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Fun Facts aus dem Leben eines Drillings

Fun Facts aus dem Leben eines Drillings

Keeping up with Kim Kolumna: episode 5

Was weißt du so über Drillinge? Let me help you out!

Foto: Boston Public Library

Ich habe einen älteren Bruder und eine jüngere Schwester. Das ist theoretisch zwar richtig, klingt aber komisch, weil man bei einer Minute Abstand zwischen den Geburten Drillinge sagt. So wie die Kartoffelsorte. Wir haben nicht dieselbe Schuhgröße, verschiedene Hobbys und unsere Zyklen sind auch nicht synchron. Aber wir haben einen Teil unseres Lebens gemeinsam erlebt. Drillings-Kinder großzuziehen, ist eine Herausforderung für die Eltern. Drei Mal volle Windeln, drei Kinder für den Kindergarten fertig machen, drei Koffer für den Skikurs packen, etc. – das kann man sich vorstellen. Neben dem Alltäglichem gibt es aber Events und Institutionen für Mehrlingskinder und deren Eltern, von denen du bestimmt noch nichts gehört hast.

First things first: the Obvious

Immer zwei gleich alte Menschen um sich zu haben, hat offensichtliche Vorteile. Es ist meistens jemand im Haus, der*die zum Klausur-Abfragen Zeit hat. Wenn die Geschwister in dieselbe Klasse gehen, ist es sogar für beide eine sinnvolle Wiederholung des Stoffes. Für eine Runde Kicker, Fußball oder Beachvolleyball spielen, sind schon drei Viertel der notwendigen Spieler*innen gefunden. Dann muss nur noch beispielsweise der Vater als Vierter herhalten. Wer oft zu dritt auftritt, wird natürlich schnell als Gruppe wahrgenommen und betitelt. Pauschalisieren rules: Die einzelnen Vornamen werden zu „Die Beckers“ ausgetauscht und schon ist man ein Trio. Coole Voraussetzung, wenn man beispielsweise als Band erfolgreich sein möchte. Weniger cool, wenn nicht. Apropos fehlende Individualität: Wo drei gleichalte Kinder am Start sind, ist der Partnerlook auch nicht weit. Thanks Mum and Dad! Zugegeben, wir mussten selten das gleiche tragen und manchmal sah es auch echt ganz cute aus. Kurzer Exkurs dazu: Wenn man als Eltern bei einer Aufzeichnung der TV-Show „Das Supertalent“ mit Drillingen mit gleicher Kleidung im Publikum ist, kriegt man nicht mehr Screentime. Gut, das lag vielleicht daran, dass wir in der letzten Reihe saßen.

Von Mehrlingskinder-Treffen und Werbegeschenken

Wenn drei Kinder gleich alt sind, brauchen alle zur selben Zeit die gleichen Dinge. Meine Eltern hatten dafür einen Plan: Firmen anschreiben und nach Werbegeschenken für die Kinder fragen. Das hatten sie im Internet als Geheimtipp für Mehrlingseltern gelesen. Daraufhin wurden uns unter anderem Kleidung, Cremes und Spielzeug zugeschickt: #sponsored. Falls du jetzt noch nicht neidisch bist, hier noch ein Vorteil aus unserer Kindheit: Im Kindergarten haben wir zusätzliche Zeit im Bällebad bekommen.

Mehrlingsfamilien vernetzen sich und tauschen sich aus. Das war bei meinen Eltern nicht nur virtuell über Plattformen, sondern auch beim Treffen im Erlebnispark Schloss Thurn der Fall. An einem Wochenende wurde der Park bei Forchheim mit Drillingen, Zwillingen und ihren Eltern geflutet. Natürlich haben alle Geschwister Partnerlook getragen. Viele bunte, kleine Figürchen – wie eine Gummibärchen-Packung. Die Kinder haben sich ausgetobt und die Eltern ausgetauscht, alles soweit normal.

Nicht OK war es aber, dass Geschwister-Grüppchen andere als weniger cool abgestempelt haben, weil sie nicht eineiig sind. Ich erinnere mich noch, dass eins der ersten Topics beim Aufeinandertreffen das Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein der Eineiigkeit war. Einige Kinder spalten sich also lieber durch die Frage nach der Eizellen-Menge ab, als sich zu vernetzen und Freund*innen zu finden. Insert Drake-Meme here.

Außerdem hast du sicher nicht von der Zeitschrift „Doppeldecker“ mitbekommen. Knapp an den Regalen der Zeitschriftenläden vorbei geschrammt, hat sich das Blatt trotzdem den Weg in mein Elternhaus gebahnt. In meiner Kindheit ist sie als Zeitschrift für Mehrlingskinder und deren Eltern erschienen. Sie wurde in kleinem Format und geringer Auflage an abonnierende Eltern versendet. In jeder Ausgabe wurde den Geburtstagskindern des Monats gratuliert. Hinter der Zeitschrift steckten engagierte Eltern, die monatlich Tipps und Erfahrungsberichte für Leidensgenoss*innen sammelten. Inzwischen wurde sie unter anderem durch Blogs abgelöst. R.I.P. Doppeldecker.

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