Übung macht den Wooligang

Jeder Soft-Guerilla-Krieger fängt mit der ersten Masche an. Um Omas Hobby neu aufleben zu lassen, zeigen wir euch einige Handgriffe für den Anfang.

Beim Stricken geht es darum, viele Maschen auf einer Nadel nacheinander auf eine zweite Nadel zu stricken. Dabei sind Nadel, Faden und beide Hände immer miteinander verbunden. Bevor es losgeht, besorgt euch Wolle, die ein bisschen stärker ist und zwei Nadeln. Je dicker die Wolle, desto schneller seht ihr Ergebnisse. Übrigens: hinter den Überschriften 1 und 2 stecken Videos.

1. Maschen anschlagen
Am Anfang muss man die gewünschte Anzahl an Maschen anschlagen. Dafür spreizt ihr eure linke Hand so, dass ihr mit dem Faden jeweils eine Schlinge um Zeigefinger und Daumen bildet.

Die Stricknadel in der rechten Hand führt ihr nun von unten durch die Daumenschlinge. Jetzt musst ihr den Faden vom Zeigefinger auf die Nadel holen. Den Daumen aus der Schlinge nehmen und wenn alles geklappt hat, ist nun die erste Masche auf der Nadel.

Genau diese Schritte so oft ihr wollt wiederholen um die gewünschte Maschenanzahl anzuschlagen. Eine sogenannte Maschenprobe hilft auch noch Profis abzuschätzen, wie viele Maschen man bei welchem Material braucht.

2. Die klassische rechte Masche

Nach dem Maschenanschlag kann es mit der ersten Reihe losgehen. Für alle Anfänger ist die klassische rechte Masche einfach und wird mit Abstand am häufigsten verwendet. Den Fadenanfang wieder zwischen kleinen Finger und Ringfinger legen und zweimal um den Zeigefinger wickeln. Die Nadel mit Maschen in die linke Hand, die Leere in die Rechte.

Mit der rechten Nadel von hinten in die erste Masche einstechen, Faden holen und durch die Masche ziehen. Damit habt ihr die erste Masche abgestrickt und sie kann bis zur nächsten Reihe unberührt auf der rechten Nadel liegen bleiben.

Bis zur letzten Masche immer das Gleiche: einstechen, Faden holen, durchziehen, Masche ablegen. Bei der letzten Masche gilt etwas Besonderes: die sogenannte Randmasche wird nur abgehoben. Dazu den Faden auf die linke Nadel legen und einfach die Masche auf die rechte Nadel heben. Umdrehen und im gleichen Verfahren mit der nächsten Reihe beginnen.

3. Abketten

Wer die gewünschte Reihenzahl gestrickt hat, muss die Maschen so abstricken, dass nicht alles wieder aufgeht. Dazu immer zwei Maschen zusammenstricken. Die Masche, die sich daraus ergibt nicht wie gewohnt auf der rechten Nadel liegen lassen. Sondern wieder zurück auf die linke Nadel legen. Wichtig: lieber locker stricken, sonst zieht sich alles zusammen! So bis zur letzten Randmasche verfahren, Faden abschneiden und durch die letzte Masche ziehen. Herzlichen Glückwunsch zu eurem ersten selber gestrickten Rechteck.

Geduld und Fingerspitzengefühl

Sogar für geübte Stricker gibt es oft nichts Unverständlicheres als geschriebene Strickanleitungen. Nicht verzagen: zahlreiche Bild- und Videotutorials, wie wir sie hier in groben Zügen darstellen, bieten Abhilfe. Bevor ihr euch an eine Mütze oder Socke macht, ist so ein Schal für einen Baum oder die Türklinke gar nicht die schlechteste Art zu üben. Übung und lockere Finger machen hier den Wooligang!

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