ist seit dem buchstäblichen ersten Tag ihres Studiums beim Ottfried.…
Am Donnerstag, dem 20. November, hat sich der Irmler-Saal der Universität Bamberg für den Poetry-Slam der Fachschaft Humanwissenschaft bis auf den letzten Platz gefüllt. Acht Poetinnen sind – passend zur Jahreszeit – mit Texten unter dem Motto „Bunte Stunden in trüben Tagen“ aufgetreten. Außerdem wurde der Abend musikalisch begleitet.
Traditionell treten beim Poetry-Slam eigentlich Poet*innen einzeln oder im Team mit selbst verfassten Texten gegeneinander an. Das Publikum ist dabei die Jury und entscheidet darüber, wer den Wettbewerb gewinnt. Die HuWi-Fachschaft geht das ein wenig anders an: Gewinner gibt es keine, statt eines Wettbewerbs wird hier bewusst ein gleichberechtigter Raum für alle Texte gelassen.
Worte, die ins Herz gehen
Tatsächlich begann der Abend jedoch nicht mit gesprochenen Worten, sondern mit Gesang. Die Singer-Songwriterin und Studentin Marlene hat mit einem Cover und ihrem eigenen Song „Die große Zeit“ für eine nahezu verzauberte Stimmung im Saal gesorgt. Die Poetinnen wurden von den Moderatorinnen Dora und Nadja liebevoll vorgestellt und begeisterten mit unterschiedlichen Interpretationen des Themas. Manche handelten von Fernweh und dem Über-Sich-Hinauswachsen, andere von dem Mut zur Selbstfürsorge, auch ein Liebesbrief an das Gaustädter Freibad war dabei. Alle Poetinnen griffen Lebenssituationen und Gefühle auf, welche die meisten nur zu gut kennen – sei es die Liebe für unsere Herzensmenschen oder Momente des “Wiederaufstehens”. Ein Text sprach schonungslos ehrlich und doch mit einem Augenzwinkern über das Weinen. Das Publikum reagierte auf alle Texte mit herzlichem Applaus. Insgesamt zeichnete sich der Abend vor allem durch die große Liebe fürs Detail und eine besondere Sorgfalt aus, die alle Aspekte durchdrungen hat.
Musikalische Leckerbissen und Raum für Mehr
Nach einer kurzen Pause inklusive jeder Menge Snacks hat der Musiker P.o.e.t.i.c.k.s. die Zuschauer*innen erst auf die Färöer-Inseln entführt und dann zwei Cover gesungen. Hier wurde ein außergewöhnlicher Moment der Ruhe geschaffen, viele hatten tatsächlich die Augen geschlossen und ließen alles intensiv auf sich wirken. Nach dem letzten Text wurde das Publikum nochmal musikalisch von Marlene verwöhnt und sanft in die Nacht verabschiedet.
Neben der Kunst wurden auch Einrichtungen vorgestellt, die oft zu wenig Raum finden. Cindy Strömel-Scheder stellte die Antidiskriminierungsstelle der Universität vor und Jeannette Schuh sprach über die Nightline, eine Telefonseelsorge von Studis für Studis.
Insgesamt war dieser Abend wie ein kleines Kaleidoskop an hellen, warmen Momenten, welches das Publikum wohl noch eine Weile mit sich tragen wird. Hier wurde mal wieder deutlich: Worte, Gefühle, Melodien und Momente teilen macht glücklich – Kultur bleibt unverzichtbar.
ist seit dem buchstäblichen ersten Tag ihres Studiums beim Ottfried. Mit Podcast im Ohr und einer Bildschirmzeit aus der Hölle zaubert sie für uns Artikel mit dem Besten aus Popkultur und Politik.
