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Bamberger Studenten gründen Lernplattform


Überfüllte Vorlesungs- und Seminarräume, zu wenig angebotene Tutorien für zu viele Studierende und folglich schlechte Voraussetzungen, das Gelernte zu vertiefen – all das ist inzwischen nichts wirklich neues mehr. Zwei BWL-Studenten haben das Problem erkannt, nach einer Lösung gesucht und die erste E-Learning Plattform für Bamberger Studierende geschaffen.

Seit Beginn dieses Sommersemesters ist die Seite www.nochmal-langsam-bitte.de online. Chris Kropf und Sascha Müller verfolgen mit ihren Online-Tutorien das Ziel, den Studierenden entgegenzukommen. Chris ist seit fünf Semestern Mathe Tutor am Lehrstuhl für Wirtschaftsmathematik der Uni Bamberg und kennt die Schwierigkeiten seiner Kommilitonen, vor allem in der Prüfungszeit. „Die Tutorien waren besonders letztes Semester dermaßen überfüllt. Das sind Zustände, die kein angenehmes Lernen ermöglichen“, erklärt er. Zusammen haben er und Sascha nach einer Lösung gesucht, die es den Studierenden erleichtern soll, an Arbeitsmaterial zu kommen, den Lernstoff in dem für sie angebrachten Tempo erklärt zu bekommen und natürlich zu üben.

Auf der Seite werden Online-Tutorien und Skripte zu den Fächern Mathe I und II, Statistik I und Buchführung angeboten. Das ließe sich aber noch ausweiten, zum Beispiel auf andere Fächer der BWL, meint Sascha. Auch ein Konzept mit anderen Unis oder eine Kooperation mit anderen Fächern wäre in Zukunft denkbar, wenn sich jemand fände, der Interesse hat.

Bisher konzentrieren sie sich aber hauptsächlich auf ihre Fächer und bieten Material an, das genau auf den Stoff der Uni Bamberg zugeschnitten ist. Auf ihrer Homepage kann man sich die Videos herunterladen, in denen der jeweilige Stoff zuhause am PC Stück für Stück erklärt und eingeübt wird. Die Videos, in denen erfahrene Tutoren den Stoff und Übungen Schritt für Schritt erklären, kosten zwischen 5,50€ und 6,50€ und können über die Webseite bestellt werden. Eine spezielle Software stellt sicher, dass die Videos nur zwei Tage lang abgespielt werden können. Es ist also sinnvoll, vorher zu planen, wann genau man sich dem intensiven Wiederholen des Stoffes widmen möchte. Ergänzend und etwas nachhaltiger gibt es noch Skripte, die sich gemeinsam mit den Videos zu einem Gesamtpaket ergänzen, wie Chris erläutert. Für Mathe I und II lassen sich Skripte in Hardcopy bestellen, die dann immer mittwochs in der Feki übergeben werden. Neben diesen bestellbaren Materialien, den Videos und einigen kostenlosen PDF-Dateien bietet die Seite auch in einem Forum die Möglichkeit, sich mit Fragen zu den einzelnen Gebieten an die Fachleute zu wenden. Das Forum kann natürlich auch von Studierenden anderer Fächer genutzt werden und soll möglichst als eine Austauschplattform der Lehre dienen.

Chris und Sascha erhoffen sich, dass ihr Konzept aufgeht und ihre Seite Anklang findet. Schon in den ersten Wochen wurden einige Skripte verkauft. Den Ansturm erwarten Sascha und Chris aber nicht vor Beginn der Klausurenphase, wenn die große Panik anfange. Ihr Ziel sei es nicht, großen Profit aus der Seite zu ziehen, es gehe in erster Linie darum, eine Projektidee umzusetzen, dabei Gelerntes aus dem Studium umzusetzen und gleichzeitig etwas Sinnvolles für ihre Kommilitonen zu tun, so die Gründer. „Es ist einfach ein schönes Projekt“, findet Chris. Sie haben ein Unternehmen angemeldet, kümmern sich um die administrative Arbeit und um die Homepage. „Das ist learning by doing“, stellt Sascha fest. Auch von der Uni werde das Projekt bisher wohlgesonnen betrachtet. Bei fünf Professoren hätten sie vorher nachgefragt, was sie von ihrer Idee halten, und sind größtenteils auf positive  Resonanz gestoßen. Von einigen kam sogar das Angebot, ihre alten Klausuren zu nutzen. Bisher sind sie, zusammen mit Florian Vietze, der gemeinsam mit Sascha den Bereich Buchführung betreut, erst zu dritt. Einer Ausweitung des noch jungen Projektes steht aber, je nach Nachfrage von Seiten der Studierenden, nichts im Wege.

 





  • 2 Kommentare zu “Bamberger Studenten gründen Lernplattform”

    1. Pete schrieb vor 122 Tage

      Zwar schon ein alter Artikel, muss aber meinem Vorkommentator absolut zustimmen!
      “Aus Not Kapital schlagen” – das trifft es echt perfekt. Pervers und das noch von Mitstudenten =/
      Bin selber hier Student und das spiegelt das Klima ganz gut wider….

    2. Student3784 schrieb vor 202 Tage

      Aus der Not Kapital schlagen – Respekt an so viel rationales Engagement. Warum wie Tutoren anderer Unis den Stoff umsonst verbreiten, wenn es aufgrund der Überfüllung genug zahlungswillige Verzweifelte gibt? In Bamberg herrscht wenigstens noch echtes Interesse an Gewinnmaximierung. Super Sache!

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