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Netflix & Pride

Netflix & Pride

Prokrastination – aber in gut? Dann haben wir was für euch! Hier kommen queere Serien für alle, die noch nicht bereit dafür sind, dass der Pride Month wieder vorbei ist und die eigentlich was für die Uni machen sollten…

Foto: freestocks

FEEL GOOD

Eine absolute Überraschung ist die Serie „Feel Good“. Einmal angefangen, ist es schwer, wieder aufzuhören. Eine Tatsache, mit der auch die ehemals drogenabhängige Mae zu kämpfen hat. Die auf Netflix erschienene Serie wurde von der kanadischen Komikerin Mae Martin geschrieben, die auch die gleichnamige Hauptrolle spielt. Basierend auf ihrem Leben behandelt die Serie Themen wie Drogensucht, Coming-Out und Gender-Identität.

Mae, die von Kanada nach London gezogen ist, um ihre Comedy-Karriere voranzubringen, lernt bei einem ihre Auftritte die leicht neurotische George kennen. Schnell lässt sich diese auf Mae ein, muss die Beziehung aber geheim halten, da sie vor ihrer Familie und ihren Freunden noch nicht geoutet ist. Das Verhältnis der beiden ist geprägt von Unsicherheiten: Bleibt Mae clean und schafft es, von den Drogen fernzubleiben, wird George öffentlich zu ihrer sexuellen Identität stehen? Wird die junge Beziehung das Auf und Ab überleben?

In nur sechs Folgen schafft Feel Good es immer wieder, auf dem schmalen Grat zwischen Tragik und Comedy zu balancieren. Vielleicht gerade, weil die Serie in vielen Punkten autobiografisch ist, fühlt es sich nicht nach gekünsteltem Drama, sondern nach echtem Leben und echten Problemen an. Die gnadenlos ehrliche und teilweise schmerzhafte Herangehensweise an Themen geht mitten ins Herz, ohne dabei jemals den Humor zu verlieren. Mit nur 25 Minuten pro Folge, ist die Serie ideal für eine Lernpause (oder um sie in einem Rutsch durchzuschauen).

POSE

Pose stammt aus der Feder von Ryan Murphy, der bereits mit Glee und American Horror Story Erfolge feiern konnte. Die Serie spielt in den späten 80er Jahren und beleuchtet die Geschichte der LGBTQ+ Community zu dieser Zeit in New York.

Im New York der 80er entsteht eine Subkultur, die sogenannte Ballroom Culture. Die „Bälle“ sind Wettbewerbe, an denen Drag Queens, schwule Männer und trans* Frauen in verschiedenen Kategorien teilnehmen. Diese Welt gibt allen Menschen eine Bühne, die von der restlichen Gesellschaft am liebsten übersehen werden. In Häusern schließen sich die Menschen als Gruppe zusammen, um gemeinsam anzutreten. Pose erzählt die Geschichte der trans* Frau Blanca, die ihr eigenes Haus als eine Art Familienersatz gründet. Als Mutter ihres Hauses muss sie sich verschiedenen Herausforderungen stellen und versucht für sich und ihre „Kinder“ ein besseres Leben möglich zu machen.

Bei Pose steht das opulente Erscheinungsbild der Bälle im Kontrast zu der harten Realität von HIV und AIDS, Obdachlosigkeit und Gewalt gegen Drag Queens und trans* Frauen. Wie eine Art Geschichtsstunde schafft die Serie zu zeigen, was in vielen Geschichtsbüchern vergessen wird: BIPOCs (Black, Indigenous, People of Color) und trans* Personen waren und sind heute noch der Kern der Bewegung, egal ob es um Kultur oder um Aktivismus geht.

Der fast ausschließlich aus BIPOCS bestehende Cast erzählt mit viel Drama und Flair die Geschichte von trans* Frauen und schwulen Männern, die zwischen der drohenden Gefahr durch AIDS und Rivalitäten zwischen verschiedenen Häusern versuchen, ihre Träume zu verwirklichen.

Und nun in den Worten, der Titelmusik von Pose: Live! Work! Pose! Prokrastiniert!

SENSE 8

Ein tragischer Tod hat ungeahnte Folgen für acht Fremde. Ausgelöst durch dieses Trauma, entdecken die auf der ganzen Welt verteilten Hauptcharaktere, dass sie Fähigkeiten haben, von denen sie davor nichts wussten. Von Seoul nach San Francisco, weiter nach Mumbai und dann nach Berlin. Einmal quer durch verschiedene Kulturen, zieht sich die Geschichte der Serie Sense8. Nach nur zwei Staffeln setzte Netflix die Serie zum Leidwesen der Fans ab. Aber keine Sorge, in einem zweistündigen Finale fand Sense8 ein würdiges Ende.

Die Serie ist eine Mischung aus Drama und Science-Fiction. Im Mittelpunkt steht die psychische Verbindung von acht Fremden aus verschiedenen Teilen der Welt. Nach und nach stellen die Hauptcharaktere fest, dass sie emotional miteinander verbunden sind und über gewaltige Distanzen kommunizieren und ihre Fähigkeiten teilen können. Das Cluster, wie sich die Gruppe aus Will, Riley, Capheus, Sun, Lito, Kala, Wolfgang und Nomi nennt, muss außerdem der Verfolgung durch eine mächtige Organisation entgehen, die an ihnen Experimente durchführen will.

Obwohl die Materie definitiv der Science-Fiction entspringt, erzählt Sense8 liebevoll die Geschichte von verschiedenen Lebensformen und Partnerschaften. Abseits der Action und des Geheimnisses, wie und warum genau das Cluster verbunden ist, geht es in Sense8 um Beziehungen, selbstgewählte Familie und unterschiedliche Kulturen. Von Lito in Mexiko-Stadt, der als Schauspieler seine Homosexualität und seinen Lebenspartner versteckt, bis hin zur trans* Frau Nomi, die trotz ihrer Lebenspartnerin mit Akzeptanz innerhalb der LGBTQ+ Community zu kämpfen hat.

Bildgewaltig wird hier die Geschichte von acht Fremden erzählt, die nach und nach füreinander zur Familie werden. Und für alle, die gerade an Fernweh leiden, bietet Sense8 einen spannenden Städtetrip einmal rund um die Welt.

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