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Vorgespielt: Prometheus oder Die Abschaffung der Götter

Vorgespielt: Prometheus oder Die Abschaffung der Götter

Die griechischen Götter mal ganz anders zeigt das e.g.o.n.-Theater in ihrem Stück „Prometheus oder Die Abschaffung der Götter“. Dort lernt man die Entstehungsgeschichte der Menschen nach den griechischen Sagen und einige Götter selbst hautnah kennen.

Fotos: Ruth Kaiser & Paul Moser

Das e.g.o.n-Theater hat letzten Mittwoch die Premiere seines Theaterstücks „Prometheus oder Die Abschaffung der Götter“ gefeiert. Das Stück hat e.g.o.n.-Gründungsmitglied Manuel Müller vor 15 Jahren für die Gruppe geschrieben. Bei der Uraufführung des Stücks hieß das Ensemble allerdings noch die Immer-Hin-Theatergruppe und hatte noch nicht ganz so viel Bühnenerfahrung.

Das Stück beginnt mit den Göttern, die vom Olymp herab die neuesten Kreationen des Prometheus (Sebastian Burkard) begutachten. Die Menschen sind noch etwas primitiv, doch Prometheus sieht das Potenzial in ihnen. Mit seiner Hilfe werden sie zu Bauern und Müllern, treiben Handel und lernen, sich an Gesetze und Regeln zu halten. Von diesem Fortschritt möchte aber auch Göttervater Zeus profitieren und verlangt, dass die Menschen den Göttern Opfer darbringen sollen. Prometheus sieht darin eine Gelegenheit, die Götter zu hintergehen und fordert im Gegenzug zur Opfergabe, dass die Bewohner des Olymps ihr Feuer mit den Menschen teilen. Als die Götter jedoch merken, dass ihre Opfergabe nicht das hochwertige Fleisch ist, das sie erwartet haben, enthalten sie den Menschen ihr Feuer weiterhin vor.

Prometheus ist frustriert und lässt sich vom schelmischen Hermes dazu anstiften, das Feuer aus Hephaistos (Ben Gehrig) Schmiede zu stehlen. Mit der Hilfe des Feuers entwickeln sich die Menschen auf erschreckend schnelle Weise. Sie entdecken die Gentechnik, Atomenergie, Devisen, Aktien und die Diktatur. Außerdem verkünden sie, dass es die Götter nicht mehr gibt, was diesen jedoch gar nicht passt. Sie schicken die schöne Pandora und ihre Büchse voller Plagen auf die Erde, um sich an den Menschen und Prometheus zu rächen.

Die Aufführung wird live begleitet durch Klavier, E-Gitarre, Trompete und Posaune. Auch sonst wurde die Produktion hochwertig umgesetzt. Durch viele Kostümwechsel wurden alle Stufen der Entwicklung der Einwohner der Erde, von primitiven Höhlenmenschen bis zu modernen Wissenschaftlerinnen und Bankern, dargestellt. Den Göttern wurden durch wilde und bunte Maskenbilder das gewisse göttliche Etwas verliehen. Vom Olymp aus, der durch eine Empore über der Bühne dargestellt wird, beobachten sie die Menschen unter ihnen. Nachrichten von den Göttern an die Menschen überliefert der von Stefan Huber verkörperte Hermes. Hubers herrlich witzige Rolle und seine einzigartige Bühnenpräsenz machen ihn von der ersten Minute an zum Publikumsliebling.

Die Schauspieler zeigten bei der Aufführung vollen Einsatz, auch vor Interaktionen mit den Zuschauern schreckten die Darsteller nicht zurück. Die Umsetzung des Stücks lief größtenteils glatt, Probleme wurden von den Darstellern gekonnt überspielt. Das brillante Ensemble wurde für ihre Leistungen mit tobendem Applaus belohnt.

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