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Die Insel ist voll

Die Insel ist voll

Durch den Studierendenanstieg an der WIAI wird es am Unistandort ERBA ganz schön eng. Was Universität und Studentenwerk dazu sagen und wo ihr vielleicht doch noch einen Arbeitsplatz an der ERBA finden könnt.
Fotos: Lena Weber

Dienstagmittag, ERBA‐Cafeteria. In diesem Wintersemester zeigt sich dort wöchentlich dasselbe Bild: hungrige Studierende dicht gedrängt an hungrigen Studierenden. Die Schlange an der Essensausgabe reicht bis hinaus vor die Tür in den Gang des Webereigebäudes. Studierende, die nach langer Wartezeit schließlich ihre sehnlichst erwartete Mahlzeit in den Händen halten, sehen sich verzweifelt nach freien Stühlen um. Der Ausweg vieler: die Bänke im Gang – eigentlich als Arbeitsplätze gedacht.

Zuwachs an der WIAI

Die Ursachen dafür, dass viele Studierende auf der ERBA zurzeit spontane Platzangst befällt, liegen auf der Hand: In diesem Semester sind 1.921 Studierende an der Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik (WIAI) immatrikuliert – 200 mehr als im Vorjahr. In zwei Masterstudiengängen (Wirtschaftsinformatik und International Software Systems Science) haben sich gar mehr als doppelt so viele Studierende eingeschrieben wie 2017. Auch die Auswirkungen des Zulassungsdesasters im Kowi‐Bachelor sind noch zu spüren: Durch den Wegfall des NC konnten sich letztes Jahr 411 Studienanfänger für Kommunikationswissenschaft eintragen – in einen Studiengang, der für etwa 100 Leute ausgelegt ist.

Der Gruppenarbeitsraum im Erdgeschoss der Insel ist chronisch überfüllt.

Während sich die Unileitung noch darüber freut, dass lokalen Unternehmen schon bald mehr Informatikabsolventen zur Verfügung stehen, spüren die Studierenden die Auswirkungen des enormen Studi‐Anstieges tagtäglich. Zwischen zwei Vorlesungen ein bisschen in der Cafeteria entspannen? Ist nicht! Zur Rushhour nur eine halbe Stunde Zeit haben zum Essen? Schwierig! Auch in der ERBA‐Bibliothek scheinen die 65 Leseplätze zu knapp bemessen. Der Gruppenarbeitsraum im Erdgeschoss der Insel ist chronisch überfüllt. Es scheint ein Ding der Unmöglichkeit, dort effektiv Referate vorzubereiten.

Platzmangel in Cafeteria und Bibliothek

Doch wie schätzen die Verantwortlichen der Universität und das Studentenwerk Würzburg, zuständig für die Cafeterien und Mensen in Bamberg, die Lage ein? Prof. Dr. Guido Wirtz, Raumbeauftragter der Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik, bestätigt auf Nachfrage, dass es punktuell zu Platzmängeln in den Gruppenarbeitsräumen kommen könne. Er weist aber auch auf einige Arbeitsräume hin, die noch nicht allen Studierenden bekannt sein dürften: Im dritten Stock gibt es einen größeren Gruppenarbeitsraum. Hinzu kämen verschiedene kleinere Räume mit Glastüren auf den Stockwerken für jeweils drei bis acht Studierende. Die Räume 03.084, 03.029 und 05.005a seien beispielsweise des Öfteren frei.

Verschärfung der Probleme in der Prüfungsphase

Dr. Fabian Franke, Direktor der Universitätsbibliothek, verweist darauf, dass in der ERBA‐Bibliothek für knapp vier Prozent der Studierenden Sitzplätze zur Verfügung stünden, was den Empfehlungen des Instituts für Hochschulentwicklung für Naturwissenschaftler entspräche. Er gibt jedoch zu, dass vor allem in der Prüfungsphase die Nachfrage nach Leseplätzen hoch sei. Dennoch könne die Bibliothek weder vergrößert werden, noch sei Platz für weitere Arbeitsplätze in der Bibliothek. Er gibt den Tipp, auf andere Teilbibliotheken auszuweichen. Auf der Website der Bibliothek geben Belegungsampeln die aktuelle Platzauslastung in den verschiedenen Bibliotheken an.

Essenszahlen um 45% gestiegen

Michael Ulrich, Geschäftsführer des Studentenwerkes, gesteht ein, dass man sich derzeit bei der Cafeteria an der ERBA nahe an der Kapazitätsgrenze bewege – sowohl was die Mahlzeiten als auch was die Sitzplätze betreffe: „Unsere Essenszahlen in der Cafeteria Alte Weberei sind seit Oktober 2018 sehr stark um 45% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen.“ In der Spitze wurden sogar 237 Mittagessen an einen Tag verkauft. Letzteres sei auch nur durch die neue Warmausgabe möglich, die gerade erst zum Beginn des Wintersemesters in Betrieb genommen wurde. Was die Sitzplatzkapazitäten angeht – laut Ulrich vor allem ein Problem, wenn nach großen Vorlesungen „alle gleichzeitig in die Cafeteria strömen“ – will das Studentenwerk schnell handeln: Tische sollen anders angeordnet, ein Teil der Außenmöblierung hereingenommen werden. Auch wenn es so mehr Sitzplätze gibt, bleibt es wohl weiterhin schön kuschelig auf der ERBA!

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