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Flirten im Minutentakt


Beim Uni-Vox Speeddating waren wieder viele Studentinnen und Studenten auf der Suche nach der potenziellen neuen Liebe. Ottfried-Redakteurin Isabelle Engler war dabei und berichtet davon wie es ist, das Kennenlernen im Akkord.

Montag, 19:30 Uhr, Villa Concordia: 24 Studenten warten in der Eingangshalle und mustern sich neugierig. Die Stimmung ist heiter, vereinzelt ist verstohlenes Kichern zu hören. Alle sind nur aus einem Grund gekommen: Neue Leute kennen lernen. Und wieso gerade hier? Es ist Uni-Vox-Speeddating! Bambergs Studentenradio lädt jedes Semester Single-Studenten zur Schnell-Partnersuche ein. Dass man dabei gleich die Traumfrau oder den Traummann findet, daran glauben aber die wenigsten Teilnehmer. „Ich denke nicht, dass ich hier meinen Zukünftigen kennen lerne, aber ich fand die Idee einfach lustig und da die Veranstaltung von einer Uni-Hochschulgruppe angeboten wird, hat sie auch nicht den typischen Speeddating-Beigeschmack, nämlich dass da nur verzweifelte und verbitterte Menschen hingehen. Ich habe mich einfach mal aus Neugierde angemeldet“, meint Silke, eine kleine blonde Studentin, die zum ersten Mal teilnimmt.

Es geht los. Die Gruppe wird nach Geschlechtern aufgeteilt: Männer in die „Grotte“, Frauen auf die Terrasse. Uni-Vox-Moderator Julian Salomon begleitet die männlichen Teilnehmer, und klärt sie über den Ablauf auf. Eigentlich ganz einfach: Jeder zieht zuerst eine Nummer, die ihm sagt, an welchen Tisch er sich zuerst setzen muss. Außerdem gibt’s noch eine Art Tabelle, auf der die Namen der weiblichen Mitstreiter eingetragen werden sollen und dahinter zwei Felder mit „ja“ oder „nein“. Je nachdem was angekreuzt wird, ist der Teilnehmer an seiner Tischnachbarin interessiert und will ihre Handynummer oder eben nicht. Aber nur wenns von beiden ein „ja“ gibt werden die Handynummern getauscht und ein Wiedersehen mit anschließender Romanze ist möglich.

Nun zu den Frauen: Die haben sich mittlerweile laut kichernd (Prosecco gibt es kostenlos) auf der Terrasse eingefunden, auf der das eigentliche Speeddating stattfindet. Auch Silke steht vergnügt mit ihrem Sektglas in der Hand zwischen den aufgestellten Tischen. Dann zieht sie, wie ihre Mitstreiterinnen, aus einem Topf eine Nummer. „Da steht drauf, an welchem Tisch ich meine Männer in Empfang nehmen darf“, scherzt die Studentin. Nachdem alle Frauen lachend Platz genommen haben, werden die Männer heraus geholt. Übrigens ist hier niemand über 23 Jahre, die Bewerber wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die Speeddating-Runde für die über 23-jährigen beginnt zwei Stunden später.

Jeder Mann setzt sich an den Tisch mit der Nummer, die er gezogen hat, und jetzt gilts: Vier Minuten haben die Pärchen Zeit, sich kennen zu lernen, dann müssen die Männer einen Tisch weiter ziehen. Silke rutscht ganz aufgeregt auf ihrem Stuhl hin und her, der junge Mann gegenüber ist groß und hager, die braunen Haare hat er nach hinten gegelt, aus dem weißen Polohemd kräuseln sich die Brusthaare. „Der war ganz nett“, erzählt Silke später, „aber überhaupt nicht mein Typ, der achtet viel zu sehr auf sich selbst. Nicht gut, wenn mein Mann länger im Badezimmer braucht als ich selbst“. Vier Minuten sind rum, es wird gewechselt. Neuer Mann, neues Glück? An Silkes Tisch macht es sich ein junger blonder Zweitsemestler bequem, Typ „Surferboy“. Die beiden unterhalten sich scheinbar gut, doch so wirklich zufrieden sieht Silke am Ende der Runde nicht aus: „Optisch war das ja wirklich ein Hingucker, aber er hat nur über sich selbst geredet, das hat mich nach einer Zeit etwas genervt“. Nach weiteren 20 Minuten, also 5 Männer später, setzt sich ein durchschnittlich großer, blondgelockter Mann zu der Studentin. Die nächsten vier Minuten verbringt Silke lachend und scherzend und als ihr Tischnachbar weiterziehen muss, hat sie leicht gerötete Wangen. „Das ist Markus, der war richtig nett! Und er kennt meine Mitbewohnerin, die Welt ist doch so klein. Warten wir mal ab, was er auf seiner Liste ankreuzt“, sie lacht und zeigt ihre Tabelle, auf der hinter dem Namen Markus ein „ja“ angekreuzt ist.

Nach der letzten Runde haben die Teilnehmer noch eine halbe Stunde Zeit, sich zu unterhalten. Silke pirscht sich unauffällig an Markus heran, den sie offensichtlich zu ihrem Favoriten auserkoren hat. Freudestrahlend kommt sie mit ihrem Handy in der Hand zurück. „Man braucht scheinbar gar nicht diese Liste um an die Nummern zu kommen“, lacht sie und blickt grinsend in Richtung Markus. Das Uni-Vox-Speeddating – ein voller Erfolg also und eine wirkliche Option um den richtigen Partner zu finden? „Ich denke die meisten sind nur zum Spaß hier, wie ich ja eigentlich auch. Dass ich jetzt doch jemanden ganz nett fand, war reiner Zufall“. Und welches Fazit hat Silke für die Veranstaltung insgesamt? „Eine wirklich lustige Sache, man sollte jedoch nicht mit zu großen Erwartungen herkommen. Jedes Gespräch beginnt gleich, nämlich mit dem Namen, Alter und dem Studienfach. Das was danach kommt ist entscheidend“. Silke zwinkert fröhlich und geht mit einem Sektglas nochmal zu Markus. Ob aus den beiden wirklich etwas wird – wir bleiben natürlich dran.

 





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