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Filmreview: Tribute von Panem – Mockingjay II

Filmreview: Tribute von Panem – Mockingjay II

Fans mussten lange auf ihn warten: den zweiten Teil des Finales der Panem-Trilogie.
Titelbild: Bianca Taube

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In „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2“ setzt Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) den Kampf gegen Präsident Snow (Donald Sutherland) und die diktatorische Regierung von Panem fort. In Distrikt 13 planen die Rebellen unter Anführerin Alma Coin (Julianne Moore) in das Kapitol, das Machtzentrum Panems, vorzurücken. In Coins Strategie soll Katniss als Gesicht der Revolution mit Videobotschaften die Massen gewinnen. Für Dreharbeiten wird ein Stoßtrupp gebildet, zu dem neben Katniss‘ Jugendfreund Gale (Liam Hemsworth) auch Peeta (Josh Hutcherson) gehört. Dieser ist nach wie vor durch die Gehirnwäsche, die ihm unter Folter im Kapitol zugezogen wurde, traumatisiert und unberechenbar. Doch Katniss, der Star des Propagandaprojekts, hat andere Pläne. Sie will nicht nur vor Ruinen posieren, sondern selbst an der Front kämpfen und Snow eigenhändig töten. Auf ihrem Weg zum Präsidentenpalast müssen die Rebellen tödliche Fallen überwinden und schwere Entscheidungen treffen.

Foto: Julia Henning, Bearbeitung: Jonas Meder
Foto: Julia Henning, Bearbeitung: Jonas Meder

Im vierten Teil der Trilogie (!) wird der Zuschauer unmittelbar ins Geschehen hineingeworfen. Auf Neueinsteiger wird keine Rücksicht genommen, ein „Was bisher geschah“ gibt es nicht. Es folgen 137 Minuten, die mal dramatisch und actionreich sind, sich mal kaugummiartig in die Länge ziehen. Grund dafür ist wohl, dass sich Regisseur Francis Lawrence (übrigens nicht mit Jennifer Lawrence verwandt) teilweise zu stark an der Romanvorlage orientiert. Manche Szenen sind zu ausführlich, der Anfang wirkt fast langweilig, das Ende dann gehetzt. Die Spannung ist schlichtweg schlecht aufgebaut.

Aber zum Glück gibt es dann doch die einen oder anderen packenden Szenen, wenn Katniss und ihre Gefährten von der einen Falle in die nächste tappen. So zum Beispiel die Szene in den Abwässerkanälen, bei der es ordentlich zur Sache geht und Nervenkitzel vorprogrammiert ist. Dies liegt nicht zuletzt an der beeindruckenden Filmkulisse und den Kameraeinstellungen. Gedreht wurde unter anderem in Berlin.

Was der letzte Teil der Panem-Reihe gut macht, ist, dass es nicht nur wie im ersten Teil um die Propaganda und Kriegsführung geht, sondern auch die moralischen Aspekte thematisiert werden: wer darf leben, wer soll sterben, wie weit darf man gehen im Kampf um eine bessere Welt? Passend hierzu werden die Protagonisten Gale und Peeta dargestellt, zwischen denen sich Katniss entscheiden muss. Der eine steht für knallharte Kriegsführung, bei der man gerne auch mal zu den Waffen der Gegner greifen darf, der andere für Moral und Hoffnung auf Frieden.

Doch wirklich entfalten können sich die Charaktere der Figuren im Film nicht, wenn auch die schauspielerische Leistung, insbesondere durch Jennifer Lawrence und Donald Sutherland, stark ist. Der gute Eindruck des Films wird leider auch durch die Schlussfrequenz getrübt. Es wirkt als wolle man auf Biegen und Brechen noch ein Happy End herbeiführen und lässt (Achtung Spoiler!) Katniss und Peeta mitsamt Kindern auf einer Wiese im Sonnenschein herumtollen. Da hätte man sich bei so einer starken Figur wie Katniss Everdeen doch etwas anderes gewünscht.

Trinkspiele von Panem

Einen Schluck trinken, wenn

– Katniss „Peeta“ schreit

– es eine Explosion gibt

– Haymitch trinkt

Nur für die ganz Harten: wenn Katniss ausdruckslos guckt und nicht antwortet.

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