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Hallo, i bims — Im Interview mit Willy Nachdenklich

Hallo, i bims — Im Interview mit Willy Nachdenklich

Am 18. Mai 2017 war „Willy Nachdenklich“, Initiator und Betreiber der Facebook-Seite „Nachdenkliche Sprüche mit Bilder“, zu Besuch in der Universität Bamberg.
Mit mehr als 350.000 Likes auf seiner Seite sind seine „Nachdenkliche Bilder mit Sprüche“ mitsamt der Rechtschreibfehler ein bekanntes und vor allem beliebtes Internetphänomen.

Titelbild: Anja Heder

Kannst du kurz zusammenfassen, wie deine Facebook-Seite ins Leben gerufen wurde?
Also 2015, im Zuge eines Fake-Accounts, den ich erstellt habe, um ein paar Leute in den Foren meiner Heimatstadt Amberg ein bisschen zu ärgern, habe ich mir einen Account erstellt, der eben mit Schreibfehlern und ganz abstrusen Ideen die Leute so gesehen provoziert hat. Und irgendwann dachte ich: So eine Sprüche-Seite würde zu dem Account auch super passen und ja, dann war meine Seite geboren.

Also war es keine betrunkene „Ich-bin-mit-meinen-Freunden-in-irgendeiner-Kneipe-und-wir-haben-eine-lustige-Idee-Geschichte“?
Ne, überhaupt nicht. Das war aus purer Langeweile. Ich hatte tatsächlich Fieber, war krank und nach drei Tagen liegen und Filme gucken habe ich irgendwie eine andere Beschäftigung gebraucht und dann bin ich irgendwie auf das gekommen.

Foto: Anja Heder
Foto: Anja Heder

Woher nimmst du deine Inspiration?
Ich zehre wirklich vom Alltag, von Versprechern oder einfach irgendwelchen alltäglichen Situationen, die vielleicht nicht jeder wahrnimmt. Und eben von so Seiten wie „Dianas Sprüche fürs Herz“ – das ist eine meiner Lieblingsseiten im Internet.

Was sagt deine Familie dazu? Dachten sich deine Eltern: „Oh mein Gott, was haben wir eigentlich angestellt, dass unser Junge die deutsche Rechtschreibung nicht beherrscht?“
(Lacht) Eigentlich nicht. Meine Eltern sind im Grunde super lockere Dudes. Als ich meinem Vater die Seite zum ersten Mal gezeigt habe, hat er gefragt, ob ich Crack rauchen würde (lacht), aber dann ist er da auch schnell reingekommen und inzwischen teilt er auch die Sachen oder gibt mir auch mal einen Tipp für, wann war denn das … Olympia! Das hat er sich angeguckt und dann (lacht) hat er mich angerufen und gesagt: „Hey, das wäre doch ein super Spruch“. Ich sollte schreiben, dass irgendwer bei Olympia Gold im Blessurreiten gewonnen hat, weil er irgendwie mit zwölf Stürzen und diversen Brüchen [da rausging, Anmerkung der Redaktion]. (lacht)

Also ist es mittlerweile schon ein kleines Familienprojekt?
Ja, ab und zu mal. Eigentlich finden die es auch ziemlich witzig.

Was hattest du in deiner Deutsch-Abschlussprüfung für eine Note?
Tatsächlich eine 2. (lacht)

Stehst du noch mit deinen Lehrern in Kontakt?
Ne, mit der Deutschlehrerin nicht mehr, aber mit dem Sportlehrer teilweise. Also den sehe ich öfter und grüße ihn, aber mit der Deutschlehrerin [nicht, Anmerkung der Redaktion].

Was stimmt dich nachdenklich?
Was mich nachdenklich stimmt? Hm, eigentlich der Alltag, das Leben, die ganzen kleinen Sachen, die keinem auffallen — das stimmt mich nachdenklich.

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