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Revolution – Festivalauftakt im Sitzen

Revolution – Festivalauftakt im Sitzen

Konzerte und Festivals gehören in diesem Jahr nicht zum Alltag. Wie kann in dieser Zeit der Auftakt eines neuen Festivals zum Erfolg werden? Über die Besonderheiten des 1. Revolution Fest in Bamberg.

Foto: privat

„Das allererste bestuhlte Punkfestival!“ steht groß und auf rotem Hintergrund ganz oben auf den Flyern und Plakaten zum Revolution Fest 2020, dessen Premiere trotz Corona am 26. September stattfindet. Statt der geplanten 250 sind 100 Gäste in den Haas Sälen erlaubt. Die mittlerweile fast zur Gewohnheit gewordenen Hygienevorschriften – Maske tragen, wenn man nicht auf dem Platz sitzt, Abstand zu anderen halten, Laufrichtungen beachten und am Einlass Kontaktdaten angeben – müssen eingehalten werden. „Wenn sich alle daran halten, kann es ein super Abend werden. Ich war selbst schon bei drei Sitz-Konzerten während Corona. Es funktioniert, es macht auch Spaß. Man kann ja trotzdem mitwippen, mitsingen und mit Sitznachbarn scherzen“, sagt Kilian Herbst, Vorstandsmitglied des Bamberger Festivals e.V. und Veranstalter des Festivals. Dieser Aufgabe hat er sich nicht allein gestellt, mit ihm im Organisationsteam für das Revolution Fest sind vier weitere Mitglieder. Gemeinsam haben sie Bands gebucht, eine Location und Übernachtungsmöglichkeiten gesucht und Flyer, Plakate und Armbändchen entworfen.

Von der Idee zum Projekt

Die Idee Revolution zu veranstalten kam auf einem Festival im Juli 2019. „Mein Vater und ich haben uns darüber unterhalten, dass es ganz cool wäre, ein eigenes Punk-Festival zu machen. Er war der Meinung, das wäre zu schwierig. Ein paar Tage später habe ich mich mit Kumpels getroffen und dann haben wir beschlossen, das wirklich zu machen. So ist aus dieser Idee dann wirklich ein Projekt geworden“, erinnert sich Kilian. Gut ein Jahr dauerte die Planung anschließend, auch wenn sie weniger aufwendig war, als anfangs vermutet. „Wir haben uns an Bamberger Festivals e.V. gewendet, da wurde uns erklärt, wie das läuft. Zuerst muss man Bands anschreiben, über Finanzierung und Location macht man sich danach Gedanken.“

Das Revolution Fest soll ab jetzt in jedem Jahr stattfinden. In Zukunft wird die Planung einfacher, weil bereits Erfahrung da ist, vermutet Kilian. Wichtig ist dafür aber, dass Interesse von Seiten der Bevölkerung besteht: „Es müssen Leute kommen und Tickets kaufen. Wenn es nicht gut ankommt, dann wird es aussterben, weil der Planungsaufwand zu groß und das Geld zu knapp wird. Das andere ist, dass wir unsere Fördergelder wiederbekommen, damit die Ticketpreise so niedrig bleiben können.“

Vom Sponsoring über Corona und Location-Wechsel bin hin zu Absagen von Bands – Schwierigkeiten in der Planung gab es einige. Umso glücklicher ist Kilian jetzt, dass Revolution tatsächlich stattfinden kann und nicht abgesagt werden musste. „Mir bedeutet das Festival sehr viel. Ich bin wahnsinnig stolz darauf, dass es so funktioniert wie wir uns das gedacht haben, wenn auch gerade durch Corona ein paar Holprigkeiten dabei waren. Meine Familie steht auch voll hinter mir, die hätten ursprünglich auch nie gedacht, dass ich sowas auf die Beine stellen kann.“

Information und Musik

Dass der Name des Festivals durch die Pandemie noch passender werden würde, hätte vor einem Jahr noch niemand vermutet. „Revolution, Gegenwehr zeigen, das klingt nach Veränderung, ich hätte aber nie gedacht, dass es dank Corona dann wirklich so revolutionär wird, ein Festival in Zeiten einer Krankheit zu machen, und so ist der Name auch entstanden“, erzählt Kilian. Trotz großer Fangemeinde gab es bisher in der Bamberger Gegend kaum Punk-Festivals. Entsprechend wichtig findet Kilian Revolution für die Anhänger der Musikrichtung. Sie sollen die Möglichkeit haben, auch ohne weite Anreise Punk in vollen Zügen genießen und erleben zu können.

Der Abend beginnt um 17:30 Uhr mit zwei Vorträgen über Rassismus und Seenotrettung mit anschließender Diskussionsrunde. Dafür eingeladen sind verschiedene Gäste, denen das Publikum auch Fragen stellen kann. „Dann ist der informative Teil abgeschlossen und es geht weiter mit dem spaßigen Teil des Abends. Wir haben ein paar bunt gemischte Musikgruppen, so lassen wir dann den Abend ausklingen beziehungsweise richtig abrocken.“ Für Stimmung sorgen die Bands Sinking Lifeboat, die auf dem Festival ihren ersten Auftritt haben, Panzertape, Bauschaum, Blaulicht, die Bamberger Punk-Fans bekannt sein dürften, und die WIZO-Coverband Kein Gerede. Um den Abend perfekt zu machen, braucht es für Kilian nicht viel: „Ich wünsche mir, dass wir eine Mordsgaudi haben, dass es spaßig wird, dass es ohne Zwischenfälle abläuft und dass wir ausverkauft sind und es nächstes Jahr wieder stattfinden kann.“

Tickets für das Festival gibt es hier.
Weitere Infos hier.
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