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Die ultimative Kneipentour

Die ultimative Kneipentour

Das Leben als Student ist kein Ponyhof — Manchmal aber eine Kneipentour. Für Euch haben wir uns eine Nacht lang  auf die Suche nach skurrilen Bamberger Bars gemacht und vor Ort recherchiert und vor Ort geschrieben. Hier legen wir unsere Notizen offen.

 

Als erstes betreten wir das King Lui. Die Vorurteile  bei den Redakteurinnen sind vielschichtig. Eine Kollegin droht: „Ich gehe da nur hin, wenn du mich auf dem Weg zur Toilette beschützt. Bei den ganzen Metalern“. Ich entgegne, dass Metaler auch die Glücksbärchies schauen und überhaupt die nettesten Menschen der Welt seien. So richtig nimmt sie mir das aber nicht ab. Kaum haben wir dann unser Bier bestellt, raunt sie mir zu: „Hey, hier läuft so ein Security-Mensch rum“. Also alles sicher, so ihr Urteil.

Angenehme Atmosphäre, interessante Inneneinrichtung – mit Gaffa-Tape festgeklebte Seifenspender auf der Damentoilette habe ich vorher auch noch nicht gesehen. Optisches Highlight hier bleibt aber eine Hardcore-Metalerin in schwarzem Bauch‑, sowie rückenfreien Netzoberteil. Ziemlich Sexy. Die Musik macht mich depressiv! Aber Daniela muntert mich auf: „Kennt ihr eigentlich den Unterschied zwischen Whiskey mit „e“ und ohne „e“?“ — Wir: „Nee.“ — Daniela: „Also genau weiß ich des jetzt auch nicht mehr.“

fruchtbar   Ich weiß gar nicht was ich zuerst zu Protokoll geben soll, nachdem wir in der Fruchtbar ankommen: Eine Redakteurin geht direkt auf die Toilette und lässt dort ihren MP3-Player ins Klo fallen. Währenddessen säuselt mir eine andere Redakteurin ins Ohr: „Unglaublich, wie man hier sofort von allen Typen ausgecheckt wird: „Zu dick, zu klein, vor allem keine Air Maxx“. Mittlerweile starren mich die Leute an, weil ich hier Notizen ins Buch kritzle. Eine Studentin zeigt mit dem Finger auf mich, woraufhin ihre Freunde mich auslachen. Dann kommt Tarek.
Ich bin gerade erst gekommen, weil mir schon klar war, dass das alles ne dumme Idee ist. Ich habe vorgetäuscht, dass es mir nicht gut ginge –  habe es auf meine Schilddrüse geschoben – bin erst um 23 Uhr losgelaufen. Die anderen waren zu dieser Zeit schon in der Bar, die Fruchtbar heißt. Ich finde, das ist ein sehr dummer Name. Aber Ottfried ist jetzt auch nicht der Adonis unter den Namen. Dass ich recht behielt stellte sich heraus, als Isabella und Jana von der Toilette an unseren Tisch kamen und verkündeten, sie gingen jetzt kurz zur Jana, weil Isabella ihren MP3-Player in Reis einlegen will.

Aus dem Lautsprecher kommt gerade „Call me maybe“, was ich total dämlich finde. Allerdings nicht so bescheuert, wie, dass Dominik auch noch mitsingt.
Das besondere an der Furchtbar, ist, dass der Innenarchitekt bei der Planung vergessen hat, so viel Platz zwischen der Bar und der Wand zu lassen, dass man gemütlich zum hinteren Bereich laufen kann ohne ein Size-Zero Model zu sein. Vor der Tür liegt zwar ein roter Teppich, aber bewegen muss man sich drinnen, wie ein Lagerist – gebeugt und langsam.

Schwarzes Schaf   Im Schwarzen Schaf steht ein Kicker! Außerdem Sessel, die gleichzeitig Boxen sind. Wir haben dann gegen so Typen gekickert, die wir total abgezogen haben. Gegen die nächsten haben wir aber doch verloren, weil ein paar vom Ottfried uns beim Fotografieren immer mit dem Blitz ihrer Einsteiger-Spiegelreflex-Kameras geblendet haben. Trotz niederschmetternder Ergebnisse gegen Unbekannte am Kickertisch ist die Stimmung top und wir okkupieren die Tribüne im Keller.

Schwarze Katze   Dann gingen wir in die schwarze Katze, in der es das Kultgetränk ‘Kalte Ente’ gibt. ‘Kalte Ente’ kommt von kaltes Ende, nur durch fränkischen Dialekt uminterpretiert. Das Getränk ist ein Gemisch aus Sekt, Wein und Wein und macht total betrunken. In der Schwarzen Katze gibt es kein Bier. Isabella hat dann erzählt, dass sie eine Freundin hätte, die genauso sei wie Dominik und dass sie die Beiden mal verkuppeln könnte. Aber Dominik hat dann gesagt, dass er nichts mit jemandem anfangen will, der nur im Entferntesten so aussieht wie er.

Am Nebentisch wird abkassiert. „Bevor hier alle einschlafen.“, sagt die Schwarze Katze. Wir machen uns wohl kaum beliebt. Egal – Fotos von der Toilette müssen auch noch sein – alle wollen nach Hause. Ich geh jetzt nach Hause, das ist alles für die Katz. Es nieselt. Einer ruft nach: „Das war Teil 1 — to be continued“!

 

(Anm. d. Red.: Whiskey mit „e“ kommt aus Amerika oder Irland. Whiskey ohne „e“ kommt aus Kanada, Schottland oder Japan)

Fotos: Redaktion

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