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Baden in der Regnitz? Illegal!

Baden in der Regnitz? Illegal!

Günstiger als das Hainbad und näher an der Uni: An der Konzerthalle gehen besonders bei diesem Wetter viele Studierende schwimmen. Warum es verboten ist und welche Strafen drohen.

Fotos: Elias Drost

Zur Zeit sieht die Wiese vor der Konzerthalle oft aus wie ein Strand auf Ibiza. Handtuch liegt an Handtuch, eingecremte Körper in der prallen Sonne und tropfende Schwimmer kommen aus dem Wasser. Die Regnitz ist halt erfrischend. Das Schwimmen darin aber halt auch verboten.

Warum es illegal ist

Das Hauptargument für das Badeverbot in diesem Flussabschnitt ist aber der Schiffsverkehr. Regelmäßig fährt ein Ausflugsboot vom Kranen in Richtung Erba und zurück. „Diese Schiffe können, wenn sie mit der Strömung fahren, faktisch nicht bremsen“, erklärt Reiner Pflaum. Im Zweifelsfall müsste das Schiff in die Böschung ausweichen. „Außerdem entwickelt die Schiffsschraube einen extrem gefährlichen Sog, gegen den kein Schwimmer ankommt.“

Baden Verboten! Grund dafür ist der Schiffsverkehr.

Was es kostet

Deshalb deklariert die Stadt Bamberg das Baden als Ordnungswidrigkeit. Laut Badeverbotssatzung drohen bis zu 1000 Euro Bußgeld. „Das ist aber nicht die Summe, die beim ersten Verstoß fällig wird“, sagt Pflaum. „Da liegt das Bußgeld erstmal im zweistelligen Bereich.“ Wird jemand häufiger erwischt, droht eine dreistellige Strafe. „Sehen wir jemanden beim Schwimmen, nehmen wir die Personalien auf und die Stadt schickt einen Bußgeldbescheid“, erklärt Pflaum. Übrigens: Die Angabe falscher Personendaten ist ebenfalls eine Ordnungswidrigkeit. Ganz kritisch wird es, wenn Badende ein Schiff derart behindern, dass es ausweichen muss. Dieser „gefährliche Eingriff in den Schiffsverkehr“ ist eine Straftat. Bei Fahrlässigkeit sieht das Gesetz hier bis zu fünf Jahre Gefängnis vor.

„Gerade bei diesem Wetter haben wir natürlich Sympathien für die Schwimmer“, sagt Pflaum. „Deshalb versuchen wir, viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Wenn wir aber jemanden im Wasser sehen, müssen wir eingreifen.“

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