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Brose Baskets in Göttingen zu lange von der Rolle
von Felix Pflaum | Samstag, 4. Oktober 2008

Foto: Sebastian Hader"Das war eine Katastrophe", sagte Robert Garrett nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel und dürfte damit mit den Bamberger Fans einer Meinung gewesen sein.

Was das Team der Brose Baskets beim 71:69 (45:39)-Sieg der Veilchen über weite Strecken zeigte, deckte sich mit der Beschreibung des Nationalspielers.

Pest oder Cholera

Besonders unter dem Korb waren Headcoach Chris Fleming ohne den verletzten Eric Taylor und den kurzfristig nicht einsatzfähigen Alexander Johnson (Oberschenkelzerrung) dabei die Hände gebunden. Gegen Ulm noch Topscorer blieb Tim Ohlbrecht diesmal komplett ohne Punkt und kam erst in der zweiten Halbzeit, als er schon drei Fouls auf dem Konto hatte, mit einigen guten Defensivaktionen in die Gänge, während BBL-Debütant Dominik Schneider sichtlich an seinem persönlichen Limit agierte und auf den beiden Centerpositionen noch den besten Eindruck hinterließ.

Wie "Pest oder Cholera" dürfte Fleming die Entscheidung zwischen Peja Suput und Beckham Wyrick auf der Position vier vorgekommen sein; Suput präsentierte sich defensiv völlig ohne Engagement, produzierte aus dem Aufposten lediglich Ballverluste und Fehlwürfe, Wyrick hingegen fiel in seinen acht Minuten fast ausschließlich durch Schrittfehler und fahrige Aktionen auf.

Bamberg nur mit Einzelaktionen

Hatten vor dem Spiel die Göttinger bereits ihren Ruf als Mannschaft weg, die offensiv meist von einzelnen Spielern getragen wird, bewiesen die Niedersachsen mit klugen Passentscheidungen häufig das Gegenteil. Den Eindruck von fünf Einzelakteuren hinterließen viel mehr die Bamberger, welche zu Beginn von Jared Newsons, anschließend von Robert Garretts und zum Ende hin von Filiberto Riveras Soloeinlagen lebten.

Eine sicherlich nicht am Limit agierende BG 74 schlug Kapital aus der noch immer nicht vorhandenen Abstimmung der Domstädter, die sich in den ersten sechs Minuten sieben Rebounds am eigenen Brett klauen ließen oder teilweise sogar selbst aus der Hand schlugen. Dankbar ging die Patrick-Truppe auf diese Weise schnell komfortabel in Führung und sollte das gesamte Spiel über niemals ins Hintertreffen geraten, obwohl Liganeulinge wie Rocky Trice und vor allem John Little mit ihren übermotivierten Aktionen den Brose Baskets einige Präsente fast schon auf dem Silbertablett überreichten.

Siegchancen im Schlussabschnitt

Wie wenig Chris Fleming die erste Hälfte seiner Akteure trotz des humanen Halbzeitstandes von 45:39 für die Heimmannschaft gefallen hatte, zeigte sich an der langen Pausenansprache, die erst mit der Schlusssirene der Halbzeitpause endete. Bis auf 14 Punkte (56:42) zog Göttingen davon, ehe ein 9:0-Lauf der Gäste noch alle Chancen für den Schlussabschnitt offen hielt, wo aber lediglich Filiberto Rivera, der an 14 der 17 Bamberger Punkte in den letzten zehn Minuten direkt beteiligt war, wirklich für Akzente sorgen konnte.

Jason Miller und Kyle Bailey retteten mit ihren Körben zu wichtigen Zeitpunkten den verdienten Göttinger Sieg über die Ziellinie, so dass die Brose Baskets nun am kommenden Montag in eigener Halle gegen die EnBW Ludwigsburg ihrem ehemaligen Spieler und Coach Rick Stafford auf dem Feld nichts schenken dürfen und sich in einem ganz anderen Licht präsentieren müssen, um keine Ausweitung der Katastrophe zu riskieren.

BG 74 Göttingen: Brown (23), Jacobson (11), Miller (10), Lee (9), Bailey (6), Trice (6), Boone (3), Little (3), Dill, Wente

Brose Baskets: Rivera (21), Garrett (17), Greene (13), Newson (8), Schneider (6), Suput (4), Forte, Ohlbrecht, Wyrick

 

Aktuelle und ausführliche Berichterstattung rund um die Brose Baskets und den fränkischen Basketball gibt's unter www.court-vision.de.

 

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Zuletzt geändert: Freitag, 24. Oktober 2008
 
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