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Auf den Sattel, fertig, los!

Auf den Sattel, fertig, los!

Raus aus den vier Wänden – das ist immer eine gute Idee und zurzeit ganz besonders. Aber wohin? In der Bamberger Innenstadt ist Abstand halten an sonnigen Tagen schwierig, so viele Menschen drängen sich in der Altstadt. Eine gute Gelegenheit also, das Bamberger Umland ein wenig näher kennenzulernen und sich gleichzeitig zu bewegen. Deshalb stellen wir drei Radtouren vor, die sich nach unseren eigenen Erfahrungen auch für Fahrradanfänger und Sportmuffel gut eignen – und sich prima mit Pausen in den wieder geöffneten Bierkellern verbinden lassen. Natürlich haben wir die Runden dafür selbst getestet:

Fotos: Anna Siemer, Maria Menzel

Die kleine Einsteigertour

Die erste Route eignet sich mit ihren 19 Kilometern, den gut befahrbaren Wegen und nur leichter Steigung für den Anfang perfekt. Wir starten an einem sonnigen Nachmittag auf der Memmelsdorfer Straße. Leider führen die ersten 4,5 Kilometer der Route neben einer stark befahrenen Straße entlang. Dafür ist die Orientierung leicht: einfach geradeaus, bis wir rechts von uns das Schloss Seehof erblicken.

Rund um das Schloss liegen Felder, in denen Korn- und Mohnblumen blühen. Das Schloss wurde 1686 als Sommerresidenz für die Bamberger Fürstbischöfe errichtet. Wie fast jedes Ferienhaus hat das Schloss einen riesigen Garten, mit einer kleinen Kaskade. Von hier aus konnten wir auf den namensgebenden See herunterblicken, auf dem zwei Schwäne ihre Runden drehen. Punkt 16 Uhr beginnt, wie zu jeder vollen Stunde, das Wasserspiel.

Nach dem ganzen Wasserspeien haben wir Lust auf ein Bier. Wir machen einen Abstecher nach Memmelsdorf zum Höhnskeller – der für einen fränkischen Bierkeller auch eine erstaunlich große Auswahl an fleischfreien Gerichten anbietet. Mit gestilltem Durst geht es weiter den Skulpturenweg entlang, sogenannt weil am Rand des Fahrradwegs verschiedene Skulpturen stehen. Dieser führt uns nach Pödeldorf, wo wir in den Hauptsmoorwald fahren, auf den Heimweg Richtung Bamberg. Im Wald geht es größtenteils bergab. Bei der Einfahrt zurück nach Bamberg fahren wir bei Fässla und Mahrs vorbei. Wer die Runde also noch mit einem Bier abschließen möchte ist gut versorgt.

Die Bierkellerrunde

Die zweite Tour ist rund 10 Kilometer länger und auch ein wenig hügeliger, bietet dafür aber auch weit mehr Möglichkeiten für Pausen in den zahlreichen Biergärten der Umgebung. 15 Keller und Gasthäuser sollen an der Strecke liegen. Wir haben nicht alle gefunden, sie liegen teilweise etwas abseits der Strecke und man muss auf die Hinweise an den Ortseingängen achten.  Wir starten vom Bahnhof aus und müssen zunächst ein wenig durch ein Industriegebiet und an der Geisfelder Straße entlang, um die Stadt zu verlassen. Nach circa sechs Kilometern beginnt der eigentliche Rundweg, weiter in Richtung Geisfeld. Hier führt die Strecke eher bergauf. Von Geisfeld aus geht es über kleine asphaltierte Radwege – endlich nichtmehr entlang der Straße – Richtung Leesten. Stattdessen fahren wir zwischen Kornfeldern und Wiesen. Dann geht es durch Wernsdorf und Amlingstadt. Wir halten beim idyllischen Gasthaus Schiller und trinken Bier im Schatten von hochgewachsenen Bäumen.

Dann fahren wir an Strullendorf vorbei und durch den Hauptsmoorwald zurück. Nach den glatten asphaltierten Wegen müssen wir jetzt über Schotterwege. Dafür hält der Wald aber eine kleine Überraschung für uns bereit.

An der Hubertusquelle, die sich irgendwo auf diesem Waldweg befindet, steht ein Kasten mit lokal gebrautem Bier und einem kleinen Glas mit der Aufschrift „Bierkasse“. Also lassen wir uns neben der Quelle nieder und freuen uns, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, einen Kasten Bier mitten in den Wald zu stellen – bis wir von den Mücken vertrieben werden. Lange Hose oder Mückenspray sind im Wald definitiv von Vorteil! Trotz Blutverlust schaffen wir das letzte Stück durch den Wald und dann an der Geisfelder Straße entlang den bekannten Weg zurück nach Bamberg.

Bamberger Umland Surpreme

Unsere längste Runde mit 45 Kilometern führt in den Süden des Bamberger Umlands. Leider sind die Wege teilweise ein wenig schlechter als auf den ersten beiden Touren, trotzdem lohnt sich die Strecke. Von der Unteren Brücke aus fahren wir Richtung Erba und dann weiter nach Gaustadt. Von dort geht es auf Schotterwegen durch den Michaelsberger Wald nach Mühlendorf und Kreuzschuh. Wir sind froh als es aus dem Wald hinaus und auf asphaltierte Wege geht.

In Kreuzschuh wird gerade die Straße komplett erneuert, am besten kann man also einen kleinen Umweg um den Ort fahren. Es geht weiter über Grasmansdorf und Burgebrach. Burgebrach ist eine niedliche kleine Stadt mit historischem Kern. Wir fahren durch das Torhaus des Oberen Tors hindurch, das früher als Rathaus diente. Es geht weiter durch Frensdorf nach Reundorf, dort machen wir an einem kleinem Hofverkauf halt und holen uns ein lokal hergestelltes Eis.

Dann geht es durch Pettstadt, Richtung Pettstädter Fähre. Wobei Fähre ein großes Wort ist für das kleine Metallfloß ist, auf dem uns der sympathische, sehr fränkische Fährmann Reinhold mit unseren Fahrrädern über die Regnitz fährt. Die Fähre gilt als öffentliches Verkehrsmittel, deshalb: Maske nicht vergessen!

Auf der anderen Seite des Flusses geht es weiter über Felder, bis wir am Main-Donau-Kanal angekommen sind. Bamberg kann man in der Ferne schon sehen, weshalb es sich wahrscheinlich wie eine kleine Ewigkeit anfühlt, bis wir die Bamberger Schleuse endlich erreichen.

Auch auf dieser Tour sind wir an zahlreichen Bierkellern vorbei geradelt– wir können aber leider keinen empfehlen, da sie zu dieser Zeit noch Corona-bedingt geschlossen waren. Fahrt die Tour einfach so oft, bis ihr den besten entdeckt habt.

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