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Vernissage “Nightmares” von Elena Helfrecht im Sound n Arts

Vernissage “Nightmares” von Elena Helfrecht im Sound n Arts

 

Am gestrigen Feiertag, dem 6. Januar, präsentiert die junge Künstlerin Elena Helfrecht im Sound n Arts Bamberg ihre Fotografien unter dem Thema “Nightmares”.
Es ist schon recht düster. Aber das konnte man von Plakaten und Flyer schon erahnen. Am gestrigen Montag fand die Vernissage der Künstlerin Elena Helfrecht im Sound n Arts in Bamberg statt. Auch der Titel der Ausstellung „Nightmares“ – zu deutsch: Albträume – verrät schon einiges über den Charakter der Fotografien. Auf jedem der Bilder ist ein Körper, Kopf oder Körperteile zu sehen. Meist verzerrt oder dunkel. Und es ist immer viel Blut dabei. Teilweise wirken die Bilder schon verstörend, aber sie tragen natürlich eine Botschaft. Elena Helfrecht, die Fotografin, erklärt mir, dass einige der Bilder sehr gesellschaftskritisch sind. Damit meint sie zum Beispiel ein Foto von einem Auge, das anstelle eines Augapfels und Pupille viele Zahnräder im Inneren hat. „Der Mensch muss in jeder Lebenssituation, egal ob Schule, Uni, Beruf oder Privat, funktionieren wie eine Maschine. Sobald man einen Fehler macht, wird man ersetzt.“, sagt mir Elena. In einigen anderen Bildern hat sie Ängste und negative Emotionen verarbeitet. Aber in der Tat, die Bilder regen zum Nachdenken an und werfen gleichzeitig viele Fragen auf. Wieso will sich jemand mit einer Schere die Zunge durchschneiden? Oder wird sie durchgeschnitten? Wieso sieht man Vampirzähne? Welche Rolle spielt das Blut? Darauf hat Elena eine Antwort parat: „Blut ist Leben und Tod gleichzeitig. Blut außerhalb des Körpers zeigt Verletzungen und Zerbrechlichkeit an und Rot ist eine starke Farbe mit der man bildtechnisch Kontraste setzen und bestimmte Elemente betonen kann. Rot an sich ist für mich vor allem Aufruhr und Aggression, aber im Zusammenhang mit Blut gleichzeitig Hilflosigkeit und Verletzlichkeit.“ Für mich war es ein Eintauchen in eine andere, sehr düstere Welt. Die Bilder sind ohne Frage gut gelungen, jedoch schockierend und sehr speziell. Man muss es eben mögen, wie so vieles. Elena studiert derzeit Kunstgeschichte an der FAU Erlangen. Fotografieren und die Bearbeitung hat sie sich selbst beigebracht und es ist schon lange ihre Leidenschaft: „es hat sich eben alles entwickelt“, sagt sie. Je nach Komplexität entsteht ein Bild innerhalb von ein paar Stunden und manchmal dauert es Tage oder teilweise auch Wochen. Elenas Fotografien zierten schon mehrere Buchcover, erschienen zum Beispiel bei Photovogue und sie hatte Ausstellungen quer durch Deutschland und in Großbritannien. Ihre persönlichen Highlights waren die Ausstellung auf dem Wave Gotik Treffen in Leipzig und beim Bram Stoker Festival in Whitby, England. Ein weiterer Erfolg für die junge Künstlerin war sicher auch, dass für das neueste Buch von Ted Chiang vom Golkonda‐Verlag ein Bild von ihr als Cover benutzt wurde. „Eigentlich möchte ich Kuratorin werden und irgendwann in der Lage sein unbekannten begabten Künstlern zu mehr Publikum und Präsenz im Kunstmarkt zu verhelfen — abhängig von Leistung, nicht von irgendeinem gut verkäuflichen Namen“, erklärt sie mir. Von dieser begabten Künstlerin hören wir sicherlich noch einiges. Natürlich sind wieder Shootings geplant und im Juni und Juli eine Ausstellung in Berlin.

Foto: Anita Richtmann

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