„Wir sehen uns als Wahlalternative.“
Adrian Witt ist Spitzenkandidat der Liste ‘RCDS, LHG. Deine Uni, deine Wahl.’ Kurz vor den Hochschulwahlen am kommenden Dienstag und Mittwoch sprach er mit Ottfried darüber, warum Zulassungsvoraussetzungen und Studiengebühren den Studierenden auch zugute kommen können.
Was willst du ändern, wenn du zum Senator gewählt wirst?
Wir fordern, dass es zu einem Zusammenschluss des Studentischen Konvents und dem Fachschaftenrat kommt. Beide Gremien sollen mit einer Stimme sprechen.
Wie muss ich mir das vorstellen? Wird dann die Fachschaft abgeschafft?
Nein, Fachschaftenrat und Konvent sollen in einer Art Parlament zusammen treten. Bisher ist es so, dass der Fachschaftenrat eine Meinung vertritt und das Studentische Konvent zum selben Thema aber oft eine andere. Ich möchte, dass die Studierenden als Einheit auftreten, um effizienter zu sein.
Warum haben sich RCDS und LHG zusammen geschlossen und treten diesmal gemeinsam an?
Bei vielen Themen, wie etwa Studiengebühren und Zulassungsbeschränkungen kommen wir auf einen Nenner. Weil wir beides für sinnvoll halten – wenn auch nicht in dem Maßen, wie es derzeit stattfindet.
Man hat dich bei der Podiumsdiskussion ziemlich in die Enge gedrängt, wie konnte das passieren?
Ich bin mit einem klaren Ziel in diese Podiumsdiskussion gegangen, doch die Situation am Rednertisch, einem Publikum Rede und Antwort zu stehen, war für mich eine komplett neue Erfahrung, warum ich nervös wurde und deshalb nicht das vermitteln konnte, was ich eigentlich sagen wollte.
Viele Hochschulgruppen sind sich ja bei einigen Themen ziemlich einig. Kann es sein, dass man dich deshalb so angegriffen hat, weil der RCDS mit seinen Zielen vielen anderen Hochschulgruppen wiederspricht?
Wir sehen uns als Wahlalternative. Im Vergleich zu anderen Hochschulgruppen vertreten wir bei bestimmten Sachen eine ganz andere Meinung.
Ihr sprecht euch ja auch positiv gegenüber Studiengebühren aus?
Ja, wir halten es für richtig dass es Studiengebühren gibt. Aber über die aktuelle Höhe sind wir selbst unzufrieden. Wir wünschen uns, dass die Beiträge auch wieder bei den Studierenden ankommen – nicht, dass Gelder auf irgendwelchen ominösen Konten brach liegen und nicht vernünftig genutzt werden.
Warum sind also Studiengebühren sinnvoll?
Weil die Studierenden direkt davon profitieren können. Die Öffnungszeiten von den Bibliotheken wurden ausgeweitet. Anstatt ein Buch anzuschaffen, können ganze Reihen von Exemplaren angeschafft werden. Sie ermöglichen auch, dass den Studierenden eine große Anzahl an wählbaren Veranstaltungen zur Verfügung steht. Auch Tutorien, die damit finanziert werden, helfen den Studierenden beim Lernen.
Werden die Studierenden damit nicht unnötig belastet?
Nein, ich würde sagen, das liegt im akzeptablen Rahmen. Man kann wirklich froh sein, dass es in Deutschland möglich ist, zu recht günstigen Konditionen, ein Studium aufzunehmen.
Teil eures Sechs-Punkte-Plans ist es auch, die Studierendenzahlen durch Zulassungsvoraussetzungen zu steuern. Wie muss man sich das vorstellen?
Bamberg besitzt als kleine Universität nun einmal eine bestimmte Kapazität. In den vergangenen Semestern wurde diese vollkommen ausgeschöpft. Wir schlagen ein Punktesystem vor, das nicht nur auf Abiturnoten basiert, sondern auch geleistete Praktika, Berufsausbildungen und Ehrenämter mit einbezieht. Es sollte allen eine bestmögliche Studiensituation gewährleistet werden und das ist eben nicht möglich, wenn man die Schranken für überlaufene Studiengänge offen lässt.
Als gewählter Vertreter der Studierenden besitzt man doch eigentlich keine Macht, wenn man immer von acht Professoren überstimmt wird. Warum soll ich da als Studierender überhaupt wählen gehen?
Das ist vollkommen der falsche Standpunkt. Egal wie schwierig es ist, seine Meinung gegenüber einer Übermacht zu vertreten, man sollte versuchen, bestmöglich mit der Situation klar zu kommen. Man muss einen konstruktiven Dialog suchen, Kompromisse machen. Wir haben eine vollkommen andere Grundeinstellung als andere Hochschulgruppen. Anstatt der eigenen Meinung durch Protest Ausdruck zu verleihen, setzen wir auf einen konstruktiven Dialog mit den zuständigen Stellen.