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Die Sommerparty des Jahres

Die Sommerparty des Jahres

Was gibt es Besseres, als bei einem Festival unter glühender Sonne mal eben ins kühle Nass zu springen. Beim „Beats im Bad“- Festival am vergangenen Freitag im Stadionbad in Bamberg war noch mehr möglich: schwimmen, chillen und tanzen.

Ein wasserstoffblondes Mädchen steht vor mir, Kurzhaarfrisur, Sonnenbrille und beide Fußgelenke sind bandagiert. Beidseitiger Bänderriss. Sie schwitzt, denn es sind 30 Grad im Bamberger Stadionbad. Und laufen musste sie heute schon den ganzen Tag, denn sie ist die Pressesprecherin des Bamberger „Beats im Bad“- Festivals Susanne Müller. Erkennen kann man sie und die anderen  Organisatoren an ihren hellblauen T‐shirts. „Wir sind 20 Leute vom Ditzenhofer Gymnasium (DG), die in diesem Jahr das P‐Seminar Marketing zusammen mit den Stadtwerken Bamberg gemacht haben“, erklärt Susanne Müller. Als auserwählte Pressesprecherin für das Projekt muss sie später noch auf die Bühne: ein Interview für Radio Galaxy geben.

Werbung über facebook P‐Seminar? Ich habe 2003 Abitur gemacht und verstehe nur Bahnhof. Susi, wie sie genannt wird, ist dagegen voll dabei. Und das mit 17 Jahren. Im sogenannten Projekt‐Seminar (P‐Seminar) zur Studien‐ und Berufsförderung sollen die SchülerInnen bei dieser Wahl unterstützt werden. Ein Jahr lang wird mit außerschulischen Projekt‐Partnern zusammengearbeitet. Die Schüler können sich ein Projekt aussuchen, dass von einem Lehrer oder einer Lehrerin begleitet wird. Claudia Losgar, Lehrerin am DG, hat sich für die Zusammenarbeit mit den Bamberger Stadtwerken entschieden, weil sie ein Projekt in der Stadt machen wollte. „Das Ziel soll auch sein, dass die Stadtwerke als Arbeitgeber anders wahrgenommen werden“, meint Losgar. Und zwar als Eventveranstalter.

Ideen, Auswertung, Analyse, Planung und Abrechnung eines Events, das haben die SchülerInnen des DG bei ihrem Seminar gelernt. Ein dreiviertel Jahr hat die Organisation des Festivals gedauert. Pro Woche waren drei Schulstunden festgesetzt, aber das reichte nicht. „Die SchülerInnen und die Lehrerin haben sehr viel in ihrer Freizeit gearbeitet und sehr viel geleistet“, betont Pressesprecher der Stadtwerke, Jan Giersberg, der das Projekt begleitet hat. Die operative Umsetzung lag dabei jedoch noch hauptsächlich bei den Stadtwerken, so Giersberg. Ihm habe es allerdings sehr viel Spaß gemacht und es gäbe neue Einblicke, wie Jugendliche ticken und kommunizieren. Es sei spannend dazuzulernen, so Giersberg. Geworben wurde vor allem über eine Seite bei facebook, die die Schüler eingerichtet haben.

„Das Schwierigste war etwas zu finden, das alle anspricht“, erzählt Susi, „wir hatten zum Beispiel die Idee eines Wet‐Tshirt‐Contest, aber das wurde dann verworfen.“ Denn neben den Konzerten der Bands sollte es ein Rahmenprogramm beim Festivals geben, möglichst etwas, dass mit Wasser zu tun hat. Entschieden hat sich das Team für Schnuppertauchen und Kajak fahren im Schwimmerbecken des Stadionbades. Mit vollem Erfolg. Besonders die jüngeren Kinder standen am Becken Schlange. „Wir hatten verschiedene Gruppen im Team, die sich um diese Sachen gekümmert haben“, sagt Susi.

Stimmung Auch am Veranstaltungstag sind alle im Einsatz, die Schüler mit den blauen T‐shirts wechseln zwischen Kasse, Merchandise‐Stand und Wasserbar. DJ Hammer sorgt für die musikalische Untermalung.  Ab 18 Uhr füllt sich das Stadionbad, viele chillen auf der großen Rasenfläche. Als um 19 Uhr die erste Band „Stainbrain“ beginnt zu spielen, stehen die ersten Leute vor der Bühne. Leider lassen sich nicht alle von der Bamberger Schülerband mitreißen. Richtig Stimmung kommt erst beim Auftritt der Bamberger Hip‐Hop Crew „Bambägga“ auf, die einige Fans anzogen. Und neue dazu gewinnen konnten. Die Shirts am Merchandise‐Stand waren nach dem Konzert ausverkauft. Die Ska‐Punk Band „Rantanplan“ aus Hamburg sollte noch anderes Publikum ins Stadionbad ziehen, so der Plan des Projektteams. Allerdings hat das nicht geklappt. Leute über 24 Jahren sah man kaum.

Die Bilanz des ersten Festivals fiel jedoch positiv aus, denn 900 Besucher wurden gezählt. Susis wichtigstes Ziel ist also in Erfüllung gegangen: „dass Leute gemeinsam Spaß haben!“ Und sie als Team waren dafür verantwortlich.

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