Freunde oder Besatzer?

“Ami go home” steht auf Graffitis in der Bamberger Innenstadt.  Nur eine Einzelmeinung oder sieht das die Mehrheit so? Wir haben Bamberger gefragt, was sie von den amerikanischen Soldaten halten.


Elvira, 25, Politik mit Philosophie im Nebenfach, 11. Semester

Mich stören die Soldaten nicht weiter – außer an der Unteren Brücke sieht man sie ja kaum! Sie machen zwar das Stadtleben bunter, aber um wirklich in Kontakt zu kommen, müsste man wohl schon in deren Discos gehen. So ist es eher wie eine Gesellschaft neben der Gesellschaft!

 

 

 

Ramona, 22, Lehramt Deutsch und Englisch, 5. Semester

 

Ich kenne zwar keine Amerikaner persönlich, habe aber früher im Pestheim gewohnt und da öfter mal welche gesehen, außerdem ist eine Freundin von mir mit einem Soldaten zusammen – also habe ich da eine positive Einstellung. Die bringen inter-nationales Flair nach Bamberg!

 

 

 

Dr. Manfred Spall, 72, Medizin

Da tut es mir leid, dass die alle abgezogen werden – ich finde das sehr schade, aber ich sehe natürlich ein, dass die Finanzen in Amerika nicht mehr ausreichen. Aber ich würde es befürworten, wenn sie hierblieben – sie sind seit Jahrzehnten hier und das ist auch eine Sicherheit für Europa.

 

 

 

 

Paul, 22, Politikwissenschaften und Slawistik, 4. Semester

Einerseits bringen die Soldaten Bamberg natürlich sehr viel, also Geld etc – und gerade jetzt, im Zuge des neues Progamms vom Pentagon aus werden ja viele Kasernen zugemacht, was natürlich wirtschaftliche Einbußen in vielen Regionen mit sich bringt (…). Auf der anderen Seite fallen die Soldaten auch nicht immer positiv auf, gerade im Nachtleben wird da viel gepöbelt – davon sind nicht nur Studenten betroffen, sondern auch ältere Passanten; das habe ich selber mal beobachtet. Es gibt ja auch die Theorie, dass in den USA stationierte Soldaten, die straffällig werden, zur Strafe entweder in Arrest müssen oder ins Ausland verlegt werden. Also, ich finde es schwer, da einen Konsens zu erreichen – für mich ist das ein zweischneidiges Schwert!

 

Katharina, 20, Kommunikationswissenschaften und Anglistik, 1. Semester

Ich habe schon viele Amerikaner kennengelernt, war auch schon öfters mit in der Kaserne, da wurde ich dann immer ganz offen empfangen! Feiern können sie gut. Die haben zwar eine ziemlich andere Lebenseinstellung, und viele Soldaten bestätigen auch die Vorurteile, die man eben so hat, aber zum Glück gibt es auch Ausnahmen – ein ziemlich guter Bekannter von mir ist US-Soldat, und wir verbringen viel Zeit zusammen. Im Juli geht er für neun Monate nach Afghanistan!

 

Benjamin, 22, Lehramt Deutsch und Geschichte, 2. Semester

Dazu hab ich keine Meinung, weil ich bisher noch keine getroffen hab.

 

 

 

 

 

 

 

Bettina, 22, BWL mit Wirtschaftspädagogik und Französisch, 1. Semester

Wenn man im Morph ist oder sonst nachts in der Stadt rumläuft, fällt einem schon die aufdringliche Art der Soldaten auf. Natürlich bringen sie der Stadt aber auch Geld, gerade weil es so viele sind. Ich kenne keine persönlich und hätte auch kein Interesse daran, da einen Austausch herzustellen oder welche besser kennenzulernen, weil das nicht so gut passen würde!

 


Martin, 29, Berufliche Bildung, 5. Semester

Ich hab eine positive Einstellung gegenüber den Soldaten – ich kenne über eine gemein-same Freundin auch zwei oder drei und finde die ganz nett. Natürlich gibt es diese Vorurteile, dass die manchmal ein bißchen rüpelhaft auftreten – gerade abends, in der Innenstadt – aber ich denke, das sollte man nicht auf die Mehrheit beziehen. Es ist schade, dass man da so wenig mitbekommt – mehr Austausch zwischen Studenten und Soldaten fände ich gut! Gab es da nicht mal einen Ausflug in die Kaserne von feki.de?

 

Joscha, 21, BWL, 1. Semester

Der Freund meiner Cousine – die auch hier in Bamberg studiert – ist Ami, ich selbst kenne allerdings keine. Was ich so höre: Wenn du sie in Ruhe lässt, lassen sie dich auch in Ruhe. Obwohl auch viel Schlechtes über die Soldaten gesagt wird, wär ich offen, mal welche kennenzulernen.

 

 

 

 

Daniel, 20, BWL, 1. Semester

Mich persönlich stören sie nicht, allerdings seh ich auch keine Notwendigkeit, dass die hier sind. Mehr Leute kennenzulernen ist zwar immer gut, aber ich brauch den Kontakt zu Soldaten nicht unbedingt.

 

 

 

 

Anna, 19, BWL, 1. Semester

Ich hatte noch nicht viel Kontakt zu Soldaten, weil ich im 1. Semester bin. Aber ich komme aus Stuttgart, wo direkt in meiner Nähe auch ganz viele Soldaten stationiert sind, und bis jetzt sind die mir nie negativ aufgefallen. Ich fände es interessant, auch in Bamberg welche zu treffen!

 

 

 

Mehr zum Thema “Ami go home” gibt es im neuen Ottfried, Ausgabe Nummer 79.

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