von Steffen Meyer-Schwarzenberger | Donnerstag, 20. August 2009
Man hat davon gehört, nutzt es täglich in der Bib, aber wirklich damit auskennen?
Ottfried bringt euch das "System mit dem Pinguin" näher.
Linux ist auf dem Vormarsch. Für manche ist es Lebensgefühl und Glaubensfrage zugleich. Linux ist ein Betriebssystem für Computer, ein Stück "Software" also. Als solches stattet es ein Stück "Hardware" mit grundlegenden Fähigkeiten aus und haucht ihm Leben ein. Das Betriebssystem sorgt etwa dafür, dass ein Rechner (oder auch ein Handy) auf Eingaben von Tastatur oder Maus reagiert und Ausgaben auf dem Bildschirm erzeugt, dass man irgendwelche Daten hin- und herschieben, drucken und scannen, Programme starten oder sich mit einem Netzwerk verbinden kann. Linux leistet also all das – und zwar mindestens genauso gut wie andere Betriebssysteme, etwa "Microsoft Windows" oder "Mac OS" mit dem Apfel. In Aufbau und Funktion unterscheiden sich diese Betriebssysteme allerdings gewaltig. So kommen etwa Windows und Mac OS als Komplettpaket daher, inklusive einer hübschen Oberfläche mit Symbolen und Effekten – und sie kosten Geld. Linux dagegen ist generell kostenlos und hat in seiner Grundform nicht einmal eine Benutzeroberfläche: An sich besteht Linux nur aus einem kleinen Software-Kern, dem "Kernel". Um diesen herum sind dann verschiedene andere Programme gebaut, die einen wichtigen Punkt gemeinsam haben: Sie werden im Allgemeinen frei verfügbar im Internet veröffentlicht, unter der so genannten "GNU Lizenz für freie Software". Man spricht daher auch häufig von "GNU/Linux". Der geistige Vater von Linux heißt übrigens Linus Torvalds. Dieser nette Finne stellte 1991 den ersten "Kernel" unter der GNU-Lizenz ins Netz und ist seitdem an dessen Weiterentwicklung beteiligt. Linux "mutiert" im Netz – ständig neue Varianten möglich"Moooment!", wird nun manch einer rufen: "Wenn der ganze Linux-Kram kostenlos im Netz steht, kann sich doch jeder seineigenes System zusammenbasteln?" Richtig. Genau das wird täglich gemacht. Je nach Zusammenstellung der Programme um den Kernel herum entstehen ständig neue Linux-Varianten, die so genannten "Distributionen". Man kann sich das vorstellen wie eine große Familie: Alle haben dieselben Gene, sehen aber ganz unterschiedlich aus und jeder hat einen eigenen Namen und Charakter. Bei Linux heißen die Familienmitglieder etwa "Debian", "Ubuntu", "Knoppix" oder "SUSE", die zum Beispiel auf den Rechnern in der Uni-Bib ihren Dienst schiebt. Übrigens ist sogar Apples "Mac OS X" entfernt mit Linux verwandt: Es stammt von UNIX ab, und UNIX ist so etwas wie die Oma von Linux. Festzuhalten bleibt also: Linux ist ein "unixoides" Betriebssystem, das in Form verschiedener Distributionen kostenlos im Internet verfügbar ist. Es besteht zum Großteil aus freier beziehungsweise "Open Source" Software. Was das im Einzelnen bedeutet, soll im nächsten Teil unserer Serie behandelt werden. Zuletzt geändert: Sonntag, 23. August 2009 |