hat eine private TB4, aus der sie aber ungerne was…
ist stein-reich.
Schafft 500g Nudeln in 20 Minuten
Rot. Romantisch. (R)emotional.
Mit der Ente in die Rente.
Vorher Berge ohne Bam
Meistgehört: Die Top-Tracks des Jahres
“Remembering how to use your phone gets me oh so, oh so, oh so hot”
Als mir das Spotify Wrapped mein Lieblingsalbum aus dem Jahr 2025 präsentierte, war ich keine Sekunde verwundert: “Man’s best friend” von Sabrina Carpenter. Ich bin ehrlich, zu Beginn des Jahres hatte ich maximal ein grobes Konzept davon, wer Sabrina Carpenter war und auch der Release ihres siebten Studioalbums am 29. August ließ mich eher kalt. Doch dann lief in meiner WG-Küche irgendwann dieses Lied: “Nobody’s Son”. Die Kombination eines der lebhaftesten Arrangements des Albums mit einem Text über romantische Hoffnungslosigkeit. Ich weiß nicht, wer es in die Warteschlange hinzugefügt hatte, doch von da an war ich hooked.
Ich gab dem Album eine Chance und seitdem läuft es bei mir rauf und runter. Ob beim Sport, beim Einkaufen oder auf dem Weg in die Stadt: immer hatte ich Sabrina auf den Ohren. Ich hörte mir an, wie sie sich in “Manchild” über unreife Männer lustig macht und diese in “Goodbye” auf einer ABBAesken Melodie aus ihrem Leben schmeißt. Oder sich in “Tears” auf höchst ironische Weise über das bare minimum bei Typen freut. Für mein Lieblingsalbum aus 2025 muss ich vielleicht den Coolman zuhause lassen, aber ich scheue mich nicht zu sagen, dass es mir “Man’s best friend” sehr angetan hat!
Florian Hofmann
“Wer ist wieder da? NINA!”
Herzschmerz, Verletzlichkeit und Wut gepaart mit fetzigen Beats und Texten, bei denen man nicht anders kann als mitzusingen: Das zweite Album von Nina Chuba ist eine Berg- und Talfahrt zwischen große Töne schwingen wie in “RAGE GIRL” oder “NINA” und verletzlichen Klavierballaden wie in “Unsicher”.
Ihre ehrlichen und persönlichen Texten, die direkte Art, und dazu noch die unterschiedlichen Genres und Sounds, an die sie sich heranwagt, sind ein echtes Erfolgsrezept. Nach ihrem Debütalbum “Glas” in 2023 hat sie die Messlatte hoch angelegt – die sie jetzt einfach einreißt. Sie scheint in ihrer Aufwärtsspirale gar nicht mehr zu stoppen zu sein. Kein Wunder, dass sich das Album nur drei Monate nach seinem Release nicht nur in meinem Spotify Wrapped an der Spitze zeigt, sondern auch unter den Top 10 Alben deutschlandweit landete.
Sophie von Jena
“If you’ll scared you’ll never move on, this is for you”
Manchmal dreht sich die Welt um einen herum so schnell, dass man kaum mehr Schritt halten kann. Solch unerwartete Veränderungen im Leben hat meine Mama vor kurzem liebevoll als Wachstumsschmerzen bezeichnet. Dass das Leben Anfang Zwanzig manchmal Achterbahn mit einem fährt, fängt Henry Moodie in seinem Debütalbum “mood swings” ein. In den modernen Liebesballaden singt er über People pleasing, schmerzende Situationships und dem Gefühl, sich selbst zu verlieren. Gerade weil der Newcomer aus England selbst gerade mal 21 ist und von seinen eigenen Erfahrungen und Gefühlen singt, fühlen sich seine Songs nahbar, ehrlich und herzerwärmend an. Wenn dich gerade all die (kommenden) Veränderungen verängstigen, dann solltest du auf meine Mama und Henry Moodie vertrauen und dir unbedingt Track 5 “growing pains” anhören!
Rebecca Fuchs
“Ich gehöre nur mir. Und meiner Freiheit.”
Rosalías viertes Album „Lux“ ist ein absolutes Meisterwerk der Transzendenz. Es ist unterteilt in vier Kapitel, sogenannte „Movements“. Die spanische Sängerin sucht in insgesamt 15 Songs in der digitalen Version und 18 in der exklusiven Vinyl-Edition nach Glaube, Liebe und sich selbst und zeigt immer wieder ihre rebellische Seite. Besonders spannend sind die Bezüge zu weiblichen Heiligen wie Hildegard von Bingen oder Jeanne d’Arc, die sich in jedem der Songs finden lassen.
Unterstützt wird Rosalía in diesem Album, das so anders ist als all ihre bisherige Musik, von Gastmusiker*innen wie Carminho, Estrella Morente sowie Yahritza y su Esencia. Unter Begleitung des London Symphonic Theatre sorgt sie für eine einzigartige Verschmelzung von Pop und Klassik, die der klassisch im Flamenco ausgebildeten Sängerin niemand leicht nachmachen kann.
Nicht nur musikalisch kann man sich mit Rosalías Album auf eine Reise begeben, sondern auch sprachlich. Denn die spanische Sängerin singt in 13 Sprachen. Darunter Spanisch, Italienisch, Latein, Deutsch, Ukrainisch, Mandarin und Arabisch. Die beeindruckende Sprachkunst ist darauf zurückzuführen, dass sie darauf bestand, mit professionellen Übersetzer*innen an ihren Lyrics und ihrer Aussprache zu arbeiten.
Solch ein Kunstwerk ist durchaus nicht nach einem Hördurchlauf vollkommen zu durchblicken und bricht bewusst mit den Regeln des Mainstreams. Trotzdem oder gerade deswegen betört Rosalía mit „Lux“ so sehr, dass sie den Zeitgeist einfach mit sich mitzieht.
Alina Köhler
Durchgelesen: Diese Bücher konnten wir nicht weglegen
Weil Wasser ohne Worte versteht
„Bücher bleiben und niemand kann diese Geschichten und Welten wegnehmen, in die man flüchten kann.“ „22 Bahnen“ von Caroline Wahl ist für mich ein solches Buch, an das ich noch lange denken werde.
Den ganzen Sommer über hat meine WG, Freundesgruppe und mich die Geschichte von Tilda, Ida und ihrer Mutter begleitet und dabei vor allem den Spaß am Schwimmen geweckt. Doch was für uns Vergnügen ist, hat für die Protagonistin Tilda eine weitaus tiefgreifende Bedeutung: Freiheit von alltäglichen Sorgen und Problemen, besonders von Gedanken an die alkoholkranke Mutter. „22 Bahnen, die nur ihr gehören“ eben.
Obwohl der Roman ein bedrückendes Thema, den Alkoholismus der Mutter, behandelt, schafft die Autorin es, auch schöne Momente hervorzuheben und dadurch eine tröstliche Atmosphäre zu erzeugen. Beim Lesen hat mich besonders die innige Verbindung der beiden Schwestern berührt, die viel zu früh lernen mussten, sich alleine durchzuschlagen.
Auf unserem Balkon in der Sonne, am Abendbrottisch (ohne Radieschenröschen) oder, wenn wir im Freibad 22 Bahnen geschwommen sind: Oft haben wir uns über Caroline Wahls Roman, sowie den darauffolgenden Band „Windstärke 17“ ausgetauscht und zusammen keinem Kinofilm in diesem Jahr stärker entgegengefiebert als der Romanverfilmung!
Clara Schnorbach
Ein Griff nach den Sternen
Das ist die Bewerbung für das Space-Shuttle-Programm der NASA für Joan Goodwin. 1980 ist sie eine der ersten Frauen innerhalb der Gruppe aus Piloten, Commanders und Ingenieurinnen, die sich auf ihren ersten Flug ins All vorbereiten. Die Sterne sind ihre größte Leidenschaft, deshalb ist sie schließlich Professorin für Astrophysik geworden. Aber was ist, wenn sich ihre große Liebe bei der NASA als eine andere, viel kompliziertere entpuppt?
Der neueste Roman aus der Feder der Bestsellerautorin Taylor Jenkins Reid, Atmosphere, besticht mit gut ausgearbeiteten, geradezu lebendig wirkenden Charakteren und einem außergewöhnlichen Setting. Man fliegt nur so durch die Seiten, denn ihr Schreibstil ist vor allem eines: unglaublich atmosphärisch. Möglich ist die Umsetzung dieser vielversprechenden Idee nur aufgrund ihrer ausführlichen Recherche, die technische Detailtiefe zulässt. Atmosphere ist in erster Linie eine wundervolle, emotionsgeladene sapphische Liebesgeschichte, aber vermittelt gleichzeitig auch eindrucksvoll, vor welcher Vielzahl an Hindernissen Frauen zu dieser Zeit standen, die eine Karriere bei der NASA anstrebten. Dieses Buch macht Mut, sowohl privat als auch beruflich genauso wie die Charaktere nach den Sternen zu greifen. Und selbst wenn man sich vorher überhaupt nicht für die Weltraumforschung und die NASA interessiert hat, ist der Funke nach dieser Lektüre mit Sicherheit übergesprungen.
Alina Köhler
„Und ich fragte mich, ob es im Leben vielleicht am Ende bloß darum ging, jemanden zu haben, dem man den Himmel zeigen konnte, wenn er schön war.“
Wenn ich über meinen Sommer 2025 nachdenke, sind die ersten Gefühle, die hochkommen, die, die ich beim Lesen von „Himmel ohne Ende“ empfunden habe. Die Stunden, die ich mit diesem Buch auf dem Balkon verbracht habe, würde ich gegen nichts eintauschen wollen. Julia Engelmann wurde bekannt durch ihre Slam-Texte und Lyrik-Veröffentlichungen. Kein Wunder also, dass in meiner Kopie ihres Debüt-Romans so viele bunte Markierungen kleben wie in kaum einem meiner Bücher. Es sind einfach zu viele wunderschön ausformulierte Gedanken, um sie zwischen den Zeilen zu vergessen.
Auf den ersten Blick wirkt die Geschichte der 15-jährigen Charlie wie die einer gewöhnlichen Teenagerin. Sie kämpft mit Liebeskummer, Freundschaften können ganz schön schwierig sein und sie vermisst ihren Vater. In Wahrheit ist es aber eine Erzählung all der schönen und weniger schönen Facetten des Menschseins. Philosophische Gedanken über das Leben plagen Charlie, bis sie endlich jemanden findet, der sie zu verstehen scheint.
Es ist ein Buch über das einsam sein und gleichzeitig eine Ode an die Freundschaft und das Leben. Es lässt uns aus der Realität entfliehen und ist zugleich ein Ratgeber, um mit eben jener besser klarzukommen. Charlies Geschichte löst viele schöne Gefühle aus, aber vor allem das, mit seinem Päckchen nicht alleine zu sein.
Olivia Kranewitter
Eine Folge nach der anderen
“Dass sich widdr älle dr Kanal vollaufa lassad, brauchds des?”
“Oh nein! Das war die letzte Folge meiner Serie. Was schau ich denn jetzt beim Nachhause fahren?” fragte mich meine Freundin am letzten Tag unseres Urlaubs vor unserer 8-Stündigen Autofahrt. Da gibt es nur eine richtige Antwort: Tschappel! Naiv, tollpatschig und leichtfertig, ohne Plan und ohne Ziel – so steuert Carlo Brenner irgendwie durch sein Leben. Gerade sein Abitur in der Tasche und über beide Ohren verliebt in Pia, will er jetzt mit ihr ab nach Australien zum Work and Travel. Daraus wird aber nichts. Nach einem Autounfall mit dem Oldtimer seines Vaters muss er die Schulden im elterlichen Wirtshaus abarbeiten. Gemeinsam mit seinen besten Freunden BlaBla und Aydin versucht er in seinem oberschwäbischen Heimatdorf Hintervorderbach doch noch einen unvergesslichen Sommer zu erleben. In acht wundervollen Folgen spielt man Mäuschen bei den schrägen Ideen der drei Freunde. Und das Beste: Sie schwätzen Schwäbisch! Wer Lust auf erste Liebe, Provinzchaos und eine ordentliche Menge an Missverständnisse hat, ist bei der ZDFneo-Serie bestens aufgehoben. Auch von meiner Freundin hat man die ganze Rückfahrt kaum etwas gehört, lediglich amüsiertes Schmunzeln und lautes Lachen. Dafür zahlt man doch gerne GEZ!
Rebecca Fuchs
hat eine private TB4, aus der sie aber ungerne was verleiht. Ihre eigenen Texte über literarische und politische Themen stellt sie hingegen dem Ottfried zur Verfügung.
ist stein-reich.
Schafft 500g Nudeln in 20 Minuten
Rot. Romantisch. (R)emotional.
Mit der Ente in die Rente.
Vorher Berge ohne Bam