| Bamberg von Ludwigsburg niedergerungen |
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von Felix Pflaum | Donnerstag, 9. Oktober 2008
Rick Stafford, Trainer bei der EnBW Ludwigsburg, hatte kurz zuvor seinem früheren Arbeitgeber, den Brose Baskets, ein Schnippchen geschlagen und nach der 61:69-Niederlage Rat- und Sprachlosigkeit hinterlassen. „Zum zweiten Mal in Folge hat uns der Gegner in unserer eigenen Halle ab dem ersten Viertel deutlich klar gemacht, dass er den Sieg mehr will als wir. Da gibt es für uns keine Ausreden, wir werden da Lösungen finden müssen", war alles, was Chris Fleming in der Pressekonferenz zu sagen hatte. 16 Fouls begingen seine Brose Baskets in der gesamten Partie lediglich, erlaubten dem Gegner aus dem Zweierbereich eine Quote von 70 Prozent und wirkten defensiv in einigen Phasen vollkommen von der Rolle. Auch die Rückkehr der beiden Big Men Taylor und Johnson konnte den Oberfranken am Korb keine Stabilität geben, denn während Taylor in knapp zwölf Minuten Spielzeit weitestgehend untertauchte, konnte Johnson lediglich auf dem Papier mit elf Punkten und sechs Rebounds überzeugen. Der ehemalige NBA-Profi fiel vielmehr durch eklatante taktische Mängel im Abwehrverhalten sowie krassen Egoismus im Angriffsspiel auf. Bezeichnend für seinen Auftritt war, dass er bereits zehn Sekunden vor Spielende das Parkett verließ und bereits in der Kabine verschwunden war, als es nach der Schlusssirene deutlich hörbar Pfiffe für die Bamberger Leistung aus einigen der 6200 Kehlen setzte. Gute Kollektivleistung der Gäste„Entscheidend war das dritte Viertel, als Bamberg uns mit dem Publikum im Rücken viel Druck gemacht hat, wir dem aber standhalten konnten. Ich bin meinen Jungs sehr dankbar für den Sieg und stolz auf Brian Jones, wie er die Ruhe bewahrt hat, obwohl man heute eigentlich niemanden herausheben darf. Alle haben ihre Leistung gebracht", analysierte Rick Stafford sichtlich mitgenommen das Geschehen auf dem Parkett, das seine Mannschaft aber fast durchgehend kontrolliert hatte. Angeführt vom erfahrenen Quartett um Brian und Domonic Jones, Brandon Woudstra und den dicklich wirkenden Kelvin Gibbs, der seinen Gegenspielern dennoch scheinbar spielend die Grenzen aufzeigte, zogen die Schwaben zu Beginn des zweiten Viertels mit einem 8:0-Lauf die Zügel an, führten nach einem Katastrophenpass des erneut völlig neben sich stehenden Peja Suput in die Hände von Woudstra sogar mit zwölf Zählern (25:37). Chance zu Führung bleibt ungenutzt
Wie schon in den ersten Spielen mangelte es bei Bamberg an der Konstanz, über einen längeren Zeitraum auf beiden Seiten des Feldes fehlerlos zu agieren. Kleinigkeiten wie ein überhasteter Wurf, mangelhaftes Reboundverhalten oder ein Aussetzer in der defensiven Rotation führten immer wieder dazu, dass die EnBW ihren Vorsprung verteidigen oder ausbauen konnte. Sowohl sportlich als auch mental liegt also noch viel Arbeit von den Bambergern, wenn beim nächsten Auftritt am 11. Oktober in Paderborn die Fans nach dem Spiel nicht wieder lediglich einem Ex-Bamberger, dem nun in Ostwestfalen aktiven Centerlegende Chris Ensminger, zujubeln sollen. Brose Baskets: Rivera (15), Newson (11), Johnson (11), Greene (9), Taylor (5), Garrett (4), Ohlbrecht (4), Suput (2), Forte EnBW Ludwigsburg: B. Jones (19), Woudstra (14), D. Jones (13), Gibbs (10), Sanders (9), Watts (4), Alexander, Fahrad, McCray
Aktuelle und ausführliche Berichterstattung rund um die Brose Baskets und den fränkischen Basketball gibt's unter www.court-vision.de.
Zuletzt geändert: Freitag, 24. Oktober 2008 |
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