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Ski-Spezial, Teil 4: Fügen im Zillertal
von Sven Becker | Mittwoch, 21. März 2007

 Foto: Michael RuefWir sind nach Fügen ins Zillertal gefahren und haben uns die Skigebiete Spieljoch und Hochfügen/Hochzillertal angeschaut. 

Auch nach den Abfahrten lassen wir es uns richtig gut gehen: Therme, Bars und ein Disko-Besuch runden den Besuch im Zillertal ab.

Los geht’s am Samstag morgen mit dem Skigebiet Spieljoch. An der Talstation auf 650 Metern nieselt es bei drei Grad plus. An eine Talabfahrt ist leider nicht zu denken. Unten liegt kein Naturschnee und die Kunstschnee-Piste ist mit Löchern durchzogen.

Die Liftpreise sind dafür happig: 35,50 Euro kostet die Tageskarte auch in der Nebensaison. Studentenfreundliche Preise sehen anders aus. Andere Skigebiete gewähren bis Weihnachten und im „Januarloch“ auf alle Karten Rabatte bis 30 Prozent.

Mit der 4er-Gondelbahn gehts hinauf zur Bergstation auf gut 1800 Metern. Unterwegs ist der Regen in Schnee übergegangen. Die Hänge und Bäumspitzen sind weiß. Ein knapper Meter Schnee liegt oben auf den Pisten.

Spieljoch eher für Familien und Anfänger
Das Wetter war nicht so gut, aber dafür der Schnee ... Foto: Michael Ruef

Bis zur Mittelstation auf 1200 Metern kann man dieses Wochenende sehr gut fahren. Einheimische schwärmen im Lift von sonnigen Wintertagen, an denen man auch auf der sieben Kilometer langen Talabfahrt wedeln kann. Das ist uns – wie gesagt – nicht vergönnt. Dafür nutzen wir die breiten und gut präparierten Pisten im oberen Teil des Spieljochs für die ersten Schwünge des Winters.

Das Spieljoch ist ein klassisches Anfänger- und Familienskigebiet. Der höchste Punkt liegt auf 2050 Metern. Die Pisten sind überschaubar. Es gibt keine Seitentäler, in denen sich Anfänger verirren könnten. Für anspruchsvolle Skifahrer und Snowboarder hat das Gebiet dagegen nicht viel zu bieten. Freeride-Möglichkeiten sind nur kaum vorhanden. Wer springen will, muss sich den Kicker schon selber bauen.

Zum Einkehren empfiehlt sich die urige Skihütte. Im Gegensatz zum SB-Restaurant an der Bergstation kommt hier bei gleich guten Preisen Stimmung auf. Ein Bier kostet drei Euro, eine Gulaschsuppe mit Bauernbrot nur einen Euro mehr.

Therme gut, aber teuer

Am Nachmittag fahren wir zurück ins Tal und mit dem Skibus zur Erlebis-Therme. Wer auf Wellness steht, wird hier nicht mehr weg wollen. Fünf Saunen, Dampfad, Solebad, Tepidarium und mehr stehen dem Gast zur Verfügung. Besonderes Highlight: Das Tauchbeckem auf dem Dach der Therme. Hier kann man die Sterne zählen oder die Bergwelt genießen. Das Schwimmbad ist weniger spektakulär.

Die urige Skihütte einigt sich gut zum Einkehren. Foto: Tourismusverband Erste Ferienregion im ZillertalEinzig die Black Hole Superrutsche weckt das Kind in mir. Die Therme kann sich der normale Student höchstens einmal im Urlaub leisten. Drei Stunden kosten 14 Euro. Wer die volle Zeit bleibt und das ganze Erholungsprogramm durchzieht, fällt danach wie ein Stein ins Bett.

Wir stehen nach einem Schläfchen wieder auf und gehen zum Abendessen ins Kosis, der coolsten Bar in Fügen. Hier beginnt heute das Apres-Ski-Opening. An den Tischen wird gut gegessen, an der Bar bestaunen die meist einheimischen Gäste einen Showbarkeeper, der Feuer schluckt und mit brennenden Flaschen um sich wirft. Gegen halb eins leert sich die Bar. Die Einheimischen nehmen uns mit in die BAWA Lounge, die gleich neben der Therme liegt.

Schnöseliger House-Club

Die erweist sich an diesem Abend als ziemlich schnöseliger House-Club. Neben uns am Tisch hockt Lorenzo mit seinen Mädels und hat eine Flasche Schampus für 390 Euro gekauft. Vorsicht: Wer gerne einen trinkt, sollte ordentlich vorglühen. Ein Gin-Tonic kostet zum Beispiel 8 Euro. Die meisten Besucher stehen nur rum und schauen sich die halbnackten Go-Go Mädels auf der Bühne an. Wir lassen uns von der mäßigen Stimmung nicht stören und gehen zur Musik von Star-DJ Lorenzo Al Dino ordentlich auf der Tanzfläche ab.

Am nächsten Morgen geht’s wieder auf die Bretter. Wer in Fügen ein Mehrtagesticket kauft, kann damit am Spieljoch und im Gebiet Hochfügen/Hochzillertal fahren. Die richtigen Wintersportler nehmen gleich den Zillertaler Superskipass. Damit kann man im gesamten Zillertal über 600 Pistenkilometer abfahren. Eine Woche kostet allerdings 200 Euro.

Hochfügen/Hochzillertal ein Klasse-Skigebiet

Uns reicht für heute Hochfügen/Hochzillertal. Mit dem Skibus fahren wir zur Talstation auf 1500 Meter. Mehr als ein Meter Schnee und tief verschneite Bäume lassen uns den Kater vom Vorabend vergessen. Das Skigebiet ist ein Zusammenschluss der ehemals getrennten Gebiete Hochfügen und Hochzillertal/Kaltenbach. Die Tageskarte kostet nur zwei Euro mehr als am Spieljoch (37 Euro). Dafür gibt es fünf Mal mehr Pistenkilometer und viel modernere Anlagen.

Nicht so schön: Der Blick ins grüne Zillertal. Foto: Michael RuefAnfänger und gemächliche Wintersportler freuen sich über breite Abfahrten. Für Tiefschneefreaks gibt es jede Menge Trails abseits der Pisten. Leider ist der im Internet angekündigte Funpark weder auf der Karte noch im Skigebiet zu finden.

Auch aus ästhetischer Sicht gibt es einen Schönheitsfehler: Bei fast allen Abfahrten blickt man unweigerlich in das schneefreie Zillertal. Wenn die Temperaturen in den Alpen weiter steigen, müssen sich die Gäste daran wohl gewöhnen.

Hier lässt sich selbst der Bundespräsident verwöhnen

Zum Abschluss noch ein Geheimtipp für luxuriöse Studenten: Am Rande des Skigebiets  Hochfügen/Hochzillertal (auf der Panoramakarte ganz links eingezeichnet) liegt die Kristallhütte – Bar, Restaurant und 4 Sterne Hotel zugleich. Hier lässt sich auch unser Bundespräsident Horst Köhler in seinen Ferien gern verwöhnen.

Zum Saison-Opening veranstaltet die Hütte am Sonntag einen Jazzbrunch. Zur Begrüßung gibt’s ein Gläßchen Prosecco. Bei offenem Kaminfeuer bereitet der Koch jedem Gast ein Omelette individuell zu. Kostenpunkt: 25 Euro.

Fazit: eine gute, aber keine billige Angelegenheit

Die Skigebiete haben eindeutig unterschiedliche Qualitäten. Das Spieljoch ist ein gemütliches und dafür ziemlich teures Familienskigebiet. Wer gerne und gut Ski fährt oder snowboardet, sollte es höchstens zum Einfahren am ersten Tag aufsuchen. Hochfügen/Hochzillertal ist ein Klasse-Gebiet mit großen Pisten und vielen Alternativen abseits der Piste.

Für den Wintersport wie auch für den Apres-Ski gilt: Fügen ist keine billige Angelegenheit. Wer aber noch mit den Eltern auf die Piste geht und bei der Auswahl des Gebiets ein Wörtchen mitzureden hat, sollte das Örtchen in die Planung einbeziehen.  

Mehr zum Skiwochenende findet ihr auch in unserem Blog.

 

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Zuletzt geändert: Sonntag, 23. März 2008
 
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