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Ich packe meinen Koffer
Dunkel Hell

Ich packe meinen Koffer

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  • Zeig mir deinen Koffer und ich sag’ dir, wer du bist: Die Vorstellungen vom perfekten Urlaub gehen weit auseinander. Unsere Autoren haben die vier häufigsten Urlaubertypen in freier Wildbahn beobachtet.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

… Badehose, Sonnenbrille und Wasserball

Wie seine Eltern vor dem Urlaub ins Reisebüro des Vertrauens? Nein, bei ihm geht das mit ein paar Klicks vom heimischen Sofa aus. Möglichst kein Aufwand. Vor dem Abflug wird, wenn überhaupt, höchstens der Koffer noch selbst gepackt. Den Begrüßungscocktail noch in der Hand, läuft der Teilzeitpascha in den Frotteebademantel gekuschelt und mit Badelatschen an den Füßen zum Pool. Dort will er nur noch von vorne bis hinten bedient und umsorgt werden. Ob beim Brunchen, beim Clubtanz, am üppigen Buffet oder an der Bar.

… Reiseführer, Sprachführer und ein Geschichtsbuch

Für den Kultururlauber ist es unerlässlich, sich vor der Reise über Ort, Geschichte, Kultur, Sprache und Sehenswürdigkeiten des Reiseziels zu informieren. Am Urlaubsort bevorzugt er ein Hotel unweit von Museen, Theatern und Galerien. Seine Tage sind genauestens durchgeplant: Früh-stück um sieben, dann ein Besuch im Museum der Stadtgeschichte. Dort muss er sich aber beeilen, er will schließlich alle Tafeln und Exponate studieren. Der prüfende Blick auf die Uhr zeigt, dass nun die historische Festungsanlage auf dem Programm steht. Mit Kamera, Reiseführer und Butterbrot bepackt, gerät er dabei schnell ins Schwitzen. Aber Abkühlen im Meer ist ausgeschlossen, es gilt den Tagesplan vorschriftsmäßig abzuarbeiten.

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… einen Selfiestick

Fotos sind sein Leben, denn er hält sein Leben in Fotos fest. Fest hält er auch seinen verlängerten Arm, den Selfiestick mit dranmontiertem Handy. Wozu es gut sein soll, bei jeder Gelegenheit ein lustiges oder verwackeltes Foto von sich zu machen, weiß er selbst nicht. Ist aber auch egal, Hauptsache, er kann es per Facebook, Instagram und Twitter mit der ganzen Welt teilen. Man lebt ja nur einmal – YOLO eben. Das gefällt ihm, und seinen Freunden gefallen seine Bilder. Schnell noch verschlagworten – #läuftbeimir. Er war auch mal in New York. Die meisten Sehenswürdigkeiten hat er allerdings erst später auf seinem Facebook-Profil entdeckt und dann „geliked“.

Wenn, dann packe ich meinen Rucksack

Losfahren, ohne zu wissen, wo man landet? Da kribbelt es beim Abenteurer. Mit einem ungefähren Ziel vor Augen ist es ihm egal, wie er dorthin kommt: Trampen, Mitfahrgelegenheit, Zug oder wie echte Profis zu Fuß. Schnell Badesachen, Taschenmesser, Microfaserhandtuch und Schlafsack in den Rucksack rein und los! Ist er erst mal unterwegs, möchte der Abenteurer die Welt nicht nur sehen, sondern erleben. Also redet er mit Einheimischen, die ihm das Land zeigen, und probiert kulinarische Köstlichkeiten vom Straßenimbiss. Seine Unterkunft sucht er über Couchsurfingplattformen, und wenn er nichts findet, kann er ja immer noch wildcampen.

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