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Im Interview mit den Institutsansprechpartnern der Kowi

Im Interview mit den Institutsansprechpartnern der Kowi

Die Institutsansprechpartner Talayeh Mesri und Tobias Schwär sind in der Bamberger Kommunikationswissenschaft das Bindeglied zwischen Studierenden und Dozenten. Sie haben mit OTTFRIED über die aktuelle Lage gesprochen und die Zukunft des Kowi-Studiums eingeschätzt.
Titelbild: Kristina Kobl

Wie habt ihr als Institutsansprechpartner die ersten Wochen mit 411 Kowi-Erstis erlebt?
Tobias: Wir wurden ziemlich überrannt. Wir haben jeweils etwa 30 Facebook-Anfragen bekommen. Auch im Ersti-Café und im Tutorium haben uns die Studierenden gefragt, wie sie mit der Situation umgehen sollen und wie es weitergeht. Natürlich haben wir mit einem großen Ansturm gerechnet, da wir ja auch die helfende Hand repräsentieren. Aber das war echt viel Arbeit.

Talayeh: Das kann man den Erstis natürlich nicht böse nehmen. Bei der Facheinführung wurde nie angesprochen, warum es so viele Einschreibungen gab. Die Dozenten haben nur gesagt, dass es viel zu viele Studierende sind und die Uni eigentlich nur ein Kontingent für 1/5 der Anwesenden hat. Da entsteht natürlich das Gefühl, nicht willkommen zu sein und man fragt sich, wie das funktionieren kann. Dementsprechend hat sich das Ganze auf uns übertragen. Es ist ja klar, dass man als Ersti lieber zu jemandem geht, der im gleichen Alter ist und selbst Student der Universität. Wir versuchen den Erstis Mut zu machen und eventuelle Ängste zu nehmen. Aber dadurch, dass sie so verunsichert wurden, wurde uns die Aufgabe erschwert.

Kann die Qualität des Kowi-Studiums eurer Meinung nach gesichert werden?
Tobias: Die Seminare werden zwar ein bisschen größer, aber der Stoff ist derselbe und die Dozenten sind gut. Ich könnte mir vorstellen, dass sie noch zusätzliche Kurse anbieten, um die Teilnehmerzahlen abzudecken, aber es wird nicht in jedem Seminar auf eine unbegrenzte Anzahl hochgestuft.

Talayeh: Eine größere Zuhörerschaft in einer Lehrveranstaltung heißt nicht, dass dem Einzelnen weniger Wissen vermittelt wird, sondern dass man selbstständiger arbeiten muss. Uni ist keine Schule. Man muss für das, was man tut, Verantwortung tragen, und das ist schon immer so. Dass das den Meisten Angst macht ist normal. Aber so ist es halt.

Was würdet ihr den Studierenden raten?
Talayeh: Das Wichtigste ist, dass man auf keinen Fall der Uni die Schuld dafür geben sollte, dass es jetzt eine hohe Auslastung gibt. Die wollen auch nur das Beste für den Studiengang. Weder eine spezielle Person noch die Institutsleitung kann etwas dafür. Meiner Meinung nach ist es für jeden wichtig, gleich zwischen dem ersten und zweiten Semester ein Praktikum zu absolvieren. Es ist schade, dass das keine Voraussetzung mehr ist, da ein Praktikum zeigt, dass man sich aktiv mit der Studienwahl beschäftigt hat.

Tobias: Es ist einfach zu sagen „Ich komm in den Kurs nicht rein – was ist das denn für ne blöde Orga“ Aber man muss eben das Beste daraus machen. Man kann sich ja auch erstmal auf das zweite Hauptfach beziehungsweise die Nebenfächer konzentrieren und dann im Sommersemester die weiteren Kurse besuchen. Wenn man es sich genau anschaut, hat man nicht unbedingt einen Nachteil gegenüber höheren Semestern. Es ist ja egal, in welchem Fach man zuerst fertig ist.

Talayeh: Bleibt entspannt. Nehmt alles nicht so ernst – das ist im ersten Semester schwer, aber es regelt sich alles, es pendelt sich ein. Lasst euch nicht von irgendwelchen Sachen niederschmettern.

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Foto: Ludwig Hagelstein
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