jahre später: Joys Mutter Carrie ist mittlerweile geschieden und ihr Lebensinhalt besteht darin, sich Tag und Nacht alte Seifenopern in ihrem Zimmer anzusehen. Die Werkstatt läuft schlecht, zwischen den Schwestern Peggy und Joy herrscht ein bitterer Konkurrenzkampf und die Familie muss laufend neue Kredite aufnehmen.
Die Hauptprotagonistin Joy ist inzwischen alleinerziehende Mutter. Allerdings wohnt ihr arbeitsloser Ex-Mann Tony noch immer mit ihr und den beiden gemeinsamen Kindern im selben Haus. Währenddessen ist Joy mit der Situation völlig überfordert und versucht, sich und ihre Familie mit diversen Vollzeitjobs über Wasser zu halten. Da Joys bettlägerige Mutter unfähig ist, sich um die Kinder zu kümmern, muss die Großmutter diese Aufgabe übernehmen.
Das Chaos scheint perfekt zu sein, als Joys Vater Rudy eines Tages plötzlich vor der Haustür steht und wieder einzieht. Zwischen den Eltern fliegen im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen und zu allem Überfluss muss sich Tony ab diesem Zeitpunkt den Keller mit seinem Schwiegervater Rudy teilen. Da sich die beiden ebenfalls nicht leiden können, ist Stress vorprogrammiert. Dem Zuschauer fällt es leicht, sich mit der selbstlosen, mutigen und charakterstarken Protagonistin zu identifizieren. Während sie eine der wenigen positiv dargestellten Figuren im Film ist, wird der Rest der Familie beinahe durchweg negativ konnotiert; die einzige familiäre Stütze für Joy ist ihre Großmutter Mimi.

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„Glaub nicht, dass Dir die Welt irgendetwas schuldet – tut sie nämlich nicht.“
Jennifer Lawrence als Joy

Trotz dieser vielen Probleme und den negativen Einflüssen durch ihre Familie verliert Joy nicht den Glauben daran, doch noch etwas aus ihrem Leben zu machen. Da sie schon immer praktisch veranlagt gewesen ist, entwickelt sie kurzerhand den „Miracle Mop“, einen sich selbst auswringenden Wischmop, der die Arbeit im Haushalt erleichtern soll. Unterstützt von Trudy, der wohlhabenden Freundin ihres Vaters (ja, die beiden heißen wirklich Rudy und Trudy) lässt sie ihre Erfindung patentieren und beauftragt eine Firma mit der Herstellung ihres Produkts. Doch zunächst gestaltet sich der Verkauf der Mops schwierig. Joy nimmt hohe Schulden auf sich, steht kurz vor der Insolvenz. Nach einigen Rückschlägen gerät sie durch Zufall an den Geschäftsmann Neil Walker (Bradley Cooper), der von ihrer Idee überzeugt ist und den Verkauf der Erfindung über den Fernsehsender QVC ermöglicht. Zwar gilt es, auch hier wieder einige Hindernisse zu überwinden, doch von da an ist Joys Erfolg kaum noch zu bremsen…

Nach Silver Linings und American Hustle ist Joy nun bereits das dritte Filmdrama David O. Russells mit Lawrence und Cooper in den Hauptrollen. Wir dürfen gespannt sein auf einen vierten Part!

Kinomenü:
Im Film gehen auffällig oft Gläser mit hochprozentigem Inhalt zu Bruch. Also lasst die Korken knallen und schenkt euch ebenfalls ein Glas Sekt oder italienischen Rotwein ein!

Trinkspiel:
Stufe 1: Ein Glas Sekt für jeden QVC Verkäufer, der im Film auftaucht.

Stufe 2: Einen großzügigen Schluck Rotwein, wenn Robert De Niro eine seiner temperamentvollen Reden hält.

Stufe 3: Jedes Mal einen Kurzen, wenn Joys Mutter ihrer Vorliebe für schlechte Soaps nachgeht.

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