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Sieben Tage alles.
Dunkel Hell

Sieben Tage alles.

  • Sommer, Sonne, Strand, ein bisschen Roadtrip und auch was zu sehen — das wollten wir haben. Nach monatelanger Suche nach dem passenden Urlaubsziel stand fest: Ende September gibt’s für uns nochmal sieben Tage Sommer. Und zwar in Gran Canaria.

Wenn in den Ferien um 5 Uhr morgens der Wecker klingelt, hat man ihn entweder falsch gestellt oder man hat was ganz besonderes vor. Mir kam es vor wie ersteres, doch in meiner Weckerbeschreibung stand: „OLLAUB!“ und das ist fränkisch und bedeutet: „Aufstehen, du musst zum Flughafen, heute geht es nach Gran Canaria!“ Irre. Wieso genau hatten wir uns diesen Flug ausgesucht? Ich zweifelte an unserem Vorhaben. Doch bis zur Ankunft auf der Insel hatte ich noch 12 Stunden. Bis dahin sollte ich wach sein.

Tatsächlich reichte diese Zeit, um mich wieder voll am Leben teilhaben zu lassen. Als wir bei 27 Grad auf der Insel ankamen, fühlte sich aber alles noch ganz surreal an. War ich heute Morgen nicht noch im kalten Deutschland? Und hier standen auf einmal Palmen und vom Hotel aus blickten wir direkt aufs Meer. Wir beschlossen, unsere Umgebung zu erkunden und wurden belohnt. Nur einen kurzen Fußmarsch vom Hotel entfernt, befindet sich eine der schönsten Buchten, die wir in unserem gesamten Urlaub sehen sollten.

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Das Meer war fast warm, der Sand wunderbar weich und um uns wurde es dunkler. In diesem Moment kam ich an. Gran Canaria, hier bin ich! Zeig mir mehr von dir!

Sommer, Sonne, Strand

Gesagt — getan. Am nächsten Tag saßen wir in unserem Mietwagen und düsten über die Insel. Nach kurzer Orientierung beschlossen wir, am Playa del Ingles zu parken und ein wenig spazieren zu gehen. Ohne dass wir es merkten, näherten wir uns rasant den Dünen von Maspalomas, die an der Spitze des Strandes liegen. Eigentlich wollten wir nur “bis dahinten zum Horizont” laufen bis mein Blick nach rechts fiel und ich plötzlich die pure Wüste vor mir sah. „Oh mein Gott, können wir da rauf?!“

Konnten wir. Überall war unberührter Sand. Die Sandkörner wehte es uns um die Ohren und an die Beine. So etwas hatte ich vorher noch nie gesehen. Eine Wüste direkt zwischen Hotellandschaft und Meer. Und hinter jeder Düne fand man mindestens einen nackten Mensch (ja, hier ist tatsächlich FKK-Zone). Doch das störte uns nicht, wir genossen den blauen Himmel und den Sand. Ohne es zu merken, waren wir 12 Kilometer zu Fuß gegangen. Hier verliert man einfach jegliches Gefühl für Zeit und Raum.

Roadtrip!

So schön der Strand auch ist — umso schöner ist das Landesinnere. Wir fuhren also Tags darauf ins Gebirge, denn wir hatten Lust auf das typische Roadtrip-Feeling und wir wollten wandern. Bereits nach wenigen Minuten stellte sich gewünschtes Gefühl ein. Die Straßen waren eng, es kam eine Kurve nach der anderen und wenn dann doch mal Gegenverkehr kam, war teilweise Millimeterarbeit zu leisten. Die Gran Canarios fahren aber auch wie die Irren!

Mein Fahrstil passte sich relativ schnell dem der Einheimischen an und so kamen wir ganz rasant und dennoch entspannt unserem Ziel immer näher. Wir wollten auf das Wahrzeichen der Insel — auf den Roque Nublo. Ich weiß jetzt (und gebe diesen Tipp gerne weiter): man sollte den offiziellen Aufstieg zur Bergspitze nutzen. Wir taten das zunächst nämlich nicht, erfreuten uns an der Landschaft und der Ruhe, denn weit und breit war anfangs keine Menschenseele zu sehen. Ins Grübeln kamen wir erst als uns mit Schrotflinten bewaffnete Männer in Militärkleidung entgegenkamen. Auf Nachfrage erklärten die uns, sie jagen Kaninchen. Als wir weiterwandern wollten — denn wir sind wahre Abenteurer und uns schreckt so schnell nichts ab — und plötzlich Schüsse fielen, kehrten wir dann aber doch mal um.

Wir fanden noch den richtigen Aufstieg. Gott sei Dank. Mit vielen anderen Touristen wanderten wir auf den Roque Nublo, der seinem Namen “Wolkenfels” alle Ehre machte.

Wir hatten noch nicht genug Roadtrip. Deshalb trafen wir für den nächsten Tag eine Entscheidung. Wir wollten die Insel umrunden!

Noch mehr Roadtrip

Wir umrundeten tatsächlich die Insel. Innerhalb von sechs Stunden waren wir einmal rum. Wir beeilten uns nicht mal. Sahen wir etwas von der Straße aus, fuhren wir ab und ließen uns treiben. Immer, wenn endlich mal wieder eine Parkbucht kam, hielten wir dort. Und als wir ins Meer steigen wollten, haben wir das getan. Man merkt: die Insel ist nicht groß. Aber wunderschön.

Falls sich jemand fragt, ob wir denn gar nicht die Touristenhochburg Las Palmas besucht hätten: doch! Haben wir! Fanden wir aber gar nicht so cool. Vermutlich war es uns zu touristisch. Der Vollständigkeit halber soll es hier aber auch noch ein Foto von der Stadt geben:

So hatten wir in unseren sieben Tagen Gran Canaria alles. Sonne, Strand, einen Roadtrip, Gebirge, einen Städtetrip und — keinen Regen! Bei Temperaturen zwischen 22 und 30 Grad war das der verdiente Sommer bevor es jetzt im Herbst wieder mit dem Wintersemester losgeht.

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