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Wem gebührt der Durchblick?
von Daniel Stahl, Philipp Woldin, Malte E. Kollenberg | Montag, 10. Dezember 2007

Foto: photocase.com // koli, Grafik: OttfriedSeit zwei Semestern bezahlen Studierende an der Uni Bamberg Studiengebühren. Die ersten Vorteile zeigen sich bereits: Es gibt neue Tutorien und mehr Personal.

Gleichzeitig sind aber noch Anlaufschwierigkeiten erkennbar. Ein Kommentar als Zwischenbilanz. 

Sechs Millionen Euro sind eine Menge Geld. Etwas mehr als diesen Betrag haben die Studierenden bisher insgesamt in Form von Studiengebühren an die Uni überwiesen. Die Verteilung der Gelder selbst scheint gut zu klappen. Zumindest betonen dies Uni-Leitung, Professoren und auch Studierendenvertreter in sonst seltener Übereinstimmung.

Milchige Transparenz

Wie gut es aber wirklich klappt, kann bisher wohl niemand sagen. Frühestens im März 2008, Ende des Semesters, wird es erstmals aussagekräftige Zahlen geben. Aber schon jetzt gibt es viele Zwischenbilanzen und Tabellen über die Verteilung an den einzelnen Fakultäten. So stehen zum Beispiel die Protokolle und Zahlen der Arbeitsgruppe Studiengebühren, die Vorschläge zur Verwendung und Aufteilung der Studiengebühren erarbeitet, zum Herunterladen bereit.

Doch auf den ersten Blick sagen diese vielen Zahlen nicht aus, ob sich die Lehre an der Uni durch das viele Geld verbessert hat. Sie sagen nur, dass die Fakultäten mehr Geld für Lehrkräfte oder Exkursionen ausgeben können. Für jemanden, der sich mit der Materie nicht regelmäßig beschäftigt, sind die Dokumente nur schwer zu verstehen.

Mit gutem Beispiel voran

Die Fachschaft der früheren Fakultät Sprach- und Literaturwissenschaften ging hier mit gutem Beispiel voran. Sie gab am Ende des vergangenen Sommersemesters eine Tabelle heraus, die aufzeigte, welcher Lehrstuhl das Geld für was ausgegeben hat. Diesem Beispiel sollten weitere Fakultäten folgen, um die Studierenden besser darüber zu informieren, was mit ihren Gebühren passiert.

Das Problem ist: Kaum ein Studierender interessiert sich für diese Zahlen. Die Uni-Leitung richtete Ende 2006 einen Kurs im Virtuellen Campus ein, um über den aktuellen Stand der Gebührenverteilung zu informieren. Der Kurs wurde jedoch Ende September geschlossen, weil sich nur wenige Nutzer angemeldet hatten. Ab jetzt gibt es die Infos auf der Homepage der Uni.

Kleinkrieg bei der Gelderverteilung

Trotz des mangelnden Interesses ist die Verteilung des Geldes anscheinend gut angelaufen. Viele Studierende freuen sich über neue Seminare oder Tutorien. Doch hinter den Kulissen herrscht längst nicht überall eitel Sonnenschein. Ein Blick auf die universitätsweite Arbeitsgruppe Studiengebühren verdeutlicht dies.

Weil die Vertreter der Studierenden sich nicht ernst genommen fühlten, sind sie nun – zumindest teilweise – aus dem Gremium ausgetreten oder nehmen nicht mehr an den Sitzungen teil. Gerade in einer Kommission, die zur einen Hälfte mit Studierenden und zur anderen mit Vertretern der Uni-Seite besetzt ist, ist dieses Verhalten kontraproduktiv.

Bei aller Unzufriedenheit sollten die Studierendenvertreter trotzdem ihren Auftrag wahrnehmen und überwachen, wie die Gebühren ausgegeben werden. Nach deren Austritt haben die Vertreter der Uni-Seite derzeit eine Mehrheit von 8:5 in diesem Gremium. Die momentane Situation zeigt, wie Studierendenvertreter ihren Einfluss selbst verringern. Das kann auf keinen Fall im Sinn der Studierenden sein. Vor allem dann nicht, wenn es um rund sechs Millionen Euro geht.

Der neue Ottfried. Grafik: Ottfried.Dieser Artikel ist aus dem neuen Ottfried 58. Darin lest ihr ab Dienstag, 11. Dezember, weitere Artikel über die Studiengebühren. Wir berichten, warum einige Studierendenvertreter die Arbeitsgruppe Studiengebühren boykottieren und warum man für viele Skripten immer noch bezahlen muss. Außerdem erzählen wir von einem Schreibkurs, der aus den Gebühren finanziert wird.

 

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 1. Jaja
Ottfan, Registered
Hallo Ottfried und LeserInnen.

Es ging nicht um Gefühle von ernst oder nicht genommen werden bei dem Rückzug, sondern um prinzipielle Gegensätze in Fragen der Zeitplanung bzgl. der Entscheidung um die Höhe der Gebühren. Daher erfolgte der Rückzug, da es Unklarheit über den Zeitplan und daher eine nicht ausreichende Behandlung eines Ausgabekonzepts (!) der Studierendenvertretung.
Ferner, die meisten tatsächlichen Ausgaben erfolgen (zu 90%) in den Fakultäten und das ist von der uniweiten AG nicht betroffen. Es geht also kein "Einfluss" verloren (der eh nicht gegeben ist), sondern es wird morgen eine Debatte mit der Unileitung über die Zukunft geben, ebenso einen Antrag mit Zeitplanung im Senat.
Thomas Lörner
 Posted 11-12-07 19:28:18

Zuletzt geändert: Donnerstag, 20. Dezember 2007
 
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