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Weniger Geld fürs Auslandssemester

Weniger Geld fürs Auslandssemester

Der DAAD ersetzt die bisher üblichen Kurzstipendien durch ein neues Stipendienprogramm. Pro Student werden die Beihilfen zum meist sehr kostspieligen Auslandsstudium empfindlich gekürzt.

Für dieses Jahr hat der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD) seine Kurzzeitstipendien gestrichen. Ersetzt werden diese durch das Programm zur Steigerung der Mobilität von deutschen Studierenden (PROMOS).

Größter Unterschied: Bei PROMOS fällt die Bezuschussung von bis zu 8000 Euro pro Studierendem für die Studiengebühren im Ausland weg. Da in vielen Ländern die Studiengebühren höher sind als in Deutschland, trifft das Studierende im Ausland an einer sehr empfindlichen Stelle. Ganz  besonders betroffen sind aber Stipendiaten im angelsächsischen Raum mit seinen horrenden Studiengebühren. Zuschüsse vom DAAD gibt es in Zukunft also nur noch für Fahrt‐ und Lebenshaltungskosten von Auslandsaufenthalten. Die Bewerbung läuft direkt über die Hochschulen, die auch entscheiden, welcher Studierende wie viel Geld bekommt.

Frank Merkle vom DAAD streitet jedoch Einsparungen ab: „PROMOS führt zu keiner Reduzierung der Mittel, sondern nur dazu, dass diese Summe auf eine größere Anzahl von Personen umgelegt werden kann.“ Anders sieht das Andreas Weihe, Leiter des Auslandamtes in Bamberg: „Durch PROMOS steht uns weniger Geld zur Verfügung, der ganze Verwaltungsaufwand bleibt jedoch bei den Hochschulen. Das ist eine Frechheit!“

Das Budget für PROMOS ist begrenzt, die Universität Bamberg etwa hat für das Jahr 2011 bisher 61.000 Euro beantragen können. Letztes Jahr wurden dem Auslandsamt dagegen allein für den Zeitraum Juni bis Dezember noch 58.000 Euro für PROMOS bewilligt. Und es ist noch nicht einmal klar, ob die beantragten Gelder von 61.000 Euro überhaupt genehmigt werden. Die Entscheidung darüber fällt im April. Erst dann ist auch eine formelle Bewerbung für PROMOS möglich.

Auf seiner Website wirbt der DAAD damit, dass PROMOS die Mobilität der Studierenden fördern wolle. Andreas Weihe kann darüber nur den Kopf schütteln: „Kein einziger Student ist letztes Jahr durch PROMOS zusätzlich ins Ausland gegangen.“  Im Juni hätten die meisten Studierenden ihr Auslandsjahr schon geplant gehabt.  So kurzfristig war es unmöglich, für weitere Studierende ein Auslandsjahr zu organisieren. Dieses Jahr kommt PROMOS zwar weniger kurzfristig. Dafür fallen nun aber die anderen Förderprogramme des DAAD weg, so dass die Mobilität der Studierenden unterm Strich eingeschränkt wird.

Weihe beschreibt PROMOS als „finanziell völlig eingeschränkten Notfallfonds“, der die früheren Kurzzeitförderprogramme nicht abdecken könne. So sehen das auch die Leiter anderer Auslandsämter deutscher Hochschulen. Ge­meinsam wollen sie deshalb nun einen Beschwerdebrief  an die Führungsspitze des DAAD schreiben.

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