Die Friend-Zone
Unser Redakteur kennt sich aus mit den Frauen – was nicht heißt, dass immer alles nach seinen Vorstellungen läuft. Hier erzählt er wie es ist, wenn man in die Friend-Zone abrutscht.
Einmal hat mich ein Mädchen zu sich eingeladen. Ich kannte sie nur flüchtig von früher. Sie schrieb mir über eine Social-Network-Site, die heute jeder benutzt: „Willst du nicht vorbei kommen? Dann trinken wir den guten Wein aus dem Weinkeller meines Vaters. Meine Eltern sind im Urlaub.“ Eineinhalb Flaschen Wein später küssten wir uns. Heute ist sie meine beste Freundin – und da liegt der Hund begraben.
Die Friend-Zone: Ein Wort, das so manchen Typen durch‘s Leben verfolgt und auch dich trifft, wenn du nicht aufpasst. So nennt man es, wenn dich eine Frau auf das soziale Abstellgleis stellt, das jegliche sexuelle Beziehung unmöglich macht. Während sie sich in der Sonne deiner Aufmerksamkeit badet und du dir Hoffnungen machst, hat sie in der Zwischenzeit eine Beziehung mit Douchebag Dave. Als ob das nicht schlimm genug wäre, erzählt sie dir andauernd, was für ein Arschloch ihr derzeitiger Freund ist und dass es keine netten Typen mehr gibt. Du dachtest, nett sein beinhaltet unter anderem, sich ihr Gejammere geduldig anzuhören und ihr eine Schulter zum Anlehnen zu bieten. Dein Fehler. Du hast doch nicht wirklich geglaubt, sie würde für dich Douchebag Dave verlassen? Und hör auf dir zu sagen, es wäre besser als nichts. Denn es ist nichts.
Die Friend-Zone erreichst du schneller als du denkst. Da bist du mit diesem hübschen Mädchen, das du letzten Samstag auf einer WG-Party kennen gelernt hast, verabredet. Während sie an ihrem Cocktail nippt und sich ihre blondgelockten Haare verspielt um den Zeigefinger wickelt, sagt sie plötzlich: „Später als du dann gegangen bist am Samstag, hab‘ ich noch Tobi kennengelernt. Der ist echt heiß – und total gut im Bett.“ Blöderweise bleibst du sitzen und machst gute Miene zum bösen Spiel. Obwohl dir der Kragen platzt und du eigentlich schon auf halbem Weg zur Tür sein solltest. Richtig schlimm wird es dann meistens kurz darauf, wenn sie ihr nächtliches Erlebnis mit Tobi im Detail schildert.
Du fährst die Straße der Beziehungen voller Hoffnung hinunter und plötzlich steht da ein Schild: „Herzlich Willkommen in der Friend-Zone. Für Beziehung bitte wenden.“ Doch dafür ist es zu spät. Du bist auf einer Einbahnstraße unterwegs. Es gibt keinen Ausweg aus der Friend-Zone. Es gibt nur eine Möglichkeit: sofort auf 200 beschleunigen, damit du nur auf der Durchfahrt bleibst. Leider ist die Friend-Zone keine Fallgrube mit angespitzten Dornen, sondern bodenlos. Sie ist nicht kurz und schmerzvoll. Meistens bemerkst du die Fatalität der Hoffnung erst zu spät. Nämlich dann, wenn dich der Aufschlag auf dem Boden zerschmettert.
Es ist nicht so, dass sich die Friend-Zone nicht lohnen würde. Jeder braucht ein paar gute Freunde im Leben. Und so hab ich die coolste Frau meines Lebens kennen gelernt. Mit ihr trink ich noch heute Wein – aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

Dominik Schönleben
6. Dezember 2011
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Ein Kommentar zu “Die Friend-Zone”
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