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Best of 2025 – Aus Sport und Kulinarik

Best of 2025 – Aus Sport und Kulinarik

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  • Das Jahr 2025 ist vorbei, doch wir lassen noch einmal die besonderen Dinge Revue passieren. Hier die Best of 2025: von sportlichen Erfolgsmomenten bis Pudding mit Gabeln essen.

Aufgeholt: sportliche Highlights im Fuß- und Handball

Willkommen zurück, Hennes

18.05.2025. Abpfiff. Alle rennen aufs Feld, ich sitze vor dem Fernseher.
Eigentlich war ich nie ein großer Fußballfan. Und schon gar nicht Fan eines Vereins aus einer Stadt, die nicht ansatzweise in meiner Nähe liegt. Doch der 1. FC Köln hat es mir angetan. Vielleicht, weil ich keine andere Wahl hatte. Mein Vater ist nämlich Effzeh-Fan, seit ich denken kann. Meine Kindheit bestand aus verpassten Chancen, Tabellenkellern und diesem typischen Satz: „Nächste Saison wird alles besser.“ Spoiler: wurde es meistens nicht. Ich bin quasi mit Niederlagen aufgewachsen. Andere Kinder kannten Gute-Nacht-Geschichten, ich kannte Abstiege. Und trotzdem. Oder vielleicht genau deshalb. Der FC blieb immer da. Mit Geißbock Hennes, Chaos, Herz und Hoffnung auf Sparflamme. Während ich jahrelang behauptet habe, Fußball interessiere mich nicht, saß ich doch immer wieder daneben.

Dann dieser letzte Spieltag. 34. Spieltag. 4:0 gegen Kaiserslautern. Aufstieg. Meister der 2. Bundesliga. Während im Stadion alle eskalieren und auf den Rasen stürmen, sitze ich mit meinem Kuscheltier-Hennes auf dem Sofa und freue mich wirklich von ganzem Herzen. Ich denke an meinen Vater und an meine Worte, dass „Fußball sooo overrated ist“. Wirkt gerade etwas anders, oder? Diese Saison war kein Selbstläufer. Sie war zäh und nervenaufreibend chaotisch – aber es zeigt, dass nicht immer alles schlecht war. In der jüngeren Vergangenheit hat der Effzeh sogar schon im Europapokal gespielt. Umso schöner ist dieses Ende.

Für mich eines der besten Dinge, die 2025 passiert sind. Weil es zeigt, dass Durchhalten sich lohnt. Und dass man manchmal jahrelang verliert, um dann genau diesen einen Moment zu erleben.

Hannah Schmidt

Nach 30 Jahren zurück im WM-Finale

Ich bin quasi mit Handball aufgewachsen, habe viele meiner Wochenenden in der Halle verbracht und jahrelang unbewusst fast ausschließlich Männerspiele verfolgt. Erst im Dezember wurde mir bewusst, wie sehr mir der Frauenhandball immer noch durchrutscht und ich fragte mich, warum das selbst im Jahr 2025 noch so ist, selbst dann, wenn die WM sogar im eigenen Land stattfindet.

Am Sonntag, dem 14. Dezember, stehen sich im Finale in Rotterdam die Mannschaften von Deutschland und Norwegen auf der Platte gegenüber. Für das deutsche Team ist es das erste WM-Endspiel seit 1993! Ungeschlagen zieht die Mannschaft ins Finale ein und spielt eine starke erste Halbzeit (11:11) gegen den Olympiasieger von 2024. Erst nach der Pause kann sich Norwegen schließlich durchsetzen und gewinnt das Finale mit 23:20 und damit das Turnier.

Für mich fühlt sich diese Silbermedaille wie mehr an als nur ein sportlicher Erfolg. Vielleicht auch, weil man in den letzten Monaten gemerkt hat, dass sich im Frauenhandball etwas bewegt. Mit Initiativen wie „Hands up for more“ versucht der Deutsche Handballbund genau das zu erreichen: mehr Aufmerksamkeit, Gleichberechtigung und Respekt. Ausverkaufte Hallen in der Vor- und Hauptrunde zeigen, dass das funktioniert.

Ich bin einmal mehr daran erinnert worden, dass Handball für mich der schönste und spannendste Sport ist. Dieser WM-Erfolg gehört für mich persönlich zu den Highlights des Jahres – und wenn diese Silbermedaille dazu beiträgt, dass Frauenhandball künftig mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung bekommt, dann ist sie weit mehr als nur ein sportlicher Erfolg.

Merle Buscher

Aufgegabelt: von Pudding bis Veggie Schnitzel

Löffeln war gestern!

Menschen sind erfinderisch. Und manchmal auch gerne auf skurrilste Weise rebellisch. Also warum nicht einfach mal Pudding mit einer Gabel essen? Das dachte sich wohl auch die Person, die im August 2025 das erste „Wir-essen-Pudding-mit-einer-Gabel-Treffen“ in Karlsruhe mittels Flyer angekündigt hat. Ominöser geht’s kaum. Und dennoch fanden sich knapp zweihundert junge Menschen zu diesem ersten Treffen ein und gabelten gemeinsam ihren Pudding.

Was dabei zunächst als einmalige Veranstaltung vorgesehen war, verbreitete sich wie ein Lauffeuer auf sozialen Medien. Immer mehr Treffen wurden in den verschiedensten Städten Deutschlands angezettelt – unter anderem auch in Bamberg. Teilweise über tausend Menschen kamen dabei an Orten wie Berlin oder Hannover zusammen, um sich angedickte Milch mit einer Gabel einzuverleiben. Irgendwie bizarr. Aber auch irgendwie unfassbar verlockend.

Zunächst skeptisch gab ich mich also der Verlockung hin und probierte es selbst aus und was soll ich sagen. Funktioniert besser als gedacht. Und macht dabei auch irgendwie auf seltsame Weise Spaß. Wer auch in den Genuss kommen will und nicht nur alleine zu Hause wie ich Pudding mit einer Gabel essen will, kann sich mittels einer von unzähligen Instagram-Seiten vernetzen und herausfinden, wann und wo das nächste Treffen stattfindet. Einfach @puddingmitgabel und eine beliebige Stadt eingeben und schon werdet ihr fündig. Nur noch eine Frage der Zeit, bis es zum ersten „Pudding-mit-Messer-Treffen“ kommt.

Janine Hogrewe

Die Qual der Wahl

Vor einem Jahr fand die Umfrage zum fleischfreien Freitag in der Mensa Austraße statt. Als mir, einem begnadeten veganem Mensa-Gänger, der Umfrage-Zettel in die Hand gedrückt wurde, habe ich mich gefreut wie ein veganes Schnitzel. Endlich mehr strukturelle Veränderungen für weniger Tierleid! Als der vegan-vegetarische Tag dann dieses Sommersemester auch tatsächlich eingeführt wurde, bot sich mir etwas, das ich vorher nur aus rein pflanzlichen Restaurants kannte: Auswahl. Nun hatte ich nicht mehr den Luxus, einfach das vegane Gericht zu nehmen, ohne groß mein Gehirn anzustrengen. Nein. Ich musste mir jetzt auch noch wirklich Gedanken machen, was ich essen wollte. Und noch viel schlimmer: ich konnte die falsche Wahl treffen! Aber mal Spaß beiseite: der Tag ist fantastisch und ich bin jedes Mal im Tofu-Himmel, wenn ich die verschiedenen Gerichte sehe. HAMM sag’ ich da nur.

Luca Leidner

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