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Seiner Zeit voraus – ETA stellt aktuelle Spielzeit vor

Seiner Zeit voraus – ETA stellt aktuelle Spielzeit vor

„Fortschritt“ heißt das neue Programm des Bamberger ETA‐Hoffmann‐Theaters. Auf einer Pressekonferenz wurde das vielfältige Programm vorgestellt.

Theaterinteressierte und Kulturkonsumenten werden auch im kommenden Jahr auf ihre vollen Kosten im ETA‐Hoffmann‐Theater kommen. FORTSCHRITT‐ dieses Motto begleitet und prägt das Programm des Theaters. Bei der Pressekonferenz am 03. Mai warben Intendantin Sibylle Broll‐Pape und Chefdramaturg Remsi Al Khalisi für den Theaterbesuch und betonten seine Wichtigkeit im gesellschaftlichen Kontext.

Fortschritt werde im Programm nicht nur auf geistiger Ebene gesehen, auch technischen Fortschritt will das Theater in der neuen Spielzeit zu seinem Thema machen. Wachrütteln, warnen, auch das sieht das ETA als seine Aufgaben an und stellt ein Programm für jeden Geschmack vor.

„Wachrütteln, warnen, auch das sieht das ETA als seine Aufgaben an.“

Zwölf Neuproduktionen wird es in der Spielzeit 2019/2020 geben, ein Drittel davon Erstaufführungen. Beginnen wird die Spielzeit im Oktober ganz klassisch mit Goethes Faust – als allzeit brisantes und aktuelles Stück sicherlich die perfekte Spielzeiteröffnung zum Oberthema. “FAUST 2in1” legt dabei den Fokus auf den zweiten Teil des Dramas. Mit Oscar Wildes „Bunbury“, Tschechows „Der Kirschgarten“, „Der Sandmann“ von ETA Hoffmann und Molières „Die Schule der Frauen“ kommen Freunde klassischer Stoffe auf ihren Geschmack. Von jungen Regisseurinnen und Regisseuren auf moderne Art und Weise auf die Bühne gebracht, werden jedoch kaum klassische Inszenierungen ihren Weg ins ETA finden. Ältere Stücke müssen so nicht automatisch Theater im klassischen Sinne bedeuten.

Intendantin Sibylle Broll‐Pape und Chefdramaturg Remsi Al Khalisi.

Das neue Programm bietet Unterhaltung für Interessierte aller Art

Jungautor Simon Strauß‘ Roman „Sieben Nächte“, den er im letzten Jahr an der Universität Bamberg vorgestellt hat, findet ebenfalls seinen Weg auf die Bamberger Bühne. Er richtet einen kritischen Blick auf die Generation der Millennials, die scheinbar keine Kämpfe mehr zu kämpfen hat, jedoch trotzdem immer weiter nach Pathos sucht. Einem allgegenwärtigen politischen Problem widmet sich „Der Reichskanzler von Atlantis“- eine Uraufführung, die die Reichsbürgerszene aufs Korn nimmt und damit den Zahn der Zeit treffen soll.

Junge Autoren bringen junge Stücke auf die Bühne – genau das scheint dem ETA in dieser Spielzeit als Ziel. Mit Bonn Park verpflichtete man einen Berliner Jungautoren, der mit skurrilen Stücken punktet und für Bamberg „Das Ende der Menschheit“ verschriftlicht hat. Erstaufgeführt im Jahr 2020 wird die Klima‐Trilogie „paradies fluten/hungern/spielen“, geschrieben von Thomas Köck und von Cilli Drexel, inszeniert. Sprachgewaltig soll es werden, brisant dank des Themas so oder so.
Seinem Ruf als innovatives, junges Theater wird das ETA so auch in der kommenden Spielzeit verteidigen. Bewusstsein schaffen durch Kunst – man darf gespannt sein, wie das im kommenden Jahr umgesetzt werden wird.

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